Dominic Lobalu hat bei der EM über 10'000 m (25 Bahnrunden) die Silbermedaille gewonnen und damit eindrücklich auf das enttäuschende Abschneiden über 5'000 m reagiert. Als Titelverteidiger trat der in der Ostschweiz heimische Langstreckenläufer an und zeigte ein taktisch kontrolliertes Rennen, das ihn zum zweiten Rang führte.
Vom Rückschlag zur Medaille
Vor dem Rennen hatte Lobalu den unbefriedigenden 7. Platz über 5'000 m offen angesprochen und angekündigt, über die doppelte Distanz nicht das Feld zu führen. Diese Ansage setzte er um: Lobalu lief ein bewusstes, von Übersicht geprägtes Rennen und konnte sich am Ende über Silber freuen. «Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem 2. Platz und geniesse diesen Moment. Das Rennen war super, ich freue mich», sagte er unmittelbar nach dem Zieleinlauf.
Der Sieger und Lobalus Haltung
Gewonnen hat der Schwede Andreas Almgren, der in diesem Rennen in einer eigenen Klasse unterwegs war. Almgren, bekannt für seinen schnellen Zug und seine starken Leistungen auf der Strasse, setzte sich durch. Lobalu zeigte sich trotz verpasster Titelverteidigung nicht enttäuscht: «Ich sagte mir, es ist besser, eine Medaille zu haben. Es gibt noch viele Rennen in der Zukunft.»
«Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem 2. Platz und geniesse diesen Moment. Das Rennen war super, ich freue mich»
Trainer und Hintergrund
Auch Lobalus Trainer Markus Hagmann zog positive Schlüsse: Die Erleichterung nach dem Rennen war spürbar. Er betonte, dass Lobalu mit dem Resultat bewiesen habe, «dass er zur Weltspitze gehört». Hagmann erklärte, dass man dem Athleten nicht die Taktik abnehmen wolle. Lobalu besitze die Fähigkeit, das Renngeschehen zu lesen, und dieser Instinkt sei wichtig.
Formentwicklung und Einordnung
Nach einem schwierigen Vorjahr mit Verletzungsproblemen hat sich Lobalu in dieser Saison zurückgemeldet. Der Sieg in der Diamond League in Monaco war ein erstes Zeichen, die EM-Silbermedaille ein weiterer Beleg für seine aktuelle Form. Trotz der Enttäuschung über den 5'000-m-Wettkampf zeigte Lobalu, dass er über die längere Distanz die richtige Renneinteilung findet und auch taktisch reif handelt.
- Rennen: 10'000 m (25 Bahnrunden)
- Ergebnis: Dominic Lobalu – Silber
- Sieger: Andreas Almgren (Schweden)
- Vorangegangenes Resultat: Lobalu 7. Rang über 5'000 m
| Athlet | Wettkampf | Platz |
|---|---|---|
| Dominic Lobalu | 10'000 m | Silber |
| Andreas Almgren | 10'000 m | Gold |
Die Medaille stärkt Lobalus Stellung in der Schweizer Leichtathletik als ein Läufer, der trotz Rückschlägen in der Saison konsistent Leistung bringt. Sein pragmatischer Umgang mit der verpassten Titelverteidigung – die bewusste Entscheidung, eine sichere Medaille der riskanteren Renntaktik vorzuziehen – zeigt sportliche Reife.
Für die kommenden Monate bedeutet das Ergebnis eine Bestätigung und zugleich eine Mahnung: Die internationale Spitze ist eng, und kleine taktische Unterschiede entscheiden über Gold oder Silber. Lobalu hat mit seinem Auftritt demonstriert, dass er zu den europäischen Spitzenläufern zählt und mit der richtigen Rennplanung weiterhin für internationale Resultate gut ist.
Aus Sicht der Schweiz ist die Silbermedaille ein klarer Erfolg und ein Hoffnungsträger-Signal für die Saison. Trainer und Athlet wirken nun gerüstet, die Saison weiter zu gestalten und die nächsten Ziele anzupeilen.