Die Landshuter Polizei zieht nach Abschluss der diesjährigen Bartlmädult eine überwiegend positive Bilanz: Viele Deliktsbereiche zeigten gleichbleibende oder rückläufige Fallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren, zugleich sorgte ein ungewöhnlicher Vorfall für Aufmerksamkeit.
Weniger Gewaltvorfälle, keine sexuellen Übergriffe gemeldet
Nach Angaben der Polizei wurden in diesem Jahr auf dem Dultgelände und dessen Umfeld keine sexuellen Übergriffe registriert; im Jahr 2025 hatte es noch zwei derartige Anzeigen gegeben. Auch die Zahl der Gewaltvorfälle gegen Polizeibeamte blieb dieses Jahr bei Null (2025: zwei Fälle; 2024: ein Fall).
Bei den Körperverletzungen insgesamt verzeichnete die Polizei in diesem Jahr zwei Fälle. Zum Vergleich: 2024 und 2025 lag die Zahl jeweils bei vier Fällen.
Falscher Rettungssanitäter als besonderer Vorfall
Für besonderes Aufsehen sorgte ein Einsatz, bei dem ein 24-Jähriger sich als Rettungssanitäter ausgegeben haben soll. Der Mann habe einem 22-Jährigen mit Kreislaufproblemen „zu schaffen gemacht“ und versucht, dem jungen Mann nach Polizeiangaben einen Schlauch in den Hals einzuführen. Dieser Vorfall wurde als eine der beiden in diesem Jahr erfassten Körperverletzungen registriert.
„Ein vorgetäuschter Sanitäter stellte nicht nur ein medizinisches Risiko, sondern auch eine erhebliche Gefahr für das Sicherheitsgefühl auf der Dult dar“, heißt es in der polizeilichen Zusammenfassung.
Diebstähle nahezu unverändert
Die Zahl der angezeigten Diebstähle blieb laut Polizei nahezu gleich: In diesem Jahr wurden fünf Taten angezeigt – ebenso viele wie im Vorjahr. Im Jahr 2024 waren es drei Diebstähle.
| Delikt | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|
| Körperverletzungen | 4 | 4 | 2 |
| Sexuelle Übergriffe | – | 2 | 0 |
| Gewalt gegen Polizisten | 1 | 2 | 0 |
| Diebstähle | 3 | 5 | 5 |
Prävention und polizeiliche Maßnahmen
Die Polizei führt den ruhigen Verlauf der Dult unter anderem auf eine verstärkte Präsenz zurück und auf vorbeugende Maßnahmen im Vorfeld: Gegen acht Personen sei ein Betretungsverbot beantragt worden. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, im Juli einen 16-Jährigen sowie zwei Helfer grundlos angegriffen zu haben. Durch das Betretungsverbot habe man potenzielle Störer vom Festgelände ferngehalten, so die Darstellung der Behörde.
Die Kombination aus präventiven Maßnahmen, verstärkter Präsenz und einer offenbar hohen Sensibilität bei Einsatzkräften und Veranstaltern dürfte nach Einschätzung der Polizei zu der vergleichsweise günstigen Bilanz beigetragen haben.
Ausblick und Hinweise für Besucher
- Die Polizei betont weiterhin die Bedeutung sichtbarer Präsenz bei Großveranstaltungen.
- Besucher sollten auffällige Personen oder Vorfälle umgehend den Einsatzkräften melden.
- Bei medizinischen Notfällen empfiehlt die Polizei, professionelle Rettungskräfte über den Notruf zu alarmieren und unbekannten „Helfern" gegenüber skeptisch zu sein.
Die diesjährige Bilanz der Bartlmädult zeigt, dass bei Großveranstaltungen in Landshut eine Kombination aus Prävention, Kontrolle und Aufmerksamkeit der Besucher zu einem sicheren Verlauf beitragen kann. Gleichzeitig erinnert der Fall des falschen Sanitäters daran, dass ungewöhnliche Einzelfälle besondere Aufmerksamkeit erfordern.