Simon Ehammer steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Der 26-Jährige muss bis kommenden Winter klären, ob er bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles als Weitspringer oder als Mehrkämpfer antreten will. Die Wahl hat Gewicht: Beide Disziplinen bieten Medaillenchancen, doch parallel ist eine kompromisslose Vorbereitung kaum möglich.
Zwischen Weltklasse im Mehrkampf und internationaler Klasse im Weitsprung
Ehammer hat sich in den vergangenen Jahren als vielseitiger Athlet profiliert. Bis vor Kurzem galt der Siebenkampf als seine Paradedisziplin; er hält den Schweizer Rekord und stellte mit 8778 Punkten in Götzis 2026 eine Marke auf, die ihn bei Grossanlässen regelrecht zur Medaillenhoffnung macht. Zeitgleich verbesserte er sich im Weitsprung auf starke 8,51 Meter und gewann bei der EM in Birmingham Silber.
Diese Doppelstärke führt zu einem Dilemma: Entweder setzt Ehammer auf den Siebenkampf, bei dem Trainingsprogramm und Körpergewicht anders ausgerichtet wären, oder er konzentriert sich auf den Weitsprung, was eine Reduktion an Umfang und Körpergewicht bedeuten könnte. Seit der WM 2025 in Tokio ist klar, dass ein Doppelstart bei Olympia 2028 wohl nicht möglich ist.
«In welcher Disziplin stehe ich beim Karriere-Highlight 2028 am Start? Der Entscheid auf diese Frage soll kommenden Winter fallen.»
Konsequenzen für Vorbereitung und Wettkampfplanung
Ehammer betont, dass ein klarer Entscheid früh getroffen werden soll, damit es bei Trainings- und Wettkampfplanung «keine Kompromisse mehr» gibt. Als reiner Weitspringer würde er weniger Umfang trainieren und vier bis fünf Kilo Körpergewicht verlieren, sagte er gegenüber CH Media. Als reiner Mehrkämpfer würde sein Programm wiederum anders aussehen.
Für die laufende Saison bleibt dem Appenzeller noch Zeit, die Optionen auszuloten. Er wird als Weitspringer weiter antreten und hat mehrere Auftritte vor sich, die als Wegweiser dienen können. Diese Termine bieten Gelegenheit, die Form zu testen und die Entscheidung zu untermauern.
- Heimauftritte in Lausanne und Zürich
- Mögliche Starts beim Diamond-League-Final in Brüssel
- Premiere der Ultimate Championships in Budapest (September)
| Disziplin | Aktueller Höchstwert / Status |
|---|---|
| Siebenkampf | 8778 Punkte (Schweizer Rekord, Götzis 2026) |
| Weitsprung | 8,51 m (EM-Silber, Birmingham 2026) |
Was auf dem Spiel steht
Der Entscheid betrifft nicht nur Ehammer persönlich, sondern auch die Ausrichtung des Schweizer Leichtathletik-Programms. Ein klares Bekenntnis zu einer Disziplin erleichtert die langfristige Planung der Trainingslager, die Belastungssteuerung und die Auswahl der Wettkämpfe. Es hat auch Bedeutung für Betreuer, Verband und Förderinstitutionen, die Ressourcen und Unterstützungsleistungen koordinieren.
Für Ehammer geht es letztlich um das maximale Ausschöpfen seines Potenzials bei dem, was er als «Karriere-Highlight» bezeichnet: den Olympischen Spielen 2028. Mit einem frühen Entscheid will der 26-Jährige Signale senden, dass er ohne Kompromisse auf sein Traumziel hinarbeiten will.
Bis zum Winter bleibt abzuwarten, welche Resultate die Richtung vorgeben. Die nächsten Monate bieten ihm noch Chancen, sowohl im Weitsprung als auch in mehrkämpferischen Auftritten Akzente zu setzen. Klar ist: Die Entscheidung wird über seine olympische Strategie von entscheidender Bedeutung sein.