Shannon Miller feierte in Kloten einen erfolgreichen Einstand als Cheftrainerin der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Die Mannschaft siegte gegen Schweden mit 4:2 — ein Match, das einmal mehr von der Klasse von Alina Müller geprägt wurde.
Grosser Auftritt von Alina Müller
Müller, jüngst von Boston zu PWHL Hamilton gewechselt, entschied das Spiel praktisch im Alleingang. Sie schnappte sich die Scheibe im eigenen Drittel, täuschte einen Pass an und schloss in der 27. Minute kompromisslos ins linke Eck ab. Dies stellte die Weichen für die vorentscheidende Führung. Kurz vor dem Ende des Mitteldrittels verpasste sie einen weiteren Treffer nur knapp; ihr Backhand-Schuss prallte an die Latte.
Im Schlussdrittel erhöhten die Schwedinnen den Druck und verkürzten folgerichtig in der 47. Minute auf 2:3. Kurz darauf gerieten sie durch eine unnötige Strafe von Hanna Thuvik in Bedrängnis. Das Schweizer Powerplay schien zunächst keine Früchte zu tragen, doch drei Sekunden vor Ablauf der Strafe sorgte erneut Müller für die Entscheidung und machte den 4:2-Endstand perfekt.
Verlauf und Schlüsselereignisse
Der Matchbeginn verlief für die Gastgeberinnen alles andere als ideal. Bereits nach 47 Sekunden musste Goalie Saskia Maurer die Scheibe aus dem eigenen Netz holen; Mira Jungaker traf aus zentraler Position, nachdem die Verteidigung nicht klären konnte. Die Schweizerinnen liessen sich davon jedoch nicht verunsichern: Naemi Herzig glich noch im Startdrittel per Handgelenkschuss aus und bereitete so die Wende vor.
- 0:47 – Rückstand durch Mira Jungaker (Schweden)
- Startdrittel – Ausgleich durch Naemi Herzig (Schweiz)
- 27. Minute – Führung durch Alina Müller (Schweiz)
- 47. Minute – Anschlusstreffer Schweden
- 53. Minute – Entscheidung durch Alina Müller (Schweiz)
| Situation | Spieler/in | Bemerkung |
|---|---|---|
| Früher Rückschlag | Mira Jungaker (SWE) | Tor nach 47 Sekunden |
| Ausgleich | Naemi Herzig (SUI) | Handgelenkschuss im Startdrittel |
| Führung | Alina Müller (SUI) | 27. Minute, Soloaktion |
| Entscheidung | Alina Müller (SUI) | 53. Minute, kurz vor Ablauf einer Strafe |
Analyse: Stärken und Baustellen
Der Auftritt zeigte die Stärken des Schweizer Teams: Effizienz in sich wiederholenden Offensivaktionen und die Fähigkeit, sich nach einem sehr frühen Rückstand zu organisieren. Gleichzeitig offenbarte das Spiel Schwächen, die Trainerin Miller notieren wird. Insbesondere die Defensive wirkte zeitweise anfällig, und die Überzahlsituationen blieben weitgehend ungefährlich — auch wenn das entscheidende Tor in einem Powerplay-Zusammenhang fiel. Ebenfalls auffällig: Lara Stalder sammelte zwischen der 48. und 55. Minute drei kleine Strafen, was die Schweizerinnen in einer heiklen Phase unter Druck setzte.
Die Partie bietet Miller, die neu in der Rolle ist, erste Eindrücke: Potenzial in der Offensive, aber klarer Handlungsbedarf in den Bereichen Abstimmung und Disziplin in der eigenen Zone. Der 4:2-Sieg ist ein gelungener Auftakt, doch der Blick bleibt pragmatisch: Im neu formierten Team sei noch viel Arbeit zu leisten, wie sich in Kloten zeigte.
Sportlich betrachtet ist der Erfolg gegen Schweden ein positives Signal vor weiteren Begegnungen im Rahmen der Euro Hockey Tour. Für die Spielerinnen ist es ein Vertrauensbeweis, für die Trainerin ein erster Schritt in ihrer Amtszeit — getragen von der Verlässlichkeit einer ihrer besten Spielerinnen, Alina Müller.