Der kanadische Eishockeyverband hat die Sperre gegen den ehemaligen Ambri‑Piotta‑Stürmer Alex Formenton per sofort aufgehoben. Ein unabhängiger Berufungsausschuss hatte zuvor entschieden, dass fünf Spieler des kanadischen Junioren‑Weltmeisterteams von 2018 gegen den Verhaltenskodex von Hockey Canada verstoßen haben. Hockey Canada erklärte, die Empfehlungen des Ausschusses betreffend weitere Sperren und Wiedereingliederungsdaten zu akzeptieren.
Unterschiedliche Massnahmen für das Quintett
Gemäss Mitteilung des Verbandes ist Alex Formenton der einzige der fünf, der ab sofort wieder für Kanada auflaufen darf, etwa an einer Weltmeisterschaft oder am Spengler Cup. Formenton, zuletzt in der Schweiz bei Ambri engagiert, befindet sich aktuell auf Klubsuche.
Die übrigen vier Spieler bleiben dagegen suspendiert. Die vom Ausschuss empfohlenen Sperren sind gestaffelt:
- Cal Foote: suspendiert bis November 2026
- Carter Hart: suspendiert bis November 2027
- Dillon Dubé: suspendiert bis November 2028
- Michael McLeod: suspendiert bis November 2030
Hintergrund des Verfahrens
Der Berufungsausschuss stellte fest, dass die fünf Spieler gegen den Verhaltenskodex verstoßen hätten. Die nun bekannt gewordene Entscheidung folgt auf einen früheren Freispruch von strafrechtlichen Vorwürfen wegen sexueller Nötigung. In jenem Verfahren hatten die Richter die Klägerin nicht für glaubwürdig befunden. Der Verband stellt mit der administrativen Überprüfung Konsequenzen unabhängig von strafrechtlichen Resultaten sicher.
«nicht glaubhaft und nicht vertrauenswürdig»
Hockey Canada akzeptierte die Empfehlungen des unabhängigen Ausschusses und veröffentlichte die entsprechenden Sperrfristen und Wiedereingliederungsdaten. Die Massnahmen bedeuten, dass die vier benannten Spieler bis zu den genannten Terminen von allen Programmen von Hockey Canada ausgeschlossen bleiben.
Auswirkungen auf Clubs und internationale Turniere
Die Entscheidung hat mehrere Konsequenzen: Zum einen ist Formenton wieder unmittelbar für Nationalmannschaftseinsätze verfügbar. Das könnte seine Chancen für eine Berufung an einem grossen Turnier erhöhen, sofern er einen Klubvertrag findet und sportlich überzeugt. Zum anderen fehlen die vier suspendierten Spieler Kanada bei künftigen Einsätzen mindestens bis zu den jeweiligen Sperren, was die Kaderplanung von Hockey Canada beeinflusst.
Für die betroffenen Spieler bedeutet die Administrativ‑Sperre zusätzlich zu etwaigen sportlichen oder reputativen Folgen auch einen zeitlichen Ausschluss aus Förderprogrammen, Trainingslagern und Auswahlmassnahmen von Hockey Canada. Die längste Massnahme trifft Michael McLeod, dessen Sperre bis November 2030 gilt.
| Spieler | Status | Sperre bis |
|---|---|---|
| Alex Formenton | wieder spielberechtigt | per sofort |
| Cal Foote | suspendiert | November 2026 |
| Carter Hart | suspendiert | November 2027 |
| Dillon Dubé | suspendiert | November 2028 |
| Michael McLeod | suspendiert | November 2030 |
Die exakte Formulierung und die rechtliche Begründung des Ausschusses wurden in der Zusammenfassung nicht vollständig zitiert; Hockey Canada machte seine Entscheidung öffentlich und bestätigte, die Empfehlungen umzusetzen. Damit zeigt der Verband, dass er neben strafrechtlichen Verfahren auch eigene Regulierungsinstrumente nutzt, um Vorwürfe gegen Spieler zu prüfen und zu sanktionieren.
Für Schweizer Klubs könnte die Entwicklung insofern relevant werden, als Spieler mit internationalem Profil und Vergangenheit in der Nationalmannschaft wieder verfügbar sind oder längerfristig ausgesperrt bleiben. Die Rückkehr Formentons auf die internationale Bühne hängt nun auch von seinem künftigen Klubstatus ab.
Die Fälle illustrieren weiterhin die Spannungsfelder zwischen strafrechtlicher Beurteilung, sportrechtlichen Kodizes und öffentlicher Wahrnehmung. Hockey Canada versucht, diese Linien zu trennen: Strafrechtliche Freisprüche bedeuten nicht automatisch die Aufhebung administrativer Massnahmen innerhalb des Verbandes.
Weitere Details zu den Ermittlungen und der Begründung des Berufungsausschusses veröffentlichte Hockey Canada in seiner Mitteilung; die betroffenen Spieler und ihre Vertreter äusserten sich in der ursprünglichen Meldung nicht näher.