Verändertes Mobilitätsverhalten in Eisenstadt
Eine neue Mobilitätsbefragung der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) im Auftrag der Stadt dokumentiert deutliche Verschiebungen im Verkehrsverhalten der Eisenstädterinnen und Eisenstädter. Auf Basis von 789 vollständig auswertbaren Fragebögen aus dem Jahr 2025 zeigt die Auswertung gegenüber der letzten großen Erhebung aus 2013 einen spürbaren Rückgang des Pkw-Anteils und einen Zuwachs beim öffentlichen Verkehr sowie beim Radverkehr.
Öffentlicher Verkehr legt stark zu
Am deutlichsten fällt die Veränderung beim öffentlichen Verkehr aus: Während im Jahr 2013 nur 1,4 Prozent aller Wege mit Bus und Bahn zurückgelegt wurden, liegt dieser Wert 2025 bei 11,3 Prozent. Einen wichtigen Anteil daran hat der 2017 eingeführte Stadtbus, der laut Studie mittlerweile auf 5,7 Prozent aller Wege entfällt. Besonders ausgeprägt ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs bei Arbeits- und Bildungswegen: Bei Arbeitswegen beträgt der Anteil 17,4 Prozent, bei Schul- und Ausbildungswegen sogar 36,4 Prozent.
„Wir haben sehr bewusst in Alternativen zum Auto investiert. Jetzt sehen wir schwarz auf weiß: Diese Strategie wirkt“,
sagte Bürgermeister Thomas Steiner in Reaktion auf die Ergebnisse.
Ausbaupläne: Taktverdichtung und bessere Anbindung
Die Untersuchung hebt hervor, dass der Stadtbus häufig als Zubringer zu Regional- und Fernverbindungen dient. Die Stadt kündigt an, das Angebot weiter auszubauen: Geplant ist eine Taktverdichtung des Stadtbusses von derzeit 30 auf 15 Minuten. Konkrete Fahrplanänderungen oder ein Zeitplan für die Umsetzung wurden in den vorliegenden Ergebnissen nicht genannt.
Was die Zahlen konkret bedeuten
Die Daten geben Hinweise darauf, wie Mobilitätsstrategie und Infrastrukturmaßnahmen in den vergangenen Jahren greifen. Für die Stadtverwaltung sind die Resultate Bestätigung und Auftrag zugleich: Investitionen in Alternativen zum Pkw scheinen angenommen zu werden, gleichzeitig stehen Fragen zur weiteren Ausgestaltung des Angebots an. Relevante Folgewirkungen für Eisenstadt sind unter anderem:
- Höherer Bedarf an Taktverdichtungen und Kapazitäten im Stadtbus.
- Verbesserte Verknüpfung von Stadtbus und Regionalverkehr als Zubringerfunktion.
- Erhöhte Bedeutung des Radverkehrs für Alltagswege (konkrete Zahlen zum Radanteil listet die Studie als Zuwachs, ohne im Artikel genaue Prozentsätze zu nennen).
| Jahr | Bus & Bahn gesamt | Stadtbus (Anteil aller Wege) | Arbeitswege (ÖV) | Schul-/Ausbildungswege (ÖV) |
|---|---|---|---|---|
| 2013 | 1,4 % | – | – | – |
| 2025 | 11,3 % | 5,7 % | 17,4 % | 36,4 % |
Ausblick und offene Fragen
Die Untersuchung liefert der Stadtverwaltung eine empirische Grundlage für weitere Verkehrsentscheidungen. Offen bleiben jedoch Details zur Finanzierung und zum genauen Zeitplan der angekündigten Maßnahmen – etwa zur Umsetzung der Taktverdichtung auf 15 Minuten. Ebenso wichtig sind Fragen zur Infrastruktur für den Radverkehr (Abstellanlagen, sichere Radwegeführung) und zu Maßnahmen, die nachhaltiges Pendeln fördern könnten.
Für die Bevölkerung bedeutet der Wandel konkretere Angebote im öffentlichen Verkehr und bessere Alternativen zum Pkw. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, die Infrastruktur bedarfsgerecht auszubauen, damit die beobachteten Nutzungsgewinne dauerhaft werden und Verkehr, Klima und Lebensqualität in Eisenstadt davon profitieren.