Taufe beendet langen Weg zur Einsatzbereitschaft
Der neue Saugbagger „Osteriff“ ist am Freitag offiziell getauft worden und soll künftig auch auf der Jade eingesetzt werden. Die Zeremonie markierte das Ende einer mehrjährigen Bau- und Fertigstellungsphase, die sich unter anderem durch eine Werftinsolvenz und einen Werftwechsel verzögerte. Die „Osteriff“ wird den bisherigen Saugbagger „Nordsee“ ablösen, der seit 1977 im Dienst steht.
Technik, Kapazität und Einsatzgebiete
Die „Osteriff“ ist nach Angaben des verantwortlichen Wasser- und Schifffahrtsamts ein leistungsfähiges Gerät für die Baggerarbeiten in Küstengewässern. Wichtige technische Kennzahlen sind:
- Länge: 133,3 Meter
- Breite: 23 Meter
- Volumen der Ladung: 7.500 Kubikmeter
- Maximale Baggertiefe: 25 Meter
- Besatzung: Bis zu 17 Personen
Der Saugbagger soll nicht nur die Jade bedienen, sondern auch auf der Elbe und in der Wesermündung zum Einsatz kommen. Durch die Flexibilität des Schiffes erhoffen sich die Behörden eine verlässliche Grundlage für Unterhaltungs- und Baustellenbaggereinsätze in mehreren Bundeswasserstraßen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Länge | 133,3 m |
| Breite | 23 m |
| Volumen | 7.500 m³ |
| Baggertiefe | 25 m |
| Besatzung | bis zu 17 Personen |
| Baukosten | 142 Millionen Euro |
Herausfordernder Bauverlauf und gestiegene Kosten
Der Bauauftrag für den Saugbagger war vor rund zehn Jahren an eine Werft in Hamburg vergeben worden. Nach der Insolvenz jener Werft im Jahr 2021 übernahm die Blohm + Voss Werft die Fertigstellung des Schiffes. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) begann Ende 2025 mit Probebetrieben, bevor die Taufe folgte. Die Baukosten summierten sich laut Angaben auf 142 Millionen Euro, deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 95 Millionen Euro.
Stimmen zur Taufe
„Die ‚Osteriff‘ hat einen ungewöhnlich langen Weg hinter sich, bis sie heute getauft werden konnte. Umso mehr freue ich mich, dass dieses Schiff nun seine wichtige Aufgabe für unsere Wasserstraßen übernehmen kann. Mein herzlicher Dank gilt allen, die trotz mancher Hindernisse mit großem Engagement dafür gesorgt haben, dass aus einem anspruchsvollen Projekt ein leistungsfähiges Schiff geworden ist.“
Dieses Statement stammt von Anke Leue, die damit den langen Entstehungsprozess und die Anerkennung für die Beteiligten zusammenfasste. Ein Kapitän der künftigen Crew, Jens Lakeberg, betonte ebenfalls die Bedeutung der Taufe als Meilenstein und sprach von Stolz auf die Leistung der Besatzung sowie Vorfreude auf den praktischen Einsatz.
Konsequenzen für Wilhelmshaven
Für Wilhelmshaven bedeutet die Inbetriebnahme der „Osteriff“ eine Modernisierung der technischen Möglichkeiten bei Unterhaltungsbaggerungen und Bauarbeiten im Hafenbereich. Der Ersatz der „Nordsee“, die fast fünf Jahrzehnte im Dienst war, stellt einen technischen und logistischen Fortschritt dar. Gleichzeitig sind die deutlich gestiegenen Kosten und die lange Bauzeit Indikator für die strukturellen Herausforderungen großer Schiffsneubauten, von denen auch regionale Hafenprojekte betroffen sein können.
Wie sich der Einsatz der „Osteriff“ konkret auf geplante Arbeiten in der Jade auswirkt und ob sich daraus kurzfristig Termine für Baggersanierungen oder Vertiefungen ergeben, werden die zuständigen Behörden in den kommenden Wochen präzisieren. Für Wilhelmshavens Hafenwirtschaft ist die Verfügbarkeit eines modernen Saugbaggers jedoch ein wichtiges Instrument, um Schifffahrtsrinnen zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten.