Die Schweizer Kunstturner bereiten sich wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaften in Zagreb (13. bis 23. August) auf den letzten Feinschliff vor. Im Zentrum steht nicht allein die technische Verfeinerung der Übungen, sondern auch die physische Vorbereitung unter schwierigen klimatischen Bedingungen. Delegationschef David Huser (39) nennt die Hitze als zentrales Problem und hebt die Bedeutung, gesund in den Wettkampf zu gehen.
Hitze als Gegner im Training
Die letzte Trainingsphase war laut Huser «sehr herausfordernd». In den Hallen stelle vor allem der Schweiss ein Risiko dar: Bei Geräten wie Reck oder Barren könne das Abrutschen gefährlich werden. Deshalb hat das Team die Trainingszeiten angepasst und die intensiveren Einheiten in die kühleren Morgenstunden gelegt. Ziel ist es, letzte technische Details zu stabilisieren, ohne die Kondition oder Gesundheit zu gefährden.
«Jetzt geht es nicht mehr um grosse Änderungen, sondern um den Feinschliff und darum, gesund zu bleiben.»
Temperaturwechsel in Zagreb als zusätzliche Gefahr
Ein weiteres Thema ist laut Huser der starke Temperaturunterschied zwischen draussen in der sommerlichen Hitze und den oft stark klimatisierten Wettkampfhallen. Dieser Wechsel erhöhe das Erkältungsrisiko, vor allem nach intensiven Einheiten, wenn die Athletinnen und Athleten noch warm seien und die anschliessende Kälte unterschätzten. Huser betont deshalb, dass die Betreuung auch darauf achten müsse, die Jüngeren zu sensibilisieren: «Man muss den Jungen fast sagen: Zieht etwas an.»
Delegation und Ambitionen
Die Schweizer Delegation umfasst 46 Personen, inklusive Juniorenteams. Die Grösse der Delegation soll nicht nur die Breite des Turnens widerspiegeln, sondern auch den Zusammenhalt stärken. Delegationschef Huser hebt den speziellen Teamgeist hervor, der durch die gemeinsame Vorbereitung in den letzten Wochen gefestigt worden sei. Die Mannschaft hat sich vorgenommen, an frühere Erfolge anzuknüpfen: Die Schweizer Männer streben nach dem gewohnten Spitzenniveau und haben Ambitionen, an frühere Team-Platzierungen anzuknüpfen.
- Datum: EM in Zagreb, 13. bis 23. August
- Delegation: 46 Personen, inklusive Juniorenteams
- Schwerpunkte: Feinschliff, Gesundheitsprävention, Anpassung der Trainingszeiten
Programm-Überblick
Für Zuschauerinnen und Zuschauer wie auch für die Athletinnen und Athleten ist der Wettbewerbsplan relevant. Die wichtigsten Termine laut Programm sind:
| Datum | Wettkampf |
|---|---|
| Donnerstag, 13. August | Frauen-Qualifikation; Mehrkampf-Entscheidungen beginnen |
| Samstag, 15. August | Frauen Gerätefinals (ab 14.50 Uhr, live auf SRF) |
| Sonntag, 16. August | Teamfinal Frauen |
| Mittwoch, 19. August | Männer-Qualifikation; Mehrkampf- und Teamentscheidungen |
Die Tagesaufteilung zeigt: Die EM bietet sowohl für die Frauen- als auch für die Männer-Teams mehrere Chancen, sich in Team- und Einzelwettkämpfen zu profilieren. Für das Schweizer Team geht es darum, die Balance zwischen Leistungsexplosion und Verletzungs- beziehungsweise Erkrankungsprävention zu finden.
Konsequenzen und Ausblick
Die Adaptation der Trainingszeiten und die Sensibilisierung für Temperaturwechsel sind kurzfristige Massnahmen, die akute Risiken minimieren sollen. Langfristig bleibt die Frage, wie Teams mit klimatischen Extremen in Trainingsphasen umgehen und welche Rolle Betreuerteams, medizinische Abteilungen und organisatorische Planung dabei spielen. Für die Schweizer Delegation steht nun das konkrete Ziel im Vordergrund: verletzungsfrei und in bestmöglicher Form an den Start zu gehen, um an der EM in Zagreb die erhofften Resultate zu erreichen.
Die kommenden Wettkampftage werden zeigen, ob sich der intensive Feinschliff und die präventiven Massnahmen auszahlen. Für die Schweizer Kunstturner beginnt damit eine Phase, in der Präzision, Teamgeist und Gesundheit gleichermaßen über Erfolg entscheiden.