Die S‑Bahn im Großraum Stuttgart ist nach einer rund achtwöchigen Sperrung wieder über die wichtige Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen unterwegs. Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte mit, der normale Betrieb sei seit 4.00 Uhr am Morgen wieder angelaufen. Die Maßnahme beendete eine Phase, in der Hunderttausende Pendlerinnen und Pendler auf Ersatzbusse und geänderte Zugverbindungen angewiesen waren.
Gründe für die Sperrung und Arbeiten im Tunnel
Hintergrund der monatelangen Arbeiten sind Maßnahmen zur Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens sowie Gleiserneuerungen in der Wendeschleife der S‑Bahn nahe der Haltestelle Schwabstraße. Weil sich die Gleisarbeiten in der Wendeschleife nicht parallel zu den übrigen Bauabschnitten durchführen ließen, war die umfassendere Sperrung über die Sommerferien notwendig. Die Deutsche Bahn betonte, dass die Kombination der Maßnahmen zu der in diesem Jahr längeren Unterbrechung geführt habe.
Folgen für Pendler und Ersatzverkehre
Während der Sperrung haben laut Angaben der Bahn die Ersatzbusse rund 19.000 Fahrten geleistet und boten täglich Platz für bis zu 60.000 Personen. Insgesamt nutzen im normalen Betrieb etwa 350.000 Fahrgäste täglich die S‑Bahn Stuttgart; für diese Gruppe bedeutete die Sperre deutliche Umwege und veränderte Anschlüsse.
- Regulärer Betrieb auf der Stammstrecke wieder aufgenommen (seit 4.00 Uhr).
- Ersatzbusse führten während der Sperre etwa 19.000 Fahrten durch.
- Bis zu 60.000 Fahrgäste konnten täglich in Ersatzbussen befördert werden.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Tägliche S‑Bahn‑Nutzer (normal) | 350.000 |
| Ersatzbus‑Fahrten während Sperre | 19.000 |
| Kapazität Ersatzbusse/Tag | bis 60.000 |
Die Sperrung wirkte sich zudem auf den Regional‑ und Fernverkehr aus: Da oberirdische Gleise am Hauptbahnhof für S‑Bahn‑Verkehre benötigt wurden, konnten nicht alle Regional‑ und Fernzüge planmäßig in Stuttgart halten. Stattdessen wurden zahlreiche Züge ersatzweise in Esslingen am Neckar oder Vaihingen (Enz) bedient.
„Der Betrieb ist seit 4.00 Uhr wieder regulär angelaufen“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn.
Ausblick: Weitere Sperrungen unklar
Ob sich Pendlerinnen und Pendler in den kommenden Sommerferien erneut auf umfangreiche Unterbrechungen einstellen müssen, ist derzeit nicht verbindlich zu beantworten. Die Deutsche Bahn erklärt, dass die notwendigen Sperrungen für die Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 und des Digitalen Knotens sowie erforderliche Arbeiten an der bestehenden Infrastruktur derzeit aufeinander abgestimmt werden. Bis zu einer abschließenden Koordinierung könne die Bahn keine definitive Aussage zu möglichen Sperrzeiten 2027 treffen.
Für Stuttgarterinnen und Stuttgarter bleiben damit zwei Fragen zentral: Erstens, wie die Balance zwischen kurzfristigen Einschränkungen und langfristigen Modernisierungen künftig gestaltet wird; zweitens, wie gut die Alternativkonzepte – sei es Ersatzbusse oder Umleitungen des Regionalverkehrs – in Spitzenzeiten funktionieren. Die Erfahrungen dieser acht Wochen werden bei Planungen für kommende Bauphasen eine wichtige Rolle spielen.
Verkehrsbetriebe und Deutsche Bahn stehen nun vor der Aufgabe, die neu gewonnenen Kapazitäten und digitalen Komponenten in den laufenden Betrieb zu integrieren und zugleich die Kommunikation mit Pendlern zu verbessern, damit künftige Eingriffe weniger starke Auswirkungen auf den Alltag in der Region haben.