Jahrhundertdürre trifft Landwirtschaft im Bezirk Krems
Der Bezirk Krems steht heuer unter dem Eindruck einer ungewöhnlich ausgeprägten Trockenperiode. Temperaturrekorde und anhaltende Niederschlagsdefizite haben bereits sichtbare Schäden in Feld und Wald hinterlassen. Die Situation stellt für viele Landwirte eine akute wirtschaftliche und psychische Belastung dar.
Bezirksbauernkammerobmann Franz Stöger beschreibt die Lage als flächendeckend: „Mittlerweile sind alle unsere Betriebe im Bezirk von der Dürre betroffen.“ Besonders gravierend wirkt sich der Wassermangel im Ackerbau und Grünland aus; in Teilen des Bezirks werden Ertragsrückgänge von rund 50 Prozent und mehr berichtet. Dort, wo Bewässerung möglich ist – etwa im Wein- und Obstbau – seien Schäden bisher geringer, die Kosten für Bewässerung jedoch deutlich gestiegen.
„In unserem Beruf sind wir von Wasser abhängig. Wenn die Trockenheit weiter anhält, wird sich das auch auf die anzubauenden Kulturen im Herbst und infolge auf die Ernte im nächsten Jahr auswirken,“ so Stöger.
Die Auswirkungen sind vielfältig:
- Ackerbau und Grünland: Teilweise bis zu 50 Prozent Ertragsverluste; Grünlandflächen stark geschädigt.
- Tierhaltung: Futterknappheit durch Einbußen bei der Futterernte; in manchen Betrieben wurden nur rund 50 Prozent des benötigten Futters eingefahren.
- Wald und Christbaumkulturen: Massive Trockenschäden bereits erkennbar.
- Obst- und Weinbau: Schäden derzeit erkennbar, aber weniger gravierend dort, wo Bewässerung möglich ist; Marillenernte wurde als „durchaus zufriedenstellend“ bezeichnet.
- Trinkwasser: Laut Bericht ist die Trinkwasserversorgung dank des Wasserwerks gesichert.
Konsequenzen für Betrieb und Region
Für Tierhalter ist die Lage besonders bedrohlich: Wenn Futter nicht in ausreichender Menge zukaufbar ist, droht eine Reduktion der Tierbestände, so die Einschätzung der Bezirksbauernkammer. Dies hat nicht nur kurzfristige wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Betriebe, sondern kann auch längerfristig die regionale Versorgung mit Milch und Fleisch beeinträchtigen.
Die erhöhten Kosten für Bewässerung und mögliche Investitionen in zusätzliche Bewässerungstechnik belasten die Betriebswirtschaft vieler Höfe. Zudem stellt die psychische Belastung von Betriebsleiterinnen und -leitern sowie ihren Angehörigen einen Faktor dar, der in Beratungs- und Unterstützungsangeboten berücksichtigt werden muss.
Übersicht: Betroffene Bereiche und Befunde
| Bereich | Befund |
|---|---|
| Ackerbau / Grünland | Ertragsrückgänge bis ca. 50 % und mehr; Grünland stark betroffen |
| Tierhaltung | Futterernte teils nur ~50 %; Gefahr von Bestandsreduktion |
| Obst / Wein | Schäden sichtbar, aber in bewässerbaren Lagen geringer; Marillenernte zufriedenstellend |
| Wald / Christbaumkulturen | Massive Trockenschäden |
| Trinkwasser | Wasserwerk sichert Versorgung |
Die Bezirksbauernkammer mahnt zur Vorsicht bei Prognosen: Sollte die Trockenperiode anhalten, sind neben Ernteausfällen auch Anpassungen bei der Kulturwahl im Herbst und Folgen für die nächste Vegetationsperiode zu erwarten. Konkrete Maßnahmen auf Gemeinde- oder Bezirksebene werden im vorliegenden Bericht nicht detailliert genannt; die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung durch das Wasserwerk wird aber ausdrücklich bestätigt.
Für Krems und Umgebung bleibt die Lage angespannt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Niederschläge die Lage entschärfen oder ob weitere wirtschaftliche und ökologische Folgen zu erwarten sind. Betriebe, die von der Dürre betroffen sind, sind auf Unterstützung und verlässliche Informationen angewiesen, sowohl von Landwirtschaftsorganisationen als auch von Gemeindeverwaltungen und Wasserwerken.
Weiterführende Angaben zur Lage und mögliche Hilfsangebote sollten in den nächsten Tagen von den zuständigen Stellen – etwa der Bezirksbauernkammer und der Gemeinde – kommuniziert werden.