Der vom VCÖ ausgelobte Mobilitätspreis Burgenland 2026 ging an das Projekt Velobus Neusiedl am See. Die Initiative organisierte im vergangenen Schuljahr eine begleitete Fahrradgruppe, die täglich zur Volksschule Neusiedl am Tabor fuhr. Die Auszeichnung wurde in Kooperation mit dem Land Burgenland und den ÖBB vergeben und vom VOR unterstützt.
Organisation und Wirkung des Velobus
Der Velobus ist eine von Erwachsenen begleitete Radgruppe: Teilnehmende Kinder fuhren zur gleichen Zeit und auf derselben Route gemeinsam zur Schule, an definierten Haltepunkten konnten weitere Kinder dazustoßen. Während nur an drei Tagen infolge Eisregen und Schnee pausiert werden musste, war das Angebot an Schultagen regelmäßig in Betrieb. Im Schnitt nutzten sieben Kinder pro Tag den Velobus, insgesamt waren 32 Kinder beteiligt. Zusammengerechnet leistete das Projekt 1.383 Fahrten und sparte dadurch etwa 7.000 Autokilometer ein.
- Projekt: Velobus Neusiedl am See
- Teilnehmer: 32 Kinder
- Durchschnitt pro Tag: 7 Kinder
- Fahrten insgesamt: 1.383
- Eingesparte Autokilometer: rund 7.000
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Teilnehmende Kinder | 32 |
| Durchschnitt pro Tag | 7 |
| Gesamtfahrten | 1.383 |
| Eingesparte Autokilometer | ~7.000 |
Die Jury hob neben dem direkten Nutzen für Gesundheit und Umwelt auch die praktische Umsetzbarkeit hervor: Durch begleitete Gruppen gewinnen Kinder Sicherheit im Straßenverkehr, und Eltern werden in Fahrgemeinschaften entlastet. Die Praxis zeigte, dass ein vergleichsweise geringer organisatorischer Aufwand den täglichen Schulweg sicherer und nachhaltiger gestalten kann.
„Die ausgezeichneten Projekte spiegeln die Schwerpunkte des Landes bei der Mobilität wider“, sagte Verkehrslandesrat Heinrich Dorner in der Laudatio.
Einordnung in die Landespolitik
Der Preis steht unter dem Motto „nachhaltig.effizient.innovativ“ und reiht den Velobus neben weiteren anerkannten Initiativen ein. Gewürdigt wurden außerdem die Initiative „Gemeinsam unterwegs“ der Marktgemeinde Litzelsdorf sowie die schrittweise Umstellung der Dieselbusflotte auf Elektrobusse durch die Verkehrsbetriebe Burgenland. Die Auszeichnung passt zu den aktuellen Zielen der Landesregierung: LR Dorner betonte die verstärkten Investitionen in moderne und sichere Radinfrastruktur in allen Bezirken. Parallel hat das Land heuer den Masterplan „Burgenland zu Fuß“ beschlossen, der das Zufußgehen im Alltag fördern soll.
VCÖ‑Expertin Klara Maria Schenk wies auf die positiven Effekte für Kinder hin: „Gemeinsam zur Schule radeln macht Spaß. Zudem kommen Kinder, die den Schulweg mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen, regelmäßig auf eine gesunde Portion Bewegung und erlangen Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr.“ Diese Aspekte dürften für Schulen und Eltern in Neusiedl am See den Anreiz erhöhen, ähnliche Projekte künftig zu prüfen oder bestehende Angebote auszubauen.
Für Neusiedl am See bedeutet die Auszeichnung sowohl eine Bestätigung des lokalen Engagements als auch eine Chance, das Thema aktive Mobilität weiter zu verankern. Praktische Fragen wie Betreuungspläne für Begleitpersonen, wetterbedingte Ausfallregelungen und die Einbindung weiterer Schulstandorte werden sich in der Folge stellen, wenn das Modell ausgeweitet werden soll. Zugleich dokumentiert der Preis, dass lokale Initiativen sichtbare Beiträge zu Klimaschutz, Verkehrssicherheit und Alltagsgesundheit leisten können.
Die Auszeichnung durch VCÖ, Land Burgenland und ÖBB schafft Aufmerksamkeit und bietet zugleich einen Anknüpfungspunkt für Gemeinden, Schule und Eltern, die aktive Mobilität im Alltag weiter zu stärken.