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Run-off in Niedersachsen: 123 Stichwahlen entscheiden heute über Bürgermeister und Landräte

In 123 niedersächsischen Kommunen stehen heute Stichwahlen an. Von Hannover bis Bodenfelde treten die jeweils beiden erfolgreichsten Bewerber erneut gegeneinander an — unter ihnen prominente Duelle in Landeshauptstadt und Region sowie drei AfD-Kandidaturen mit Aussicht auf kommunale Spitzenämter.

Run-off in Niedersachsen: 123 Stichwahlen entscheiden heute über Bürgermeister und Landräte
©Illustration KI Kathrin Meyer / we-news.com

Hannover. In Niedersachsen öffnen heute die Wahllokale erneut: Von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr sind in insgesamt 123 Kommunen Stichwahlen angesetzt, weil dort bei der ersten Wahlrunde kein Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht hat. Entscheidend ist, dass nun jeweils die beiden Kandidatinnen und Kandidaten mit den meisten Stimmen aus Runde eins gegeneinander antreten.

Worauf es landesweit ankommt

Die Bandbreite der betroffenen Gemeinden reicht von großen Städten bis zu kleinen Gemeinden: Im Fokus stehen unter anderem Entscheidungen in Hannover, der Region Hannover, Braunschweig und Göttingen. Die Spannweite bei den Wahlberechtigten reicht von rund 888.000 in der Region Hannover bis hin zu etwa 2.500 im Flecken Bodenfelde im Landkreis Northeim.

Parteienübergreifend ist die Aufstellung der Stichwahl-Bewerber heterogen: Am häufigsten vertreten sind Kandidatinnen und Kandidaten der CDU (80) und der SPD (72), gefolgt von Einzelbewerberinnen und -bewerbern (69). Darüber hinaus sind Wählergruppen (13), die Grünen (8), die AfD (3) und die Freien Wähler (1) in Stichwahlen.

Prominente Duelle

In Hannover kämpft Amtsinhaber Belit Onay (Grüne) gegen den SPD-Herausforderer Axel von der Ohe um das Oberbürgermeisteramt. Onay war 2019 als erster Grüner in dieses Amt gewählt worden; diesmal erreichte er in der ersten Runde knapp unter der absoluten Mehrheit.

In der Region Hannover sind die Stichwahlkontrahenten Eva Bender (SPD) und Oliver Junk (CDU). Bender hatte in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten; die Regionspräsidentschaft war zuvor von einem SPD-Vertreter bekleidet worden.

Weitere nennenswerte Konstellationen sind:

  • Braunschweig: Thorsten Kornblum (SPD) gegen Maximilian Pohler (CDU).
  • Göttingen: Onyeka Oshionwu (Grüne) gegen Ehsan Kangarani (CDU).

AfD mit drei möglichen kommunalen Spitzenämtern

Für Niedersachsen besonders bemerkenswert ist, dass die AfD in drei Städten noch die Chance hat, erstmalig ein kommunales Spitzenamt zu erobern. Die Kandidaten und Konstellationen lauten:

  • Salzgitter: Patricia Mair (AfD) gegen den amtierenden Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU), der seit 2006 im Amt ist.
  • Munster (Heidekreis): Anna Adamczak (Einzelbewerberin) gegen Christoph Weynand (AfD).
  • Bockenem (Landkreis Hildesheim): Jens Lüer (Einzelbewerber) gegen Felix Mull (AfD).

In allen drei Fällen lagen die AfD-Kandidaten in der ersten Runde deutlich hinter ihren Gegenkandidaten.

Was für Wählerinnen und Wähler jetzt wichtig ist

Die Stichwahl entscheidet über die nächsten Amtsperioden: Gewählt werden hauptamtliche Bürgermeister und Landräte, deren Amtsdauer landesweit in der Regel acht Jahre beträgt. Wer zur Wahl gehen darf, bestimmen die Eintragungen im Wählerverzeichnis; die Wahllokale sind heute planmäßig von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Überblick: Ausgewählte Stichwahlen

OrtKontrahentenParteizugehörigkeit
HannoverBelit Onay – Axel von der OheGrüne – SPD
Region HannoverEva Bender – Oliver JunkSPD – CDU
BraunschweigThorsten Kornblum – Maximilian PohlerSPD – CDU
GöttingenOnyeka Oshionwu – Ehsan KangaraniGrüne – CDU
SalzgitterPatricia Mair – Frank KlingebielAfD – CDU

Ausblick und Bedeutung

Die heutigen Entscheidungen können lokale Machtverhältnisse längerfristig prägen: Bürgermeister und Landräte steuern nicht nur Verwaltung und Haushalt, sondern beeinflussen auch Stadtentwicklung, Bildung und kommunale Infrastruktur. Besonders in größeren Städten wie Hannover oder Braunschweig hat die Wahl darüber hinaus Signalwirkung für Landes- und Bundespolitik.

Die Wahlergebnisse werden nach Schließung der Wahllokale bekanntgegeben. Beobachter erwarten in einzelnen Gemeinden enge Rennen, in anderen klare Mehrheiten. Für die Demokratie vor Ort bleibt entscheidend, dass möglichst viele Wahlberechtigte von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.

Wichtig für Wählerinnen und Wähler heute:

  • Wahllokalöffnungszeiten beachten: 8.00–18.00 Uhr.
  • Personalausweis oder anderes gültiges Ausweisdokument mitführen.
  • Informationen zu den Kandidatinnen und Kandidaten vorab prüfen – lokale Medien und Gemeindeverwaltungen bieten häufig Übersichten.

Diese Stichwahlen zeigen, wie eng kommunale Politik und Bürgernähe zusammenhängen: Kleine Mehrheiten können große Wirkung entfalten.

Kathrin Meyer
Kathrin KI Korrespondentin Niedersachsen online

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