LEOBEN — Der Wirtschaftsbund im Bezirk Leoben hat in den vergangenen Wochen einen sichtbaren Neustart vollzogen und macht mit einer Reihe von Initiativen wieder stärker auf die Anliegen der heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer aufmerksam. Im Zentrum stehen die Wiederwahl der Obfrau, die Neuaufstellung des Vorstands und eine erste Betriebstour, bei der auch traditionelle Handwerksbetriebe besucht wurden.
Neuwahl und Generationswechsel
Ende Juni startete der reformorientierte Kurs des Bezirksverbandes. Bei der Bezirksgruppenhauptversammlung wurde Astrid Baumann mit 100 Prozent unterstützt und in ihrer Funktion als Obfrau bestätigt. Der Verband will damit einen klaren Akzent in Richtung Erneuerung setzen: Junge Unternehmerinnen und Unternehmer sollen stärker eingebunden werden, begleitet von erfahrenen Funktionärinnen und Funktionären.
„Wir läuten einen Generationenwechsel im Bezirk ein. Der Wirtschaftsbund braucht junge, engagierte Unternehmer und Funktionäre, die von erfahrenen Funktionären begleitet werden.“
Als Organisationsreferent wirkt der Leobener Gemeinderat Simon Bäck, der mit einem neu formierten Vorstand die Arbeit im Bezirk wieder in den Mittelpunkt rücken will. Er kündigt an, die Bereiche Kommunikation, Vernetzung und Weiterbildung verstärkt auszubauen, um die Präsenz des Wirtschaftsbundes vor Ort zu erhöhen.
Präsenz, Veranstaltungen und konkrete Angebote
Der Wirtschaftsbund setzte bereits erste Schritte: Im Juli fand ein EU-Talk statt, und beim kommenden Gösser Kirtag wird der Verband mit einem Unternehmertreff vertreten sein. Ziel ist es, den Austausch zwischen Politik, Interessenvertretung und Betrieben zu intensivieren und die täglichen Leistungen der Unternehmerinnen und Unternehmer sichtbarer zu machen.
„Unsere Aufgabe ist es, die Arbeit, die Unternehmerinnen und Unternehmer Tag für Tag leisten, sichtbar zu machen. Und auch bei der Interessenvertretung kann ich versprechen, dass wir uns mit voller Kraft für die Anliegen der Unternehmerinnen und Unternehmer im Bezirk einsetzen werden.“
Konkrete Angebote sollen neben Informationsveranstaltungen auch Weiterbildungsformate und Netzwerktreffen umfassen. Die Verantwortlichen planen, neue Ortsgruppen zu gründen und vorhandene Strukturen zu stärken, um Anliegen rascher und zielgerichteter an Politik und Verwaltung zu bringen.
Betriebstour: Handwerk trifft Reformprozess
Im Rahmen einer ersten Betriebstour besuchte das Team auch die Tischlerei Kölbl in Niklasdorf. Der Betrieb besteht seit rund 100 Jahren und hat sich laut Inhaber Martin Kölbl seit 2015 besonders auf Wohn- und Altbausanierungen spezialisiert. Gerade bei historischen Gebäuden stehen Handwerkerinnen und Handwerker oft vor komplexen Herausforderungen, die planungs- und fachübergreifende Lösungen verlangen.
„Unser Betrieb besteht seit mittlerweile 100 Jahren. Seit dem Jahr 2015 liegt unser besonderer Schwerpunkt auf Wohn- und Altbausanierungen“,
Solche Besuche bieten dem Wirtschaftsbund Einblick in die täglichen Probleme der Betriebe — von Fachkräftebedarf über bürokratische Hürden bis zu kommunikativen Fragen bei der Auftraggebergewinnung.
- Wiederwahl von Astrid Baumann als Obfrau (100 %)
- Neuaufstellung des Vorstands unter Organisationsreferent Simon Bäck
- Erste Betriebstour mit Station Tischlerei Kölbl in Niklasdorf
| Person | Funktion |
|---|---|
| Jochen Pack | Steirischer Wirtschaftsbund-Direktor (Besucher) |
| Astrid Baumann | Obfrau, Wirtschaftsbund Leoben (wiedergewählt) |
| Simon Bäck | Gemeinderat, Organisationsreferent |
| Martin Kölbl | Inhaber Tischlerei Kölbl |
Die Neuausrichtung des Wirtschaftsbundes zielt darauf ab, den Dialog mit den Betrieben systematisch zu vertiefen und die Interessenvertretung praxisnäher zu gestalten. Für Leoben und den Bezirk bedeutet das: Eine stärkere lokale Stimme für wirtschaftliche Anliegen und mehr Angebote zur Vernetzung und Weiterbildung. Ob sich dies in konkreten Verbesserungen für Unternehmen niederschlägt, wird von der weiteren Umsetzung der angekündigten Maßnahmen sowie von der Teilnahme der Betriebe an den geplanten Formaten abhängen.
Der Wirtschaftsbund kündigt an, seinen Reformkurs in den kommenden Monaten mit weiteren Veranstaltungen und Betriebsbesuchen fortzusetzen. Für die lokale Wirtschaft bleibt zu beobachten, wie die neuen Strukturen Bedürfnisse aufnehmen und in politische Forderungen überführen.