Die Flodders kehren zurück ins Fernsehen: RTL zeigt ab Donnerstag eine neue, sechsteilige Serie über die berüchtigte niederländische Familie, die vor rund 40 Jahren Kino und später TV geprägt hat. Die Neuauflage erzählt die Geschichten einer jüngeren Generation der Sippe und setzt einmal mehr auf Konflikt, Provokation und beißende Satire gegen vermeintliche Anstandswächter.
Handlung und Figuren
Im Zentrum der neuen Folgen steht Kees Flodder Junior (gespielt von Ghislaine van IJperen). Die Figur heiratet einen deutlich älteren Mann, der noch vor dem Traualtar stirbt und seine junge Frau zur reichen Witwe macht. Daraufhin zieht Kees gemeinsam mit der chaotischen Familienclique in eine Villa im Nobelviertel Eykendaal. Die neuen Nachbarn reagieren empört und versuchen, die Eindringlinge wieder loszuwerden. Damit bleibt das Grundmuster der Vorlage erhalten: Die Flodders stören die „gehobene“ Ordnung und offenbaren deren Heuchelei.
Kurzinfo zur Ausstrahlung
| Format | Angabe |
|---|---|
| Sender | RTL |
| Folgen | 6 |
| Sendezeit | Donnerstag, ab 20.15 Uhr bis 00.05 Uhr |
Ton, Rezeption und Kontext
Die Flodders waren schon zur Erstveröffentlichung polarisierend: Die ursprüngliche Familie provozierte durch derbe Sprache, offen gezeigte Sexualität und bewusst tabubrechende Situationen – eine Mischung, die Eltern und konservative Zuschauer damals schockierte, zugleich aber Kinder und Jugendliche begeisterte. Der Erfolg der Originalfilme und der nachfolgenden TV‑Serie ließ Figuren und Sprüche zur Popkultur werden.
Das Erfolgsprinzip der frühen Flodders lag allerdings nicht nur in der Komik, sondern in der satirischen Umkehrung von Moralvorstellungen: Während die Familie äußerlich asozial wirkt, treten die scheinbar respektablen Nachbarn oft als die eigentlichen Heuchler hervor. Diese Ambivalenz bleibt auch im neuen Spin‑off erhalten und ist Teil des anhaltenden Reizes der Vorlage.
„lekker fout“
Der Begriff „lekker fout“ – sinngemäß «schön schlecht» – fasst den Charme der Serie treffend zusammen: Unterhaltsam trotz (oder wegen) moralischer Verfehlungen. Die Neuauflage nennt sich strikt genommen nicht »Remake«, sondern Spin‑off; dennoch folgen Handlungsmuster und Tonfall eng den Originalwerken.
Was das für Zuseherinnen und Zuseher bedeutet
- Wer die Klassiker kennt, trifft auf vertraute Muster und satirische Spitzen gegen die obere Mittelschicht.
- Neuinteressierte sollten mit rauer Sprache und provokanten Szenen rechnen; die Serie ist keine konservative Familienkomödie.
- Film‑ und TV‑Fans können die Ausstrahlung als Gelegenheit sehen, die Rezeptionsgeschichte eines kontroversen Popkulturphänomens zu verfolgen.
Für die Freizeit‑Planung bietet die Rückkehr der Flodders einfachen TV‑Unterhaltungswert: Sechs Folgen, jeweils gebündelt am selben Abend, ermöglichen einen satirisch‑launigen Serienabend. Wer die Ursprünge der Figuren nicht kennt, kann anschließend bei Wiederholungen oder Streamingangeboten nachlegen und die Entwicklung von Film zu Serie nachvollziehen.
Insgesamt bleibt die neue Reihe ein Beispiel dafür, wie langlebige TV‑Charaktere immer wieder aufgegriffen werden, um aktuelle Debatten über Anstand, Klasse und Komik neu zu erzählen – und dabei weiterhin für Diskussionsstoff sorgen.