Die andauernde Hitze und Trockenheit in der Südweststeiermark stellt nicht nur Menschen, sondern auch die heimische Fauna im Bezirk Deutschlandsberg vor akute Herausforderungen. Böden und Pflanzen vertrocknen, natürliche Wasserstellen versiegen, und der fehlende Morgentau macht es vielen Tieren schwer, ihren Wasserbedarf zu decken. Vor diesem Hintergrund engagieren sich Jägerinnen und Jäger im Bezirk ehrenamtlich für die Schaffung nachhaltiger Wasserstellen in den Revieren.
Warum Wasser jetzt zur Überlebensfrage wird
Wildtiere können ihren Flüssigkeitsbedarf zu einem großen Teil über die Nahrung decken: frische Kräuter, Gräser, Blätter und Feldfrüchte enthalten normalerweise viel Wasser. Bleiben Niederschläge aus und trocknen diese Pflanzen aus, fällt diese wichtige Wasserquelle weg. Zugleich versiegen kleine Wasserflächen, Feuchtgebiete und Bäche.
„Wildtiere decken einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung, also frische Kräuter, Gräser, Blätter und Feldfrüchte. Zusätzlich werden Tau, kleine Wasserstellen, Feuchtflächen oder Bäche genutzt. Doch während längerer Trockenperioden trocknen Böden und Pflanzen aus, der Morgentau bleibt aus und viele natürliche Wasserstellen versiegen. Fallen diese Quellen aus, geraten viele Tiere in eine Notsituation“,
erklärt Johann Silberschneider, Bezirksjägermeister in Deutschlandsberg.
Konkrete Folgen für Tiere
Der Mangel an Wasser führt zu physiologischem Stress: Verdauung und Stoffwechsel können beeinträchtigt werden, das Immunsystem schwächt sich, und junge Tiere sind besonders gefährdet. Die Jägerschaft weist darauf hin, dass bereits geringe zusätzliche Belastungen durch Hitze die Überlebenschancen senken können.
- Wasserbedarf Reh: etwa 1 bis 1,5 Liter pro Tag (bei hohen Temperaturen deutlich mehr)
- Wasserbedarf Feldhase: etwa 0,3 bis 0,5 Liter pro Tag
- Hauptproblem: Wegfall von morgendlichem Tau und Austrocknung natürlicher Quellen
Ehrenamtliches Engagement der Jägerschaft
Als Reaktion auf die Situation richten Jägerinnen und Jäger in den Revieren gezielt Wasserstellen ein oder erhalten bestehende Wasserquellen. Dieses Engagement erfolgt in der Regel ehrenamtlich und zielt auf langfristige, nachhaltige Lösungen, damit die Tiere auch bei anhaltender Trockenheit versorgt bleiben.
Das Vorgehen umfasst verschiedene Maßnahmen, unter anderem das Anlegen und Sichern von Wassertränken, das Freihalten kleiner Feuchtstellen und das Monitoring der Revierteile, in denen Wassermangel besonders akut ist. Ziel ist es, Stress für die Tierpopulationen zu reduzieren und Krankheitsausbrüche, die durch geschwächte Abwehrkräfte begünstigt werden, zu verhindern.
| Aspekt | Auswirkung |
|---|---|
| Versiegende Wasserstellen | Erhöhter Stress, Schwächung des Immunsystems |
| Verlust wasserreicher Nahrung | Beeinträchtigte Verdauung und Entwicklung, speziell bei Jungtieren |
| Ehrenamtliche Maßnahmen | Anlegen/Sichern von Wasserstellen, Monitoring |
Die Jägerschaft betont, dass solche Maßnahmen nicht nur dem Schutz einzelner Arten dienen, sondern Teil einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung der Landschaft sind. Nachhaltige Wasserstellen können auch Biodiversität und lokale Ökosystemfunktionen unterstützen.
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Deutschlandsberg bedeutet die Entwicklung vor Ort, aufmerksam zu bleiben: Neben den ehrenamtlichen Initiativen der Jägerschaft können Gemeinden, Grundeigentümer und Landwirtinnen und Landwirte zur Lösung beitragen, indem sie auf Wasserläufe achten, Feuchtflächen erhalten und auf praktikable Bewirtschaftungsmaßnahmen setzen.
Wie lange die aktuellen Trockenperioden andauern, lässt sich kurzfristig nicht vorhersagen. Klar ist jedoch, dass Maßnahmen zur Sicherung von Wasser für Fauna und Flora in der Region dringlicher werden. Die Jägerschaft im Bezirk Deutschlandsberg hat angekündigt, ihre Aktivitäten fortzusetzen und bei Bedarf zu intensivieren, um die Situation der Wildtiere zu entschärfen.