Im Linzer Landhaus wurden jüngst zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungswesens aus dem Bezirk Perg mit der OÖ Rettungs‑Dienstmedaille für ihre langjährige Tätigkeit geehrt. Die Auszeichnungen, überreicht von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), würdigen Engagement über 25, 40 und 50 Jahre und setzen ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung von Erfahrung und Kontinuität in der präklinischen Versorgung.
Wer wurde ausgezeichnet und welche Ehrenform erhielten die Einsatzkräfte?
Die höchste Ehrung im Bezirk ging an Johann Puchner: Er wurde für 50 Jahre Dienst mit der Rettungs‑Dienstmedaille in Gold bedacht. Für 40 Jahre Engagement erhielten Ernst Kerschbaummayr, Joachim E. W. Mach und Friedrich Steindl die Medaille in Silber. Die Rettungs‑Dienstmedaille in Bronze für 25 Jahre Berufung beziehungsweise ehrenamtlichen Einsatz wurde an Ingrid Aigner, Waltraud Aigner, Maria Bauernfeind, Silvia Kaiselgruber, Gerald Kastner, Eugen König, Thomas Leonhartsberger und Angela Offenthaler verliehen.
| Name | Jahre im Rettungswesen | Medaille |
|---|---|---|
| Johann Puchner | 50 | Gold |
| Ernst Kerschbaummayr | 40 | Silber |
| Joachim E. W. Mach | 40 | Silber |
| Friedrich Steindl | 40 | Silber |
| Ingrid Aigner | 25 | Bronze |
| Waltraud Aigner | 25 | Bronze |
| Maria Bauernfeind | 25 | Bronze |
| Silvia Kaiselgruber | 25 | Bronze |
| Gerald Kastner | 25 | Bronze |
| Eugen König | 25 | Bronze |
| Thomas Leonhartsberger | 25 | Bronze |
| Angela Offenthaler | 25 | Bronze |
„Die OÖ Rettungs‑Dienstmedaille wird an Personen verliehen, die einer Rettungsorganisation in Oberösterreich angehören und über den vorgesehenen Zeitraum im Rettungswesen tätig waren.“
Regionale Bedeutung: Erfahrung als Ressource
Solche Ehrungen sind mehr als symbolische Anerkennung: Sie dokumentieren die institutionelle Wissensbasis, auf die die Rettungsorganisationen im Bezirk Perg zurückgreifen können. Langjährige Einsatzkräfte bringen Routine, Ortskenntnis und eine tiefe Kenntnis medizinischer Abläufe mit, die in Notfällen direkten Einfluss auf Patientinnen‑ und Patientenverläufe haben können. Zudem prägen sie die Ausbildung jüngerer Kolleginnen und Kollegen und tragen zur Stabilität der lokalen Strukturen bei.
Für die Gemeinden des Bezirks Perg stellt sich damit auch die Frage nach der künftigen Personalentwicklung: Altersstruktur, Qualifizierung und Fortbildung der Einsatzkräfte sind zentrale Stellgrößen für die Aufrechterhaltung der Versorgungsqualität. Die Ehrungen machen deutlich, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Wissens in wenigen, langjährigen Mitarbeitenden gebündelt ist.
Folgen für Einsatzbereitschaft und Nachwuchs
- Erfahrung erhöht die Einsatzsicherheit, wirkt stabilisierend in stressigen Lagen.
- Wenn langjährige Kräfte in absehbarer Zeit in Pension gehen, entsteht ein Bedarf an zielgerichteter Nachqualifikation.
- Anerkennungen wie die Rettungs‑Dienstmedaille können Motivation und Bindung der Freiwilligen stärken, sind aber kein Ersatz für langfristige Personalstrategien.
Für die Bevölkerung des Bezirks bedeutet das: Die aktuelle Einsatzfähigkeit beruht zu einem wesentlichen Teil auf dem Engagement einzelner, erfahrener Teammitglieder. Gemeinden, Rettungsorganisationen und Bezirksverantwortliche sind gefordert, Übergangspläne zu entwickeln, Ausbildungskapazitäten zu sichern und Anreize für den Rettungsnachwuchs zu schaffen, damit die Qualität der präklinischen Versorgung auch künftig gewährleistet bleibt.
Die Verleihung im Linzer Landhaus wurde von Landeshauptmann Thomas Stelzer vorgenommen; sie stellt eine landesweite Form der Würdigung dar, die lokale Leistungen ins Rampenlicht rückt. Fotos von der Verleihung sind laut Mitteilung verfügbar und dokumentieren den offiziellen Akt.
Die Ehrung der zwölf Einsatzkräfte aus Perg ist ein Moment des Dankes an Menschen, die über Jahrzehnte bereitstanden, um in Notlagen zu helfen. Zugleich wirft sie einen Blick auf organisatorische Herausforderungen: Wie lässt sich das Erfahrungswissen sichern und wie lassen sich neue Ehrenamtliche beziehungsweise professionelle Kräfte nachhaltig binden? Die Antworten werden entscheiden, wie belastbar die Rettungsversorgung im Bezirk Perg auch in Zukunft bleibt.