In Hessen sind in diesem Jahr bisher zehn Fälle der sogenannten Hasenpest entdeckt worden. Das teilte das hessische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Die Erkrankung, die auch für Menschen ansteckend sein kann, wurde regional konzentriert gemeldet.
Räumliche Verteilung und Vergleich zu Vorjahren
Die gemeldeten Fälle verteilen sich auf drei Landkreise: Gießen (4), Main-Kinzig (3) und Limburg-Weilburg (3). Bundesweit lagen den Behörden bis zum 9. September 129 Meldungen vor.
| Landkreis | Anzahl Fälle 2026 |
|---|---|
| Gießen | 4 |
| Main-Kinzig | 3 |
| Limburg-Weilburg | 3 |
Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden in Hessen insgesamt 24 Fälle registriert, 2024 waren es 7. Die aktuell höhere Anzahl scheint Teil eines bundesweiten Anstiegs zu sein.
Was ist Hasenpest und wie äußert sie sich?
Die Hasenpest wird durch stäbchenförmige Bakterien verursacht. Hauptsächlich betroffen sind Feldhasen, bei denen die Infektion oft tödlich verläuft. Erkranke Tiere zeigen nach Angaben der Behörden häufig starken Gewichtsverlust, wirken teilnahmslos und verlieren ihre natürliche Scheu vor Menschen – Eigenschaften, die das Gefährdungsrisiko für unbeabsichtigte Kontakte erhöhen können.
Beim Menschen beginnt eine Infektion meist mit grippeähnlichen Beschwerden: Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen werden genannt. Eine rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika ist in den meisten Fällen möglich und wirksam.
Ursachen für den Anstieg
Als möglicher Grund für die höheren Fallzahlen auf Bundesebene wird eine größere Hasendichte genannt. Ob daneben weitere Faktoren wie Witterung, Nahrungsangebot oder Veränderungen in der Lebensraumstruktur eine Rolle spielen, wird in den aktuellen Meldungen nicht näher ausgeführt.
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Direkte Gefährdungen für Menschen gelten als selten, doch empfehlen die Behörden, beim Umgang mit Wildtieren und toten Tieren Vorsicht walten zu lassen. Konkrete Hinweise, wie sich Bürgerinnen und Bürger schützen können, lauten:
- Keinen direkten Kontakt zu auffälligen oder toten Wildtieren herstellen.
- Tiere nicht mit bloßen Händen berühren; bei unvermeidbarem Kontakt Schutzhandschuhe und geeignete Hygienemaßnahmen verwenden.
- Sichtbare Verhaltensänderungen bei Wildtieren den örtlichen Behörden oder den Jagd- und Forstbehörden melden.
Wer nach Kontakt zu einem kranken oder toten Tier grippeähnliche Symptome bemerkt, sollte ärztlichen Rat suchen und auf einen möglichen Tierkontakt hinweisen, damit die Diagnose gezielt gestellt und eine Behandlung eingeleitet werden kann.
Regionale Aufmerksamkeit und weitere Schritte
Die Meldungen in den drei Landkreisen folgten bereits Fällen in anderen Teilen Hessens in den Vorjahren. 2025 waren Erkrankungen unter anderem aus Stadt und Landkreis Kassel sowie aus Groß-Gerau, Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf bekannt.
Das Landwirtschaftsministerium hat die Zahlen auf Anfrage bestätigt, nähere Einzelheiten zu Untersuchungs- oder Überwachungsmaßnahmen wurden in der Mitteilung nicht genannt. Für Landwirtinnen und Landwirte, Jägerinnen und Jäger sowie Personen mit regelmäßigem Kontakt zu Wildtieren dürften weiterführende Informationen und Verhaltensregeln von Gesundheits- und Veterinärämtern relevant sein.
Auf Bundesebene wird die Lage weiterhin erfasst: Die Fallzahlen werden fortlaufend gemeldet und ausgewertet, um mögliche Ausbreitungsmuster zu erkennen und Schutzmaßnahmen anzupassen.
Für die Bevölkerung bleibt wichtig: Aufmerksames Verhalten in der Natur, kein direkter Umgang mit auffälligen Tieren und frühzeitige ärztliche Abklärung bei Symptomen. Die derzeitigen Daten legen nahe, dass die Krankheit zwar in Wildbeständen häufiger vorkommt, aber bei rechtzeitiger Behandlung für Menschen meist gut behandelbar ist.