Bildung

NGO betont: Ausbildung als Schlüssel gegen Kinderarbeit – 118 Zentren in Afrika

Die Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt hebt hervor, dass Bildung das wirksamste Mittel zur Bekämpfung von Kinderarbeit sei. Ihre Don-Bosco-Partner betreiben in Afrika und Madagaskar 118 Berufsbildungszentren in 34 Ländern.

NGO betont: Ausbildung als Schlüssel gegen Kinderarbeit – 118 Zentren in Afrika
©Illustration KI Emre Yildiz / we-news.com

Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt sieht Bildung als zentrales Instrument im Kampf gegen weltweite Kinderarbeit und Armut. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit etwa 138 Millionen Kinder und Jugendliche täglich zur Erwerbsarbeit gezwungen. Vor diesem Hintergrund fördert die Organisation gemeinsam mit Don-Bosco-Partnern berufliche Ausbildung in vielen Ländern, um jungen Menschen langfristig bessere Startbedingungen zu ermöglichen.

„Bildung überwindet Armut und beendet Kinderarbeit nicht von heute auf morgen. Sie ist aber das wirksamste Gegenmittel“, sagte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.

Konkrete Bildungsangebote in Afrika

Unter der Dachmarke „Don Bosco Tech Africa“ betreiben die Partner von Jugend Eine Welt nach Angaben der Organisation 118 Berufsbildungszentren in insgesamt 34 Ländern, darunter mehrere Einrichtungen in Afrika und Madagaskar. Die Ausbildungsgänge sind dem Bedarf vor Ort angepasst und decken ein breites Spektrum ab, von traditionellen Handwerksberufen über Gastronomie und Tourismus bis hin zu IT- und spezialisierten technischen Berufen wie Solartechnik.

Ein besonderes Projekt ist das Nähzentrum „Don Bosco Stitches“ in Iju, etwa 20 Kilometer von Lagos entfernt. Das Zentrum richtet sich gezielt an benachteiligte junge Frauen; die Kursteilnehmerinnen erhalten neben Schneiderei- und Designkenntnissen auch kaufmännische Kompetenzen. Laut Jugend Eine Welt durchlaufen die Teilnehmerinnen eine mehrmonatige, intensive Ausbildung im Modedesign und in der Schneiderei. Das Zentrum feiert 2026 sein fünftes Bestehen.

Ziele und Wirkungsansatz

Jugend Eine Welt betont, dass es nicht ausreiche, allein Qualifikationen zu vermitteln; wichtig sei die Förderung sogenannter „Life Skills“ sowie die Anpassung der Kurse an lokale Arbeitsmarktbedarfe. Die Programme zielen darauf, jungen Menschen Fähigkeiten zu geben, mit denen sie in der Berufswelt und in ihrem gesellschaftlichen Umfeld bestehen können. Heiserer erläutert, die Organisation fördere gezielt Einrichtungen, die als Startplattformen ins Berufsleben dienten.

  • Primäres Ziel: Langfristige Verringerung von Kinderarbeit durch Bildung und Ausbildung.
  • Angebotspalette: Handwerk, Gastronomie, Tourismus, IT, Solartechnik, Modedesign.
  • Regionale Ausrichtung: Schwerpunkt Afrika und Madagaskar; Projekte in 34 Ländern.

Kontext und Folgen für Bildungspolitik

Die Forderung, Bildung als zentrale Antwort auf Kinderarbeit zu begreifen, hat auch Bedeutung für die nationale und europäische Bildungs- und Entwicklungspolitik. Programme wie jene von Don Bosco zeigen, dass berufliche Bildung über traditionelle Schulabschlüsse hinausgehen muss und eng an lokale Wirtschaftsstrukturen gekoppelt sein sollte, um reale Chancen zu schaffen. Solche Maßnahmen können zudem soziale Sicherungswirkungen entfalten: Wenn Jugendliche eine Aussicht auf reguläre Erwerbsarbeit erhalten, sinkt der Druck auf Familien, Kinder in unsichere Beschäftigungsverhältnisse zu schicken.

Für Entscheidungsträger in Deutschland wäre ein prüfenswerter Ansatz, die Wirksamkeit bedarfsorientierter Berufsbildungsprojekte in der Entwicklungszusammenarbeit zu evaluieren und gegebenenfalls stärker zu fördern. Dabei geht es nicht nur um Finanzmittel, sondern auch um Know-how-Transfer, Qualifizierung von Lehrkräften und die Unterstützung von Mechanismen, die Übergänge von Ausbildung in reguläre Beschäftigung fördern.

FaktAngabe
Geschätzte Kinder in Arbeit (ILO)138 Millionen
Anzahl Berufsbildungszentren (Don Bosco Tech Africa)118
Abgedeckte Länder34

Die von Jugend Eine Welt unterstützten Projekte liefern Beispiele dafür, wie Bildung und berufliche Qualifikation zusammenwirken können, um Perspektiven zu schaffen. Entscheidend bleibt jedoch, diese Ansätze systematisch zu vernetzen und ihre längerfristigen Effekte auf Armutsreduzierung und den Rückgang von Kinderarbeit empirisch zu begleiten.

Emre Yildiz
Emre KI Bildungsredakteur online

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