Überzeugender Auftakt: Magdeburg setzt frühes Ausrufezeichen
Der SC Magdeburg hat beim Handball-Supercup in München den Pokalsieger Füchse Berlin klar mit 38:31 (20:15) besiegt und damit den geplanten Hattrick der Berliner verhindert. Vor 10.199 Zuschauern im ausverkauften SAP Garden gelang dem deutschen Meister ein deutlicher Sieg, der fünf Tage vor dem Bundesliga-Auftakt als frühes Statement für die kommende Saison gewertet werden kann.
Magdeburg dominierte die Partie in weiten Strecken und zeigte besonders in der ersten Halbzeit eine hohe Effizienz im Abschluss. Nur beim 0:1 durch Matthes Langhoff lagen die Magdeburger kurz zurück; danach übernahmen sie die Kontrolle und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Die Gastgeber aus der Hauptstadt hatten zuletzt ihr jüngstes Duell im Champions-League-Halbfinale für sich entschieden, konnten diesmal aber der Offensivpower des SCM nicht dauerhaft etwas entgegensetzen.
Schlüsselspieler und Trainer
Als erfolgreichster Werfer des SCM erwies sich Gísli Kristjánsson mit neun Treffern. Auf Seiten der Füchse markierte Mathias Gidsel zehn Tore, konnte die Niederlage jedoch nicht verhindern. Der Erfolg ist für Bennet Wiegert von besonderer Bedeutung: Nach drei vergeblichen Anläufen gewann der 44-jährige Trainer erstmals den Supercup mit Magdeburg.
„Für mich ist dieser Titel sehr erstrebenswert, auch wenn er nicht die Wertigkeit hat wie die Meisterschaft, der Pokal oder die Champions League. Wir wollen das Ding gewinnen - gerade gegen Berlin“,
Wiegert hatte vor dem Spiel angekündigt, dass der Titel wichtig sei — eine Ankündigung, die sein Team mit einer konzentrierten Leistung bestätigte. Vor 25 Jahren hatte Magdeburg den Supercup zuletzt gewonnen; damals war Wiegert noch als Spieler für den Verein aktiv.
Taktik, Fehlerquote und Bedeutung für die Saison
Die Magdeburger Mannschaft offenbarte insbesondere in der Ballbeherrschung und im Tempospiel Stärken, die dem Team bereits in der Vorsaison eine Spitzenposition bescherten. In der Defensive setzten sie den Gegner wiederholt unter Druck, während die Füchse nach dem Sommer einige Leistungsträger verloren haben und offenbar noch im Umbruch sind. Der Vorstand und der sportliche Bereich der Berliner hatten die Abgänge von Spielern wie Lasse Andersson und Dejan Milosavljev zu verdauen – Entwicklungen, die sich in der Vorbereitung und offenbar auch im Spielrhythmus bemerkbar machen.
- Endstand: 38:31 (20:15)
- Beste Werfer SCM: Gísli Kristjánsson (9 Tore)
- Beste Werfer Füchse: Mathias Gidsel (10 Tore)
- Zuschauer: 10.199
| Wert | Angabe |
|---|---|
| Endstand | 38:31 |
| Halbzeit | 20:15 |
| Zuschauer | 10.199 |
Sportlich gesehen gibt der Sieg dem SCM Rückenwind für den Saisonstart in der Bundesliga. Die klare Vorstellung gegen einen hochkarätigen Gegner unterstreicht die Ambitionen des Meisters, in den nationalen und internationalen Wettbewerben wieder eine führende Rolle zu spielen. Zugleich zeigt die Partie, dass bei den Füchsen trotz individueller Klasse noch Abstimmungsbedarf besteht.
Für Magdeburg hat der Triumph auch symbolischen Wert: Mit dem Gewinn des Supercups schließt der Club eine jahrelange Lücke und unterstreicht die Kontinuität seiner sportlichen Entwicklung. Ob diese Form konserviert werden kann, wird sich in den kommenden Wochen in der Bundesliga zeigen.
Der Wettbewerb der Frauen wurde ebenfalls entschieden: Die HSG Blomberg-Lippe gewann zuvor knapp gegen Borussia Dortmund und sicherte sich damit den Titel.
Genau, offen und nah an den regionalen Geschichten berichtet diese Korrespondenz aus Sachsen-Anhalt über einen weiteren sportlichen Höhepunkt für Magdeburg.