Die deutsche Weitsprung-Hoffnung Malaika Mihambo hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft im Alexander Stadium überraschend eine Medaille verpasst und landete im Finale auf dem fünften Platz. Mit einer besten Weite von 6,94 Metern konnte die 32‑Jährige ihren Titel nicht verteidigen.
Kein guter Tag im Finale
Mihambo, die als Titelverteidigerin und Mitfavoritin in den Wettbewerb gegangen war, zeigte bereits in der Qualifikation wechselhafte Leistungen: Nach anfänglichen Problemen sprang sie dort zwar einen starken Satz von 7,10 Metern, doch im Finale am Sonntag gerieten ihre Anläufe und Sprünge gegen schwierige Windverhältnisse aus dem Rhythmus. Im Endklassement reichten ihre Versuche nicht, um auf dem Podium zu landen.
Entscheidung im Millimeterbereich
Den Europameistertitel sicherte sich die Italienerin Larissa Iapichino mit 7,00 Metern in einem eng umkämpften Wettbewerb. Die Silbermedaille ging an die Britin Jazmin Sawyers mit 6,99 Metern, Bronze gewann die Französin Hilary Kpatcha mit 6,98 Metern. Es war ein Finale, in dem wenige Zentimeter über Medaillenplatzierungen entschieden.
| Platz | Athletin | Nation | Weite |
|---|---|---|---|
| 1 | Larissa Iapichino | Italien | 7,00 m |
| 2 | Jazmin Sawyers | Großbritannien | 6,99 m |
| 3 | Hilary Kpatcha | Frankreich | 6,98 m |
Ende einer Erfolgsserie
Für Mihambo bedeutet das Ergebnis nicht nur das Verfehlen eines dritten EM‑Titels, sondern auch das Ende einer bemerkenswerten Serie: Seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio hatte sie bei großen Meisterschaften stets eine Medaille gewonnen, wenn sie am Start war. An Ausnahmen 2017 und 2023, als sie wegen Verletzungen nicht an Weltmeisterschaften teilnehmen konnte, ändert dieses Resultat nichts am Fakt, dass sie erstmals seit einem Jahrzehnt ohne Edelmetall von einer Großveranstaltung abreist.
- Ursache: Schwierigkeiten im Anlauf und widrige Windbedingungen im Finale.
- Folge: Kein dritter Europameistertitel für Mihambo, Einfluss auf ihre Erfolgsbilanz bei Großereignissen.
- Kontext: Starke Leistungen in der Qualifikation (7,10 m) waren im Finale nicht reproduzierbar.
Auch weitere deutsche Starterinnen hatten keinen Erfolg: Die Deutsche Meisterin Mikaelle Assani (Karlsruhe) und Imke Daalmann (Leverkusen) schieden bereits in der Qualifikation aus und konnten damit nicht zum Mannschaftsergebnis beitragen.
Ausblick und Bedeutung
Sportlich wirft das Ergebnis Fragen auf: Kann Mihambo die Gründe für den Einbruch im Finale analysieren und in den verbleibenden Saisonwettkämpfen zurückschlagen? Welche Folgen hat das Ausbleiben einer Medaille für die Wahrnehmung der deutschen Leichtathletik in internationalen Wettbewerben? Fest steht, dass die Konkurrenz stark ist und Meisterschaften im Weitsprung zunehmend im Bereich weniger Zentimeter entschieden werden.
Für die deutsche Mannschaft ist der Ausgang des Wettbewerbs ein klarer Hinweis darauf, wie eng die internationale Spitze geworden ist und wie entscheidend Tagesform, Technik und äußere Bedingungen sind. Ob Mihambo bald wieder an alte Bestleistungen anknüpfen kann, wird die weitere Saison zeigen. Bis dahin bleibt die Erkenntnis: Auch große Namen sind nicht immun gegen die Unwägbarkeiten eines Finals.
Redaktionell verantwortlich: Sportredaktion WE NEWS