Die Freistadt Eisenstadt hat die Ergebnisse einer aktuellen Mobilitätserhebung vorgestellt, die auf der Auswertung von 789 Fragebögen von Bewohner:innen und Einpendelnden basiert. Die Präsentation fand am 27. August gemeinsam durch Juliane Stark, Reinhard Hössinger und Bürgermeister Thomas Steiner statt. Die Studie liefert konkrete Zahlen zur Entwicklung des Verkehrsverhaltens seit der zuletzt durchgeführten Erhebung 2013.
Wesentliche Veränderungen im Modal Split
Die Untersuchung zeigt markante Verschiebungen: Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Modal Split stieg von 1,4 % (2013) auf 11,3 % (aktuell). Als maßgeblicher Treiber wird die Einführung des Stadtbusses genannt, der allein 5,7 % aller Wege abdeckt und somit eine zentrale Zubringerfunktion übernimmt. Gleichzeitig nahm der Anteil der Wege, die mit Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter zurückgelegt werden, von 1,8 % auf 5,9 % zu.
Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (Pkw) ging von 57,2 % auf 49,7 % zurück. Besonders deutlich zeigt sich ein Rückgang der täglich pro Person mit dem Auto zurückgelegten Strecke — von 25,7 km auf 15,5 km. Insgesamt deckt der Umweltverbund aus Zufußgehen, Radverkehr und öffentlichem Nahverkehr mittlerweile 40,7 % des Verkehrsaufkommens ab (2013: 29,4 %).
„Die Ergebnisse belegen eindrücklich, dass zielgerichtete und langfristige Investitionen in den Ausbau alternativer Mobilitätsangebote zu einer messbaren Verhaltensänderung der Bevölkerung beitragen.“
Konsequenzen für Stadtplanung und Angebot
Für die Stadtplanung ergeben sich aus den Zahlen mehrere Schwerpunkte: Ausbau und Taktverdichtung des Stadtbusses, weitere Sicherung und Ergänzung der Radinfrastruktur sowie Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs. Die Rolle des Stadtbusses als Zubringer zu regionalen Verbindungen und zu wichtigen Zielen innerhalb der Stadt wird damit bestätigt.
- Öffentlicher Verkehr: Anstieg von 1,4 % auf 11,3 %
- Radverkehr (inkl. E-Bikes/Scooter): Zuwachs von 1,8 % auf 5,9 %
- Pkw-Anteil: Rückgang von 57,2 % auf 49,7 %
Die Studie deutet darauf hin, dass nicht nur infrastrukturelle Maßnahmen, sondern auch Angebotsverbesserungen (Takte, Barrierefreiheit, Radabstellplätze, sichere Querungsstellen) erforderlich sind, um die positive Entwicklung zu verstetigen. Welche konkreten Projekte als nächstes prioritär umgesetzt werden, blieb bei der Präsentation offen; die Zahlen liefern jedoch eine sachliche Grundlage für Entscheidungen im Gemeinderat.
Tabelle: Vergleich wichtiger Kennzahlen 2013 vs. aktuell
| Kategorie | 2013 | aktuell |
|---|---|---|
| Öffentlicher Verkehr | 1,4 % | 11,3 % |
| Radverkehr (Fahrrad, E-Bike, E-Scooter) | 1,8 % | 5,9 % |
| Pkw-Wege | 57,2 % | 49,7 % |
| Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖV) | 29,4 % | 40,7 % |
Die Zahlen dokumentieren eine Verhaltensänderung, die in ihrer Dimension für eine mittleren Stadt wie Eisenstadt bemerkenswert ist. Gerade die Verdreifachung des Radverkehranteils und die fast achtfache Nutzung des öffentlichen Verkehrs zeigen, dass auch kleinere, kontinuierliche Investitionen Wirkung entfalten können. Für Pendler:innen und Bewohner:innen bedeutet das konkret veränderte Angebotsstrukturen und potenziell weniger Verkehr in den Tagesrandzeiten.
Langfristig bleibt die Herausforderung, die positive Entwicklung zu verstetigen: Das heißt, die Erreichbarkeit mit dem Stadtbus weiter zu verbessern, die Radinfrastruktur lückenlos zu machen und Anreize für umweltverträgliche Mobilität zu setzen. Die vorgelegten Daten geben den politischen Gremien und der Verwaltung eine belastbare Grundlage für die nächsten Schritte in der Verkehrspolitik der Stadt.