Neue Leitung in der Feldmark
In der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen hat es einen Wechsel an der Spitze gegeben: Nina Gygax übernimmt die Leitung der Einrichtung in der Feldmark. Das nordrhein-westfälische Justizministerium bestätigte den Wechsel. Gygax ist 44 Jahre alt und folgt auf Elisabeth Nubbemeyer, die Ende Juli in den Ruhestand gegangen ist.
Die neue Anstaltsleiterin bringt mehrjährige Erfahrung im Strafvollzug mit und hat zuletzt die JVA Dortmund geleitet. In Gelsenkirchen obliegen ihr nun die Aufsicht und Organisation für die Menschen hinter den Mauern sowie die Leitung des Personals in einer der bedeutenden Justizeinrichtungen des Ruhrgebiets.
Werdegang und Erfahrungen
Gygax wurde in Hamm geboren, studierte Rechtswissenschaften in Münster und absolvierte ihr Referendariat am dortigen Landgericht. Im Mai 2010 trat sie in den Justizvollzugsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein und arbeitete seitdem in mehreren Anstalten. Zu den Stationen gehören unter anderem Bochum, Castrop-Rauxel, Herford und Werl. Außerdem war sie als Referentin in der Zentralstelle für Rechts- und Schadensangelegenheiten sowie im Justizministerium tätig.
Von November 2017 bis Juni 2022 vertrat sie die Anstaltsleitung in der JVA Münster, anschließend ab Juli 2022 in Werl. Seit Dezember 2023 leitete sie die JVA Dortmund, bevor sie nun nach Gelsenkirchen wechselte. Gygax ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Aufgaben und Zahlen in der Feldmark
Die JVA Gelsenkirchen betreut nach Angaben des Ministeriums rund 600 Gefangene und beschäftigt etwa 330 Mitarbeitende. Die Leitung muss sowohl den Sicherheitsbetrieb als auch Rehabilitations- und Resozialisierungsangebote organisieren. Solche Programme sind Teil des gesetzlichen Auftrags der Anstalten.
| Angabe | Zahl |
|---|---|
| Gefangene | ca. 600 |
| Mitarbeitende | ca. 330 |
| Alter der neuen Leiterin | 44 Jahre |
- Verantwortung für Sicherheit und Betrieb der Anstalt
- Organisation von Resozialisierungsmaßnahmen
- Personalführung für rund 330 Beschäftigte
Kontext: Kulturangebote und Alltag in der JVA
In den vergangenen Jahren haben Leitungen der JVA Gelsenkirchen und anderer Anstalten wiederholt kulturelle Angebote genutzt, um den Alltag der Inhaftierten zu strukturieren und Perspektiven zu eröffnen. Die damalige Leiterin Nubbemeyer hatte beispielsweise im März 2025 ein Rockkonzert in der Turnhalle organisiert. Solche Veranstaltungen dienten nicht nur der Ablenkung, sondern standen auch im Zusammenhang mit dem Ziel, Menschen auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten.
„Wir haben darüber hinaus den Auftrag, die Gefangenen auf ein straffreies Leben nach der Inhaftierung vorzubereiten.“
Diese Aussage stammt aus einem früheren Kontext, in dem Gygax bereits die Funktion einer Leiterin innehatte. In Dortmund hatte es unter ihrer Leitung ebenfalls Konzerte und kulturelle Angebote für Inhaftierte gegeben. Für Gelsenkirchen bedeutet das: Die neue Chefin kennt Praxisbeispiele, die neben Sicherheit auch Maßnahmen der Resozialisierung betonen.
Für die Stadt und die Region ist die Führung der JVA von Bedeutung: Eine stabile Anstaltsleitung beeinflusst nicht nur das Innenleben der Einrichtung, sondern auch Kooperationsbeziehungen zu sozialen Diensten, Behörden und örtlichen Partnern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Betroffene erwarten, dass die Leitung den laufenden Betrieb verlässlich organisiert und zugleich an Angeboten zur Rückkehr in die Gesellschaft arbeitet.
Die kommenden Monate werden zeigen, welche Schwerpunkte Gygax in der Feldmark setzen wird. Beobachter und Beteiligte werden besonders auf Fragen der Personalführung, des Alltagbetriebs und der weiteren Entwicklung von Bildungs- und Kulturangeboten achten. Für die JVA Gelsenkirchen beginnt mit der neuen Leitung eine Phase, in der Bewährtes fortgeführt und zugleich eigene Akzente gesetzt werden können.