Die SPD/Volt-Fraktion im Würzburger Stadtrat hat für die kommende Sitzung am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, um Klärung über die Kostenentwicklung beim Mainfranken Theater zu erzwingen. Hintergrund sind jüngste Medienberichte, in denen von möglichen Gesamtkosten in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro die Rede war – deutlich mehr als der zuletzt beschlossene Rahmen.
Schon beschlossener Kostenrahmen deutlich niedriger
Erst im Juni hatte der Stadtrat einer Anhebung des Kostenrahmens zugestimmt. Damals lagen die veranschlagten Kosten bei rund 135 Millionen Euro. Sollte sich die in den Medien genannte neue Summe bestätigen, fordern die beiden Fraktionen eine umfassende Prüfung aller denkbaren Handlungsoptionen.
„Sollte sich die genannte Summe bestätigen, fordern SPD und Volt eine offene Prüfung aller Optionen.“
Zum Prüfprogramm zählen laut Antrag unter anderem ein unmittelbarer Baustopp sowie die Frage, ob ein Abriss mit anschließendem Neubau wirtschaftlicher wäre als die Sanierung des bestehenden Gebäudes. Die Fraktion begründet ihr Vorgehen mit dem Informationsbedürfnis der Stadt und der Notwendigkeit, verlässliche Zahlen zu erhalten, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.
Konsequenzen für Stadt, Kultur und Bauprojekt
Die Debatte berührt mehrere Ebenen: Neben der rein finanziellen Frage hat jeder der diskutierten Schritte Auswirkungen auf den kulturellen Betrieb, die Beschäftigten und die bauliche Entwicklung in Würzburg. Ein Baustopp würde die Zeitpläne verändern und vermutlich zusätzliche Kosten verursachen; ein Abriss und Neubau dagegen könnte langfristig andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen. Die Stadtverwaltung ist jetzt gefordert, belastbare Daten vorzulegen, damit der Stadtrat fundiert entscheiden kann.
- Bekannter Kostenrahmen (Juni): rund 135 Millionen Euro
- In Medien genannten möglichen Kosten: bis zu 250 Millionen Euro
- Geforderte Prüfoptionen: Baustopp, Abriss mit Neubau, umfassende Kostenprüfung
Die SPD/Volt-Fraktion setzt mit dem Dringlichkeitsantrag darauf, dass die Verwaltung schnell und transparent Auskunft gibt. Für viele Stadtratsmitglieder dürfte entscheidend sein, ob die höheren Zahlen belastbar sind oder ob es sich um vorläufige Schätzungen handelt, die noch korrigiert werden können.
Offene Fragen und die Rolle des Stadtrats
Zu den offenen Fragen gehört, welche Ursachen für die möglichen Mehrkosten genannt werden – etwa geänderte Bauanforderungen, steigende Material- und Arbeitskosten oder unerwartete Schäden am Bestandsgebäude. Zudem wird von Bedeutung sein, ob es bereits Vertragsstrafen, Haftungsfragen oder Förderzusagen gibt, die ein Abrissszenario erschweren oder verteuern würden. Solche Angaben liegen in der Regel bei der Verwaltung und in Gutachten, die nun dem Stadtrat vorgelegt werden müssten.
Die Stadtratssitzung am Donnerstag wird zeigen, wie weit die Mehrheit im Plenum bereit ist, den Forderungen von SPD und Volt zu folgen oder alternative Prüfaufträge zu formulieren. In jedem Fall wird die Ratssitzung zur nächsten wichtigen Etappe in einer Debatte, die nicht nur ein Bauprojekt, sondern auch das Vertrauen in kommunale Planung und Haushaltsdisziplin berührt.
| Stand | Summe |
|---|---|
| Beschlossener Rahmen (Juni) | ~135 Mio. € |
| In Medien genannte mögliche Kosten | bis zu 250 Mio. € |
Die Debatte um das Mainfranken Theater wird von mehreren Seiten aufmerksam verfolgt: Kulturträger, die Beschäftigten des Hauses, Bürgerinnen und Bürger sowie die städtischen Gremien. Sie alle haben ein Interesse an verlässlichen Informationen, um die wirtschaftlichen und kulturellen Folgen abzuschätzen. Die Verwaltung ist nun am Zug, die Frage der Kostentransparenz kurzfristig zu klären.