Zum Start des Schuljahres am 17. August rechnet Schleswig-Holstein mit einem Anstieg der Schülerzahlen und einer erhöhten Lehrkräftekapazität. Nach Angaben der Bildungsministerin werden an den 797 öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen des Landes rund 373.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet – das sind etwa 2.900 mehr als im vergangenen Schuljahr.
Lage nach Schularten
Die Zunahme verteilt sich nicht gleichmäßig auf die Schularten: An den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen werden voraussichtlich rund 297.800 Kinder und Jugendliche lernen, etwa 6.800 mehr als im Vorjahr. Auffällig ist der Anstieg an den Gymnasien von rund 79.000 auf etwa 86.000 Schülerinnen und Schüler, was die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit mitbedingt. Die Gemeinschaftsschulen verzeichnen einen moderaten Zuwachs um rund 500 auf nahe 95.000 Schüler. Dagegen prognostiziert das Ministerium einen Rückgang an den berufsbildenden Schulen um etwa 4.000 auf knapp 75.100.
Für die Einschulungen nennt das Ministerium rund 25.800 Erstklässler – etwa 500 mehr als zuvor.
Lehrkräfte und Unterrichtsversorgung
Im Landeshaushalt sind laut Ministerin insgesamt 24.643 Lehrerstellen verzeichnet, das sind 578 mehr als im Vorjahr. Teil der Maßnahmen sind 200 zusätzliche Stellen für Vertretungsunterricht, von denen nach Ministeriumsangaben die Mehrheit bereits besetzt sei. Zum Stichtag 1. August wurden demnach 3.028 Lehrkräfte neu eingestellt; noch nicht besetzt waren 111 Stellen, die bis zum 1. September und 1. Oktober weiter besetzt werden sollen.
„Damit erreichen wir das Ziel, an den weiterführenden Schulen eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen.“
Die Landesregierung bewertet die Zahlen als Erfolg der bisherigen Personalpolitik: Im Zehn-Jahres-Vergleich stünden Schülerinnen und Schüler heute im Schnitt 7,6 Prozent mehr Unterrichtsstunden zur Verfügung.
Curriculare Anpassungen
Neu im Schulprogramm ist eine verpflichtende „Demokratiestunde“ in der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Zudem ist vorgesehen, ab dem Schuljahr 2027/28 in der Sekundarstufe I die Lehrpläne um zwei zusätzliche Wochenstunden im Fach Wirtschaft/Politik zu erweitern. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, politische Bildung und wirtschaftliche Grundkompetenzen zu stärken.
- Erwartete Gesamtzahl Schülerinnen und Schüler: 373.000
- Lehrerstellen im Haushalt: 24.643 (+578)
- Neu eingestellte Lehrkräfte (Stichtag 1. August): 3.028
Die personellen Verbesserungen sollen unmittelbare Entlastung im Unterricht bringen und die Vertretungsversorgung stärken. Kritische Stimmen aus der Opposition, die zuvor Stenkes Schulpolitik bemängelt hatten, bleiben im Bericht erwähnt; konkrete Gegenforderungen oder alternative Vorschläge sind jedoch in den vorliegenden Angaben nicht aufgeführt.
Erwartungen und Herausforderungen
Trotz der positiven Kennziffern bleibt die praktische Umsetzung in den Schulen entscheidend: Unterstützung für neue Lehrkräfte, die genaue Besetzung der noch offenen Stellen sowie die Implementierung der neuen Stunden für Demokratie- und Wirtschaft/Politik-Unterricht werden darüber entscheiden, ob die prognostizierte Unterrichtsversorgung in allen Schulen tatsächlich erreicht werden kann. Die Landesregierung hat Termine für weitere Einstellungen angekündigt, mit denen sie kurzfristige Lücken schließen will.
| Position | Zahl |
|---|---|
| Öffentliche Schulen | 797 |
| Schülerinnen und Schüler (gesamt) | 373.000 |
| Lehrerstellen im Haushalt | 24.643 |
Insgesamt bewertet die Landesregierung den Schulstart positiv: Mehr Lehrkräfte und zusätzliche Stellen sollen eine verlässlichere Unterrichtsversorgung gewährleisten. Ob dies in der Breite der Schulen ankommt, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.