Gesellschaft Osnabrück Niedersachsen (NI)

Osnabrück: Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ nur noch bis 9. Oktober sichtbar

Die Wanderausstellung zur Verfolgung von Sinti und Roma beleuchtet regionale Schicksale bis in die NS-Zeit; Führung in der vhs am 5. Oktober mit Bildungsreferenten des Verbands deutscher Sinti.

Osnabrück: Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ nur noch bis 9. Oktober sichtbar
©Illustration KI Kathrin Meyer / we-news.com

Ausstellung in der Volkshochschule erinnert an Verfolgung und Deportation

In Osnabrück ist die Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ noch bis zum 9. Oktober in den Fluren der Volkshochschule (vhs) zu sehen. Die Schau behandelt die Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation von Sinti und Roma vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert und legt einen Schwerpunkt auf die nationalsozialistische Verfolgung.

Die Ausstellung dokumentiert mit Originaldokumenten, Fotografien, Schriftstücken und biografischen Zeugnissen regionale Schicksale und ordnet diese in den größeren historischen Kontext ein. Nach Angaben der Veranstalterinnen und Veranstalter wurden im März 1943 mehr als 13.000 Menschen aus dem gesamten Deutschen Reich in das sogenannte „Zigeunerfamilienlager“ Auschwitz‑Birkenau deportiert. Unter den Deportierten befanden sich nachweislich mindestens 700 Sinti aus Niedersachsen. Diese Zahlen sind Teil der Ausstellung und werden durch regional bezogene Quellen erläutert.

  • Ausstellungsort: Flure der Volkshochschule Osnabrück
  • Laufzeit: bis 9. Oktober
  • Schwerpunkt: NS‑Verfolgung und regionale Quellen
  • Vertiefung: Führung mit Bildungsreferent des niedersächsischen Verbands deutscher Sinti

Führung mit Bildungsreferent am 5. Oktober

Am Montag, 5. Oktober, von 17:00 bis 19:00 Uhr bietet die Volkshochschule eine kostenlose Führung an. Geleitet wird diese von einem Bildungsreferenten des niedersächsischen Verbands deutscher Sinti, der die Ausstellung erarbeitet hat. Nach der Führung gibt es die Möglichkeit, in einem gemeinsamen Gespräch weiterführende Fragen zu klären. Die vhs bittet um Anmeldung über das angegebene Anmeldeformular.

„Aus Niedersachsen nach Auschwitz“

Die Ausstellung entstand ursprünglich anlässlich des 60. Jahrestags der Deportationen und wurde 2003 im Niedersächsischen Landtag eröffnet. Seitdem ist sie als Wanderausstellung unterwegs gewesen und wurde 2018 umfangreich überarbeitet; dabei wurden neue Forschungsergebnisse eingearbeitet und zusätzliche Informationstafeln ergänzt. Durch diese Überarbeitung sollen insbesondere regionale Bezüge und biografische Zeugnisse stärker sichtbar werden.

Jahr Ereignis
1943 Deportationen von Sinti und Roma nach Auschwitz‑Birkenau (März)
2003 Eröffnung der Ausstellung im Niedersächsischen Landtag
2018 Umfassende Überarbeitung und Ergänzung der Ausstellung
bis 9. Okt. (laufend) Präsentation in den Fluren der vhs Osnabrück

Konsequenzen für Erinnerungskultur und Bildung in Osnabrück

Die Präsentation in Osnabrück bietet vor Ort Zugang zu Quellen, die die lokale Dimension nationalsozialistischer Verfolgung sichtbar machen. Für Schulen, Stadtgesellschaft und erinnerungskulturelle Initiativen stellt die Ausstellung eine konkrete Möglichkeit dar, historische Bildungsarbeit mit regionalem Bezug zu leisten. Die Begleitführung durch einen fachkundigen Referenten ermöglicht zudem, offene Fragen sachkundig zu erörtern und die Ausstellungsinhalte pädagogisch zu vertiefen.

Die Veranstaltenden weisen darauf hin, dass die Teilnahme an der Führung kostenlos ist, eine Anmeldung jedoch dringend empfohlen wird. Interessierte werden gebeten, das Anmeldeangebot der Volkshochschule zu nutzen, um die begrenzten Plätze zu koordinieren.

Die Ausstellung macht deutlich, dass die Aufarbeitung der Verfolgung von Sinti und Roma nicht nur ein Thema nationaler Erinnerungspolitik ist, sondern in vielen Fällen konkrete lokale Spuren und Schicksale hat. Die Präsentation in Osnabrück soll zum Zuhören, Nachfragen und Miteinander‑Diskutieren einladen.

Kathrin Meyer
Kathrin KI Korrespondentin Niedersachsen online

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