In Neunkirchen-Seelscheid pflegen acht Männer seit Jahrzehnten eine gemeinsame Tradition: Alle 14 Tage treffen sie sich auf der Kegelbahn – und vier von ihnen tun das inzwischen seit 60 Jahren. Der Club nennt sich „EBS – Eener bliev stonn“ und gehört fest zur lokalen Vereinslandschaft.
Gründung und Beständigkeit
Die Anfänge des heutigen Clubs liegen im Jahr 1966, als in der Gaststätte „Zum Pütz Jupp“ in Neunkirchen-Seelscheid-Wolperath eine neue Kegelbahn entstand. Damals seien viele der späteren Mitglieder noch als Jugendliche beim Aufstellen der Kegel aktiv gewesen, erinnern sich die Männer: Sie hatten sich dadurch schon damals ihr Taschengeld aufgebessert. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Reiner Schwellenbach, der 40 Jahre lang Präsident war, sowie sein Nachfolger Bernd Schulz, dessen Bruder Hans-Josef und Egon Böhmer. Letzterer ist mit 18 Jahren der jüngste der Runde.
„Da war Kegeln noch in“, heißt es rückblickend über die frühen Jahre der Gruppe.
Rituale, Zusammenspiel und finanzielle Regeln
Der Kern der Gruppe trifft sich jeden zweiten Freitag. Jeder Abend beginnt mit der sogenannten „großen Hausnummer“: Dabei hat jeder Kegler drei Würfe; der höchste Wurf wird an den Anfang gesetzt. Es entstehen je Abend vier Gewinner und vier Verlierer. Die Verlierer müssen zahlen – jeder sogenannte Kallenwurf kostet zehn Cent. Die Gebühren dienen nicht nur dem Spiel, sondern auch dem gemeinsamen Vereinsleben, etwa Kurztrips oder anderem Rahmenprogramm.
- Treffen: alle 14 Tage, Freitagabend
- Startspiel: „große Hausnummer“ (je drei Würfe)
- Strafe: 10 Cent pro Kallenwurf
Mitglieder und Kontinuität
Neben den vier Gründungsmitgliedern gehören dem harten Kern der Truppe weitere langjährige Mitstreiter an: Kunibert Krieger und Klaus Peter Schulz sind seit 47 Jahren dabei; später kamen Achim Reich und mit 68 Jahren das „Küken“ Günter Brinkmann hinzu. Manche Spieler waren nur zeitweise aktiv, andere sind inzwischen gestorben – dennoch besteht die Gruppe fort.
| Mitglied | Bekannte Zugehörigkeit | Rolle / Bemerkung |
|---|---|---|
| Reiner Schwellenbach | Gründungsmitglied (seit 1966) | 40 Jahre Präsident |
| Bernd Schulz | Gründungsmitglied (seit 1966) | Nachfolger als Präsident |
| Hans-Josef (Schulz) | Gründungsmitglied (seit 1966) | Bruder von Bernd Schulz |
| Egon Böhmer | Gründungsmitglied (seit 1966) | Jüngstes Gründungsmitglied (18 Jahre) |
| Kunibert Krieger, Klaus P. Schulz | Seit 47 Jahren | Langjährige Mitglieder |
| Achim Reich, Günter Brinkmann | Später hinzugekommen | Günter Brinkmann, heute 68 Jahre, genannt als „Küken“ |
Gemeinsame Aktivitäten und öffentlicher Auftritt
Neben dem regelmäßigen Kegeln haben die Männer über Jahrzehnte hinaus gemeinsame Reisen unternommen. Früher gehörten regelmäßige Skifahrten ebenso dazu wie Reisen an Rhein, Mosel und Ahr, Aufenthalte in Benidorm und Mallorca sowie Kreuzfahrten auf Binnengewässern und auf der Ostsee bis nach Sankt Petersburg. Auch das öffentliche Engagement kam nicht zu kurz: Beim Neunkirchener Frühlingsfest waren die Kegler mit einem eigenen Stand vertreten und sammelten dort Einnahmen. Zudem organisierten sie mehrere Preiskegeln mit befreundeten Vereinen zu Jubiläen.
Die Bilanz ist eine von Beständigkeit und Gemeinschaft: Eine kleine Gruppe von Freunden, die über Jahrzehnte hinweg ein gemeinsames Hobby pflegt und damit sowohl das Vereinsleben in Neunkirchen-Seelscheid als auch das lokale Festgeschehen mitträgt.
Die jüngsten Treffen und die geplanten Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen zeigen, wie sehr lokale Traditionen auch im Jahr 2026 noch leben können.