Die Kantone Obwalden und Nidwalden halten am Ziel eines gemeinsamen eGov‑Portals fest, haben die laufenden Arbeiten daran aber vorerst sistiert. Eine interne Überprüfung habe gezeigt, dass die Anforderungen präzisiert werden müssten und die organisatorische Umsetzung in den Verwaltungen stärker zu berücksichtigen sei, teilten die Kantone mit.
Grund für die Sistierung
Der Projektsteuerung, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Kantone, der Gemeinden sowie des InformatikLeistungsZentrums Obwalden/Nidwalden (ILZ), sei klar geworden, dass die Einführung des Portals weit über die rein technische Realisierung hinausgehe. Im Projektverlauf hätten sich Aspekte herauskristallisiert, die in der ursprünglichen Planung nicht im notwendigen Umfang berücksichtigt worden seien.
Insbesondere gehe es um Auswirkungen auf interne Prozesse und Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltungen. Zudem hätten unterschiedliche Vorstellungen über den Projektumfang und die konkrete Umsetzung bestanden. Deshalb würden die Arbeiten sistiert, bis eine umfassende Auslegeordnung vorgenommen worden sei.
Externe Überprüfung und Zielsetzung
Mit externer Unterstützung soll ein klareres Fundament für das Vorhaben geschaffen werden. Eine beauftragte Fachperson soll unter anderem Projekthandbuch, Abläufe und Zielsetzungen schärfen sowie einen realistischen Zeit‑ und Finanzierungsplan erarbeiten, heisst es in der Mitteilung.
Die Kantone betonen, dass das Ziel eines gemeinsamen Portals unverändert sei. Dieses Portal soll der Bevölkerung sowie den Unternehmen einen zentralen Zugang zu digitalen Verwaltungsdienstleistungen bieten und die Zusammenarbeit zwischen Kantonen und Gemeinden stärken.
Vorgeschichte und bisheriger Zeitplan
Die Kantonsparlamente von Nidwalden und Obwalden hatten im Jahr 2025 die dafür erforderlichen Kredite bewilligt. Gemeinsam mit den Gemeinden starteten die beiden Kantone anschliessend die Umsetzung. Als Ziel war vorgesehen, das Portal in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Betrieb zu nehmen.
| Meilenstein | Status / Bemerkung |
|---|---|
| Kredite bewilligt | 2025 – Parlamente Nidwalden und Obwalden |
| Geplanter Start | 2. Hälfte 2026 (nicht mehr realistisch) |
| Aktueller Stand | Arbeiten sistiert; externe Auslegeordnung geplant |
Auswirkungen und offene Fragen
Die Sistierung wirft praktische Fragen auf: Welche Dienstleistungen werden wie lange nicht digital über das gemeinsame Portal verfügbar sein? Wie wirken sich die Verzögerungen auf bereits geplante Integrationen in den Gemeinden aus? Und wie hoch werden zusätzliche Kosten ausfallen, falls der ursprüngliche Zeit‑ und Finanzrahmen angepasst werden muss?
Konkrete Antworten auf diese Fragen blieben die Kantone in der Mitteilung schuldig. Sie gaben an, die Erkenntnisse der Überprüfung nun zu nutzen, «um Projekthandbuch, Abläufe und Zielsetzungen zu schärfen und einen realistischen Zeit‑ und Finanzierungsplan» zu erstellen.
Rolle des ILZ und der Gemeinden
Das InformatikLeistungsZentrum Obwalden/Nidwalden (ILZ) betreibt als IT‑Dienstleister die zentralen Informatiksysteme der Verwaltungen und ist als Partner im Projekt eingebunden. Die Projektsteuerung besteht aus Vertretern der beiden Kantone, der Gemeinden und des ILZ; genau diese Steuerung will die gewonnenen Erkenntnisse nun zum Anlass nehmen, die Planung zu präzisieren.
Nächste Schritte
- Beauftragung einer externen Fachperson für die Auslegeordnung
- Überarbeitung des Projekthandbuchs sowie der Abläufe und Zielsetzungen
- Erstellung eines überarbeiteten Zeit‑ und Finanzplans
- Fortsetzung des Projekts mit klarerer organisatorischer Grundlage
Wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden und wie der neue Zeitplan konkret aussieht, ist noch offen. Die Kantone haben bisher nur festgehalten, dass am Ziel eines gemeinsamen Portals festgehalten werde.
Für die betroffenen Verwaltungsmitarbeitenden, Gemeinden und die Unternehmen in der Region dürfte die Sistierung kurzfristig zu Unsicherheiten führen. Langfristig ist die Präzisierung der organisatorischen Voraussetzungen aus Sicht der Projektverantwortlichen jedoch Voraussetzung für ein tragfähiges und nutzbares Angebot.