Unentschieden schien möglich – doch Magdeburg behielt in letzter Sekunde die Oberhand
Der SC Magdeburg hat am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga einen knappen Auswärtssieg beim Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten erkämpft. Vor 2.350 Zuschauern endete die Begegnung in Balingen mit 31:30 für die Elbestädter. Die Gäste mussten in der Schwabenhalle lange Zeit einem Rückstand hinterherlaufen, bevor ein Treffer in den letzten Sekunden die Entscheidung brachte; ein spätes Tor der Hausherren zählte nicht, weil der Ball die Torlinie erst nach der Schlusssirene überquerte.
Magdeburg trat ohne Ómar Ingi Magnússon an und verfügte lediglich über 14 Profis. Dennoch waren es die Norddeutschen, die sich am Ende durchsetzten. Bester Werfer des SCM war Felix Claar mit sieben Treffern. Trainer Bennet Wiegert reagierte im Spielverlauf mehrfach, unter anderem mit einer frühzeitigen Auszeit, als sein Team nach Fehlern in der Offensive ins Hintertreffen geriet.
Verlauf: Rückstände, Aufholjagd und dramatisches Finish
In der Anfangsphase fanden beide Teams kaum Halt in der Abwehr, sodass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Der Aufsteiger nutzte Fehler der Magdeburger im Angriff und erspielte sich eine zeitweise Zwei-Tore-Führung, die bis zur Pause Bestand hatte. Zur Halbzeit lagen die Gäste mit 13:15 zurück. Nach dem Seitenwechsel zeigte der SCM zunächst ein verbessertes Angriffsspiel und glich früh aus (16:16, 35.).
Im weiteren Verlauf blieb das Spiel umkämpft. Balingen setzte in doppelter Überzahl jeweils Nadelstiche und führte erneut, doch Magdeburg antwortete und ging mitunter in Führung. Bis in die Schlussphase verteidigten die Gastgeber eine knappe Führung (29:30, 57.). Zehn Sekunden vor dem Ende erzielte der SCM in Überzahl das vorentscheidende Tor, und der anschließende Gegentreffer der Hausherren traf die Torlinie erst nach der Sirene, weshalb er nicht gewertet wurde.
„Das war ein unglaublich intensives Spiel. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, aber wir haben es am Ende sehr gut gemacht. Wir mussten 110 Prozent geben, um den Sieg mitzunehmen“,
äußerte Nationalspieler Lukas Mertens nach dem Spiel (dpa-Bericht).
- Endstand: 31:30 für SC Magdeburg
- Zuschauer: 2.350
- Bester Werfer SCM: Felix Claar (7 Tore)
| Halbzeit | Endstand | Besonderheit |
|---|---|---|
| 13:15 | 31:30 | Tor der Gastgeber nach Sirene – nicht gewertet |
Der knappe Erfolg sichert dem Champion zunächst weiterhin eine weiße Weste zu Beginn der Saison, während Balingen nach dem starken Saisonstart einen enttäuschenden, aber unglücklichen Punktverlust hinnehmen musste. Die Partie verdeutlichte einmal mehr die Ansprüche des SCM: auch ohne einige Leistungsträger reagiert das Team in kritischen Momenten und findet Lösungen im Angriff.
Für Magdeburg geht es in den kommenden Wochen darum, Konstanz zu zeigen und Personalfragen zu klären. Der verletzungsbedingte Ausfall von Ómar Ingi Magnússon stellt eine Belastungsprobe für die Ersatzspieler und die taktische Planung des Trainers dar. Gleichzeitig werden die knappen Entscheidungen in mehreren Spielen – wie in Balingen – den Anspruch des Clubs, Spiele souveräner zu gestalten, weiter in den Fokus rücken.
Balingen kann aus Sicht der Gastgeber durchaus positive Aspekte mitnehmen: Die Mannschaft zeigte in der Begegnung hohen Kampfgeist und die Fähigkeit, gegen einen Champion über weite Strecken zu bestehen. Dennoch wird die Analyse des späten Gegentreffers und der fehlenden Zentimeter nach der Sirene in den nächsten Tagen Thema in der Mannschaft und beim Trainerteam sein.
Der SC Magdeburg reist mit dem knappen Erfolg im Rücken zurück nach Sachsen-Anhalt, wo die Verantwortlichen die Vorbereitung auf die nächsten Bundesligaspiele planen werden. Für die Fans bleibt die Erinnerung an ein intensives Derby, das erst mit dem letzten Pfiff entschieden wurde.