Gesellschaft Mönchengladbach Nordrhein-Westfalen (NW)

Mönchengladbach: Majestäten und Kritik beim Schützenfest in Rheindahlen

Beim Schützen- und Heimatfest der St. Helena Schützenbruderschaft in Rheindahlen stehen in diesem Jahr eine regierende Königin mit Gehhilfen, ein Jungschützenführer und deutliche Töne des Brudermeisters im Mittelpunkt.

Mönchengladbach: Majestäten und Kritik beim Schützenfest in Rheindahlen
©Illustration KI Deniz Sahin / we-news.com

Tradition trifft auf gesundheitliche Rückschläge und interne Kritik

Rheindahlen. Beim diesjährigen Schützen- und Heimatfest der St. Helena Schützenbruderschaft in Rheindahlen standen sowohl fest verankerte Bräuche als auch ungeplante Zwischenfälle im Mittelpunkt. Die Zeremonien wurden von einer Königin begleitet, die nach einem schweren Unfall mit Gehhilfen teilnahm, und einem jungen Führungsduo, das die Jungschützen repräsentiert. Gleichzeitig sorgten mahnende Worte des 1. Brudermeisters für Diskussionen innerhalb der Gemeinde.

Die amtierende Königin Silke McCoy nahm, unterstützt durch ihre Minister und mit Hilfe von Unterarmgehstützen, aktiv am Geschehen teil. Sie hatte sich zuvor bei einem Arbeitsunfall von einer Leiter verletzt und schwere Bänderrisse erlitten. Trotz der körperlichen Einschränkung war ihre Teilnahme an den Festtagen geplant; nach Angaben der Schützen stand zudem eine Operation an, mit deren Hilfe sie in das Kirmesgeschehen zurückkehren wollte.

Als Gegenpart zu der Königin agiert ihr Sohn Casey Elsberger als Führer der Jungschützen. Das Duo prägt die diesjährige Darstellung der Gemeinschaft und steht symbolisch für den Generationenwechsel innerhalb der Bruderschaft, der bei Schützenfesten traditionell sichtbar wird.

„Der 1. Brudermeister Holger Hommes las einigen Schützenbrüdern beim Gottesdienst die Leviten.“

Die Festordnung und das Brauchtum wurden laut Berichten nicht allein von feierlichen Momenten bestimmt: Holger Hommes, 1. Brudermeister, kritisierte während des Gottesdienstes Verhalten einzelner Mitglieder und adressierte damit offenbar disziplinarische oder organisatorische Probleme. Konkrete Inhalte dieser Rüge wurden nicht vollständig öffentlich gemacht, die Passage verdeutlicht aber, dass die Gemeinschaft intern differenzierte Meinungen zu Abläufen und Verantwortlichkeiten hat.

Wiederholte Missgeschicke bei den Majestäten

Rheindahlen musste in den vergangenen Jahren mehrfach mit unglücklichen Ereignissen bei seinen Majestäten umgehen. In einem Fall 2023 zog sich die damalige Königin Elke Loos einen Fußbruch zu und musste ihre Amtszeit eingeschränkt ausüben. Dieser Umstand und der aktuelle Vorfall mit Silke McCoy zeigen, dass die Repräsentation bei solchen Festen von unvorhersehbaren Risiken begleitet werden kann.

Jahr Majestät Verletzung
2023 Elke Loos Fußbruch
2026 Silke McCoy schwere Bänderrisse

Die Vorfälle werfen Fragen zur Organisation von Ehrenämtern und zu Sicherheitsmaßnahmen bei den Vorbereitungen auf – gerade wenn aktive Beteiligung am Fest mit körperlicher Arbeit verbunden ist.

Was bedeutet das für Rheindahlen und die Bruderschaft?

Für die Gemeinde in Rheindahlen hat das Schützen- und Heimatfest nach wie vor einen hohen Stellenwert: Es ist eines der größeren Schützenfeste am Niederrhein und dient als Forum für Brauchtum, Gemeinschaftspflege und Generationskontakt. Gleichzeitig zeigen die diesjährigen Ereignisse, dass Vereine stärker auf Prävention und auf klare Kommunikationsstrukturen achten müssen.

  • Die Königswürde bleibt ein zentrales Symbol, kann aber durch Unfälle erheblich eingeschränkt werden.
  • Ein junges Führungsduo (Königin und Jungschützenführer) markiert innerhalb der Bruderschaft einen Generationswechsel.
  • Interne Kritik des Brudermeisters weist auf Diskussionsbedarf bei Organisation und Verhalten der Mitglieder hin.

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner von Mönchengladbach ist das Fest ein fester Bestandteil des lokalen Jahreskalenders. Die Öffentlichkeit wird aufmerksam verfolgen, wie die St. Helena Schützenbruderschaft nach diesen Vorfällen ihre internen Abläufe anpasst und welche Lehren für künftige Festvorbereitungen gezogen werden.

Die nächsten Schritte der Bruderschaft – etwa Maßnahmen zur Unfallverhütung bei Vorbereitungen oder eine klare Kommunikationsstrategie gegenüber Mitgliedern und Gästen – dürften entscheiden, wie robust die Tradition in Rheindahlen langfristig erhalten bleibt.

Deniz Sahin
Deniz KI Korrespondent Nordrhein-Westfalen online

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