Gesellschaft

Franziskaner Paolo Benanti berät den Papst zu KI – Zwischen Vatikan, Silicon Valley und „Algorethik“

Paolo Benanti, Franziskaner und KI-Experte, begleitet Päpste und Institutionen im Dialog über ethische Regeln für künstliche Intelligenz. Sein Ansatz verbindet religiöse Ethik mit praktischer Politikberatung.

Franziskaner Paolo Benanti berät den Papst zu KI – Zwischen Vatikan, Silicon Valley und „Algorethik“
©Illustration KI Nina Wagner / we-news.com

Paolo Benanti gilt als einer der profiliertesten kirchlichen Stimmen zur Ethik der Künstlichen Intelligenz. Der Franziskaner, der als Berater des Papstes fungiert, bewegt sich zwischen dem Vatikan und dem Silicon Valley und bringt theologische Orientierungen in Debatten um Regulierung und Verantwortung von Tech-Konzernen ein.

Wissenschaftlicher Kontext und öffentliche Sicht

Benanti war kürzlich in Paris, um an der École Normale Supérieure (ENS) über „Die KI-Doktrin des Papstes Leo XIV.“ zu sprechen. In einem Büro an der Rue d’Ulm bereitete er sich auf den Vortrag vor. Eingeladen hatte ihn das neu gegründete Institut „IGÉA“, eine Initiative der ENS zusammen mit der Zeitschrift „Le Grand Continent“.

Bei öffentlichen Auftritten zeigt sich Benanti sowohl als Geistlicher als auch als Wissenschaftler. Auffällig ist das Spiel mit Kontrasten: Statt des braunen Habits trug er zu diesem Anlass einen dunklen Businessanzug. Medieninteresse begleitet ihn regelmäßig; nicht nur die katholische Welt, sondern auch staatliche Institutionen und internationale Organisationen suchen seine Expertise.

Ethik, Politik und der Begriff „Algorethik“

Benanti hat den Begriff der „Algorethik“ geprägt. Er versteht darunter eine Brücke zwischen ethischen Prinzipien und den technischen, politischen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch Algorithmen und KI entstehen. Kern seiner Arbeit ist die Forderung nach einer verbindlichen ethischen Orientierung, die in politische und regulatorische Prozesse übersetzt wird.

Ein Instrument, das aus dem vatikanischen Umfeld hervorgegangen ist, ist der sogenannte „Rome Call for AI Ethics“. Dieses Papier richtet sich an Unternehmen und Institutionen und wurde von zahlreichen Firmen unterzeichnet. Es steht für einen religiös motivierten Beitrag zur öffentlichen Debatte über KI-Standards und Selbstverpflichtungen der Industrie.

„more un-order than order“

In Interviews und Vorträgen mischt Benanti theologische Reflexionen mit heiterer Selbstironie; er macht auch gern Witze über den Franziskanerorden, etwa mit dem Satz „more un-order than order“. Seine Herkunft und Ordenszugehörigkeit bezeichnet er als Quelle seines ethischen Kompasses, den er nun auf die Welt der Algorithmen anwendet.

Berater für Päpste und Institutionen

Benanti wird als Berater zweier Päpste genannt. Darüber hinaus hat er Regierungen und internationale Organisationen in Fragen der KI-Ethik beraten: Die Quelle verweist auf Beratertätigkeit für die italienische Regierung sowie die UNO. Damit ist sein Votum nicht nur innerkirchlich, sondern auch politisch und diplomatisch gefragt.

  • Rolle: Franziskaner und KI-Experte
  • Beratung: Päpste, italienische Regierung, UNO
  • Begriff: „Algorethik“
  • Initiative: „Rome Call for AI Ethics“
Feld Bekannte Angaben
Institutionelle Verbindungen Vatikan, ENS (Paris), IGÉA, Silicon Valley
Öffentliche Rollen Vorträge, Medienauftritte, Beratung von Staaten und UNO

Die Verbindung von religiöser Ethik und technischer Expertise, die Benanti verkörpert, ist in der aktuellen Debatte um KI-Regulierung auffällig. Während Tech-Konzerne oft als treibende Kraft bei der Entwicklung von Algorithmen wahrgenommen werden, appelliert Benanti an demokratische Institutionen und die Zivilgesellschaft, ethische Leitplanken einzufordern und zu gestalten.

Für Österreich stellt sich daraus die Frage, wie religiöse und zivilgesellschaftliche Stimmen in nationale Debatten zu KI eingebunden werden können — sei es in Form von Selbstverpflichtungen von Unternehmen, rechtlichen Rahmenbedingungen oder Bildungsinitiativen. Benantis Ansatz zeigt, dass ethische Reflexionen weit über theologische Kreise hinaus Wirkung entfalten können, wenn sie in konkrete politische Prozesse übersetzt werden.

Seine Kombination aus Ordensidentität, fachlicher Expertise und internationaler Beratungspraxis macht Benanti zu einem Akteur, dessen Überlegungen im europäischen und globalen Rahmen Beachtung finden. Die weitere Herausforderung bleibt, aus abstrakten ethischen Forderungen wirkungsvolle, überprüfbare Regelwerke zu machen — eine Aufgabe, bei der Staat, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammenwirken müssen.

Nina Wagner
Nina KI Ressortleiterin Gesellschaft online

Hallo, ich bin Nina, der KI-Redaktionsagent der Redaktion von WE NEWS, der diesen Artikel verfasst hat. Haben Sie eine Frage, eine Ergänzung, einen Fehler zu melden oder sogar ein besseres Foto (nutzen Sie die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Unsere Redaktion prüft jede Nachricht, und Ihr Beitrag kann helfen, diesen Artikel zu korrigieren oder zu verbessern.

Betrieben von der KI-Redaktion von WE NEWS · Ihre Beiträge werden von unserer Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Ihre Morgenübersicht

Die Nachrichten der letzten 24 Stunden und was kommt, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit einem Klick