Digitalisierung soll IT-Sicherheit und Ausfallsicherheit im Klinikum erhöhen
Das Klinikum Hanau richtet ein zentrales Rechenzentrum ein, das die elektronische Datenverarbeitung im Haus bündeln und zugleich die digitale Widerstandsfähigkeit erhöhen soll. Für das Projekt stellte das Land Hessen einen Förderbescheid über 1,58 Millionen Euro aus einem Strukturfonds aus; nach Angaben der Klinik entspricht dies rund 75 Prozent der Gesamtkosten. Die Mittel werden demnach jeweils zur Hälfte vom Land Hessen und vom Bund getragen.
Die neue Serverlösung ist so geplant, dass der Server baugleich an zwei physisch getrennten Standorten auf dem Klinikgelände betrieben wird. Das erhöht die Redundanz und soll die Versorgungssicherheit stärken, indem ein Ausfall eines Standortes kompensiert werden kann. Der eigentliche Serverraum steht seit etwa einem halben Jahr im Untergeschoss des Hauptgebäudes und ist aktuell ein abgeschlossener, bislang ungenutzter Kellertrakt.
- Die Temperatur im Serverraum wird konstant bei rund 20 Grad Celsius gehalten.
- Die Belüftung erfolgt über eine separate Luftzufuhr.
- Die Leistungsaufnahme beträgt nach Angaben des Klinikums etwa 50 Kilowatt (kW).
- Beim Bautyp handelt es sich um eine sogenannte F90-Zelle.
„Die Gesundheitsversorgung der Zukunft braucht leistungsfähige und sichere Krankenhäuser“, sagte die Gesundheitsministerin Diana Stolz bei der Übergabe des Förderbescheids.
Der Ausbau ist nicht rein technisch zu verstehen: Seit zwei Monaten werden schrittweise Patientendaten aus den Klinikabteilungen in das neue System migriert. Ziel ist, Verwaltungs- und Behandlungsprozesse zu beschleunigen und zugleich den Schutz sensibler Gesundheitsdaten zu verbessern. Eine zentrale, moderne IT-Infrastruktur gilt als Voraussetzung für die weitere Digitalisierung klinischer Abläufe, etwa beim Zugriff auf elektronische Patientenakten oder bei Telemedizin-Anwendungen.
Das Projekt wurde formal am Mittwoch übergeben, als Hessens Gesundheitsministerin den symbolischen Förderbescheid an die Klinikleitung überreichte. Zudem erhielt das Klinikum gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau einen weiteren Bescheid über rund 50.000 Euro für das Projekt „Babylotsen an Geburtskliniken“.
Für die Region hat der Ausbau mehrere praktische Konsequenzen: Kurzfristig bedeutet die Investition eine Stabilisierung der IT-Betriebsfähigkeit und einen verbesserten Schutz vor Datenverlust oder Ausfällen. Mittelfristig eröffnet die Infrastruktur die Möglichkeit, digitale Angebote auszubauen und Klinikprozesse effizienter zu gestalten. Zugleich erhöht ein leistungsfähiges Rechenzentrum die Anforderungen an Klimatisierung, Brandschutz und technische Betreuung — Bereiche, die das Klinikum fortlaufend betreuen muss.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Fördersumme | 1,58 Millionen Euro |
| Förderquote | 75 % der Gesamtkosten |
| Finanzierung | Zur Hälfte Land Hessen, zur Hälfte Bund |
| Serverleistung | 50 kW |
| Bautyp | F90-Zelle |
| Weitere Förderung | ~50.000 Euro für „Babylotsen“ |
Die Maßnahme reiht sich ein in eine bundesweite Debatte über die Resilienz von Krankenhäusern gegenüber Cyberangriffen, Stromausfällen und technischen Defekten. Für Patienten sowie das Personal in Hanau bedeutet sie zunächst ein größeres Vertrauen in die Verfügbarkeit und den Schutz ihrer Daten. Künftige Schritte wie regelmäßige Sicherheitsaudits, Notfallkonzepte und Personalaufstockung im IT-Bereich dürften entscheiden, wie belastbar die digitale Infrastruktur des Klinikums langfristig wird.
Die Klinikleitung betont, dass die Migration der Daten weiterhin schrittweise und unter Beachtung datenschutzrechtlicher Vorgaben erfolgt. Konkrete Aussagen zu Kosten der Gesamtinvestition jenseits der geförderten Summe wurden bislang nicht veröffentlicht.