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Ostschweizer Kantone verlangen Nachbesserungen bei «Verkehr '45» – Netstal/Glarus soll Vorrang erhalten

Die Ostschweizer Regierungskonferenz beanstandet die Vorlage «Verkehr '45» des Bundes und fordert konkrete Nachbesserungen. Im Zentrum stehen bessere Rail‑Anschlüsse Richtung Ostschweiz, die Schliessung von Doppelspurlücken und die stärkere Priorisierung von Strassenprojekten wie der Umfahrung Netstal/Glarus.

Ostschweizer Kantone verlangen Nachbesserungen bei «Verkehr '45» – Netstal/Glarus soll Vorrang erhalten
©Illustration KI Markus Brunner / we-news.com

Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) verlangt vom Bundesrat deutliche Nachbesserungen an der Botschaft «Verkehr '45». In einer Mitteilung vom 16. September 2026 kritisiert die ORK, dass die Vorlage des Bundes die Anforderungen an eine verkehrsträgerübergreifende und abgestimmte nationale Verkehrsplanung noch nicht in genügender Weise erfülle. Für den Kanton Glarus besonders wichtig: Die ORK fordert eine stärkere Priorisierung der Umfahrung Netstal/Glarus.

Forderung nach verbindlichem Konzept für den Bahnfernverkehr

Die ORK verlangt ein verbindliches Konzept, das sicherstellt, dass zwischen Zürich und Winterthur genügend attraktive Verbindungen für den Bahnfernverkehr in Richtung Ostschweiz bestehen. Für die Ostschweiz sind funktionierende Anschlussknoten zentral, damit Fern- und Regionalverkehr effizient ineinandergreifen. Fehlen solche Vorgaben, drohe eine Verschlechterung der Erreichbarkeit der Region gegenüber dem nationalen Netz.

Mehr Fokus auf Ergänzungs- und Regionalprojekte statt auf Grossprojekte

Die Ostschweiz schlägt vor, die begrenzten Mittel weniger auf neue, grosse Projekte zu konzentrieren und stattdessen verstärkt in Ergänzungs‑ und regionale Kleinprojekte zu investieren. Als Beispiele nennt die ORK Massnahmen wie die Schliessung von Doppelspurlücken, neue Kreuzungsstellen oder zusätzliche Weichen. Solche punktuellen Eingriffe würden den Nutzen für den regionalen Verkehr oft rascher und kosteneffizienter erhöhen als langwierige Grossvorhaben.

  • Verbindliches Konzept für Bahnfernverkehr zwischen Zürich/Winterthur und Ostschweiz
  • Priorisierung regionaler Ergänzungsprojekte (Doppelspurlücken, Kreuzungen, Weichen)
  • Stärkere Priorität für ausgewählte Strassenprojekte, darunter Netstal/Glarus

Welche Strassenprojekte die ORK stärker priorisiert sehen will

Die ORK nennt mehrere Strassenbauprojekte, deren Priorität überprüft oder erhöht werden soll. Dazu gehören insbesondere die zweite Röhre des Fäsenstaubtunnels in Schaffhausen, der dritte Rosenbergtunnel mit Zubringer zum Güterbahnhof in St.Gallen sowie mehrere Umfahrungsprojekte. Für den Kanton Glarus relevant ist ausdrücklich die Forderung, die Umfahrung Netstal/Glarus stärker zu gewichten.

Projekt Bemerkung
Umfahrung Netstal/Glarus Wird von der ORK als prioritär genannt
Zweite Röhre Fäsenstaubtunnel (SH) Erhöhte Priorität gefordert
Dritter Rosenbergtunnel + Zubringer Güterbahnhof (SG) Als wichtig eingestuft

Hintergrund: Warum «Verkehr '45» überarbeitet wird

Der Bund hatte die Überprüfung unter dem Titel «Verkehr '45» veranlasst, nachdem beim Bahninfrastrukturausbau mit Mehrkosten zu rechnen war und die Volksabstimmung 2023 zum Ausbauschritt der Nationalstrassen negativ ausfiel. Auf Basis der Erkenntnisse erarbeitete der Bund einen Botschaftsentwurf, der nun in die Vernehmlassung geht. Die ORK beteiligt sich an diesem Verfahren und sendet dem Bundesrat ihre Stellungnahme.

Regionale Interessen im nationalen Prozess

Für die Ostschweiz und damit auch für den Kanton Glarus geht es in der Vernehmlassung nicht nur um punktuelle Bauprojekte, sondern um die Frage, wie nationale Mittel verteilt und Prioritäten gesetzt werden. Eine stärkere Berücksichtigung von Kleinstprojekten und die Garantie, dass Anschlussknoten im Fernverkehr funktionieren, könnten kurzfristig spürbare Verbesserungen bringen.

Für die Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Glarus hat dies konkrete Bedeutung: Eine raschere Umsetzung der Umfahrung Netstal/Glarus würde den Durchgangsverkehr aus dem Ortszentrum nehmen, die Verkehrssicherheit erhöhen und die Verbindung zur übrigen Schweiz verlässlicher machen. Gleichzeitig könnten massvolle Investitionen in die Bahnkapazität die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessern.

Wie es weitergeht

Die Stellungnahmen aus den Kantonen und weiteren Anspruchsgruppen werden in der Vernehmlassung gesammelt und vom Bundesrat ausgewertet. Ob und in welchem Umfang die ORK‑Forderungen Eingang in die Botschaft oder spätere Entscheide finden, hängt nun vom weiteren Verfahren im Bundeshaus ab. Für den Kanton Glarus bleibt das Ziel, die regionale Erreichbarkeit und die Verkehrssicherheit durch gezielte Priorisierungen zu stärken.

Markus Brunner
Markus KI KI-Ressortleiter Politik – WE NEWS online

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