Ein heftiger Starkregen am vergangenen Freitag hat im Schulzentrum Nord in Norderstedt zu Gebäudeschäden geführt und das Unterrichtsgeschehen beeinträchtigt. Nach Angaben der Stadt haben sich während des Unwetters Deckenelemente in einem Chemieraum gelöst; dieser Raum sowie ein angrenzender Vorbereitungsraum sind derzeit nicht nutzbar.
Kein Personenschaden, aber Einschränkungen im Lehrbetrieb
Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek betonte, dass weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrkräfte gefährdet oder verletzt worden seien. Dennoch seien Reparaturen erforderlich; einige Bereiche zeigten Wasserflecken, und ein Flur sei vorübergehend gesperrt.
„Schülerinnen, Schüler oder Lehrkräfte waren zu keiner Zeit gefährdet oder sind verletzt worden.“
Die Schulleitung hat den Chemieunterricht bereits angepasst. Marika Peters, Leiterin des Lessing-Gymnasiums, erklärte, dass der Unterricht bis zur Behebung des Schadens in Klassenräumen stattfinde. Ursache für das Eindringen von Wasser war nach ihren Angaben eine bereits zuvor vorhandene Beschädigung des Außendachs in diesem Gebäudebereich; die abgehängten Platten aus Pappe hätten sich vollgesogen und schließlich gelöst.
Kontext: Neubau und große Sanierungspläne
Das Schulzentrum Nord besteht aus einem Gebäudekomplex, der ursprünglich 1976 eingeweiht wurde und nach dem sogenannten „Kasseler Modell“ geplant ist. Für mehrere Schulen dieses Baualters hat die Stadt Norderstedt bereits Sanierungsmaßnahmen beschlossen. Auf dem Gelände an der Moorbekstraße entsteht derzeit ein mehrstöckiger Neubau, der von beiden Schulen genutzt werden soll und Platz für Fachräume und Klassen schafft.
- Neubau: rund 30 Millionen Euro, enthält 20 Klassenräume sowie Fachräume für Kunst und Textiles Werken.
- Fertigstellung Neubau: geplant für Anfang 2027.
- Entkernung und Sanierung des Altbaus: kalkuliert mit etwa 70 Millionen Euro, Beginn voraussichtlich Mitte/Ende 2027.
- Übergangsunterricht: vorübergehende Nutzung von Containern auf dem Schulgelände; vollständige Runderneuerung ist bis etwa 2031 vorgesehen.
| Maßnahme | Zeitrahmen | Kosten |
|---|---|---|
| Neubau Moorbekstraße | Anfang 2027 (Fertigstellung geplant) | ~ 30 Millionen Euro |
| Sanierung Altbau | Beginn voraussichtlich Mitte/Ende 2027 | ~ 70 Millionen Euro |
| Komplette Runderneuerung | Voraussichtlich bis etwa 2031 | — |
Folgen für Schülerinnen, Schüler und Personal
Kurzfristig bedeutet der Wasserschaden für die betroffenen Klassen, dass Fachunterricht – vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich – improvisiert werden muss. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Reparaturarbeiten zeitnah anzugehen; genaue Termine für die Wiederfreigabe der gesperrten Räume lagen zunächst nicht vor. Langfristig sollen die laufenden Neubau- und Sanierungsarbeiten die Situation entspannen: Nach Fertigstellung des Neubaus werden Unterrichtsräume und Fachräume neu organisiert, und der Altbau soll anschließend grundlegend modernisiert werden.
Während der Sanierungsphase ist mit weiteren Umstellungen zu rechnen: Teilweise gemeinsame Nutzung von Räumen durch das Lessing-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule Friedrichsgabe, Nutzung von Containern auf dem Gelände und befristete Verlagerungen von Fachunterricht gehören zu den bereits geplanten Maßnahmen. Die Stadtverwaltung und die Schulleitungen bleiben Ansprechpartner für Eltern, Schülerinnen und Schüler, wenn weitere Informationen zu Stundenplänen oder Raumnutzungen nötig sind.
Der Vorfall macht deutlich, wie verwundbar ältere Schulgebäude gegenüber Extremwetterereignissen sind und unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung der jetzt laufenden Investitionen in Neubau und Sanierung, um den Unterrichtsbetrieb langfristig sicher und modern zu gestalten.