Beim Meeting in Zürich schrieb die US-Amerikanerin Masai Russell Geschichte: Sie lief die 100 Meter Hürden in 12,09 Sekunden und setzte damit einen neuen Weltrekord. Bereits 37 Minuten zuvor hatte der Brasilianer Alison dos Santos im Letzigrund ebenfalls die Bestmarke über 400 m Hürden verbessert, sodass der Abend als denkwürdig in die Annalen ging.
Russell entthront Amusan
Russells Zeit von 12,09 Sekunden unterbot die bisherige Weltbestmarke der Nigerianerin Tobi Amusan um drei Hundertstelsekunden. Amusan kam in Zürich als Zweite ins Ziel und verzeichnete mit 12,23 Sekunden eine Saisonbestleistung. Die Niederländerin Nadine Visser komplettierte das Podest mit 12,34 Sekunden und erzielte ebenfalls eine für sie starke Saisonzeit.
Schweizer Vertreterinnen im Finale
Die Schweiz war im Finale prominent vertreten: Die amtierende Weltmeisterin Ditaji Kambundji belegte Rang sieben in 12,82 Sekunden. Direkt hinter ihr klassierte sich Annik Kälin auf Rang acht; sie blieb nur fünf Hundertstelsekunden hinter Kambundji. Für Kälin war das Rennen in Zürich zugleich ihr Debut in der Diamond League in der Spezialdisziplin 100 m Hürden.
- Masai Russell – 12,09 (neuer Weltrekord)
- Tobi Amusan – 12,23 (Saisonbestleistung)
- Nadine Visser – 12,34
- Ditaji Kambundji – 12,82 (7. Rang)
- Annik Kälin – 12,87? (8. Rang; 5 Hundertstelsekunden hinter Kambundji)
Hinweis: Die exakte Hundertstelsekunden-Angabe für Kälin ausser der Differenz zur Landsfrau wurde im Rundown nicht als absolute Zeit wiederholt; die Stellungnahmen belegen jedoch die enge Rangordnung zwischen den beiden Schweizerinnen.
| Rang | Athletin | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Masai Russell (USA) | 12,09 |
| 2 | Tobi Amusan (NGA) | 12,23 |
| 3 | Nadine Visser (NED) | 12,34 |
| 7 | Ditaji Kambundji (SUI) | 12,82 |
| 8 | Annik Kälin (SUI) | Fünf Hundertstelsekunden hinter Kambundji (siehe Text) |
Bedeutung und Einordnung
Der Weltrekord von Russell ist eine klare Markierung in der Disziplin: Eine Verbesserung der globalen Bestmarke um drei Hundertstelsekunden zeigt, wie eng und umkämpft die Spitze der Hürdenläuferinnen ist. Für die Schweizerinnen ergibt sich ein zweigeteilter Befund: Kambundji behauptet ihre Position in internationalen Finals, Kälin macht als Mehrkämpferin mit einem Start in der Diamond League erstmals in der Spezialdisziplin auf sich aufmerksam.
Die Stimmung im Letzigrund und die starke Konkurrenz führten zu schnellen Zeiten und zur Bestätigung, dass Zürich nach wie vor ein Schauplatz für Spitzenleistungen ist. Russell setzte damit ein Ausrufezeichen, Amusan reagierte mit einer Saisonbestleistung, und die Schweizerinnen sammelten wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau.
Der Abend in Zürich zeigte einmal mehr die Mischung aus Weltklasseleistungen und nationaler Präsenz: Während neue Rekorde für Schlagzeilen sorgen, dienen Finals wie dieses auch als Prüfstein für Athletinnen und Athleten aus der Schweiz auf dem Weg zu EM-, WM- und Olympia-Starts.