Der Klimaforscher Mojib Latif soll Ehrenbürger von Schleswig‑Holstein werden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte an, den 71‑jährigen Wissenschaftler am Nachmittag im GEOMAR Helmholtz‑Zentrum für Ozeanforschung Kiel auszuzeichnen. Die Verleihung ist für 17.00 Uhr angekündigt.
Begründung der Ehrung
Günther betonte in seiner Begründung die internationale Bedeutung Latifs für die Klimawissenschaft sowie seine Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu vermitteln. Latif habe sich nach Darstellung des Ministerpräsidenten über Jahrzehnte hinweg frühzeitig und konsequent für Maßnahmen gegen den Klimawandel eingesetzt und die Gesellschaft dafür sensibilisiert.
„Seit Jahrzehnten vermittelt er seine wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich einer breiten Öffentlichkeit, hat sich frühzeitig für ein konsequenteres Handeln gegen den Klimawandel eingesetzt und die Gesellschaft dafür sensibilisiert.“
Wissenschaftlicher Werdegang und öffentliche Präsenz
Latif ist Meteorologe, Ozeanograph, Klimaforscher und Hochschullehrer. Er wurde in Hamburg geboren und hat nach Angaben aus der Mitteilung zunächst Betriebswirtschaft studiert, dann aber auf Meteorologie umgesattelt. Seine wissenschaftliche Prägung erhielt er unter anderem am Max‑Planck‑Institut für Meteorologie in Hamburg, wo er promovierte. Später arbeitete er an den Vorgängerinstituten des GEOMAR und ist dort seit 2003 tätig; heute ist er als Seniorprofessor am GEOMAR geführt.
Darüber hinaus ist Latif Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Er hat zahlreiche Bücher und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und ist einem breiten Fernseh‑ und Radiopublikum als Erklärer komplexer Zusammenhänge zum Klimawandel vertraut.
Persönliche und formale Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Alter | 71 Jahre (vor der Ehrung) |
| Geburtsort | Hamburg |
| Position | Seniorprofessor am GEOMAR; Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg |
| Verleihungsort | GEOMAR, Kiel |
Warum die Auszeichnung jetzt kommt
Die Auszeichnung erfolgt nach Angaben des Ministerpräsidenten kurz vor Latifs 72. Geburtstag. Günther hob die langjährige Öffentlichkeitsarbeit des Forschers hervor: Latif habe komplizierte wissenschaftliche Sachverhalte verständlich darstellen können und damit in der öffentlichen Debatte um Klimafolgen und Anpassung eine wichtige Rolle gespielt.
Bedeutung für Schleswig‑Holstein
Die Ehrung eines für die Klimaforschung international anerkannten Wissenschaftlers ist symbolisch bedeutsam für Schleswig‑Holstein. Das Land ist durch seine Küstenlage besonders von Meeresspiegelanstieg und Wetterextremen betroffen; die Würdigung eines Ozeanographen und Klimaforschers unterstreicht damit die Relevanz wissenschaftlicher Expertise für regionale und nationale Politik sowie für die öffentliche Meinungsbildung.
Praktische Hinweise zur Veranstaltung
- Ort: GEOMAR Helmholtz‑Zentrum für Ozeanforschung, Kiel.
- Uhrzeit der Auszeichnung: 17.00 Uhr (Ankündigung durch das Ministerium).
- Weitere Programmpunkte oder öffentlich zugängliche Teile der Veranstaltung wurden in der Mitteilung nicht detailliert genannt.
Die Entscheidung, einen Wissenschaftler zum Ehrenbürger zu ernennen, ist eine der höchsten kommunalen Auszeichnungen. Sie hebt nicht allein fachliche Verdienste hervor, sondern auch die gesellschaftliche Wirkung eines Wissenschaftlers außerhalb akademischer Kreise.
Weitere Hintergründe zu Latifs Forschungsschwerpunkten, Publikationen und zu seinen konkreten Beiträgen zur Klimadebatte wurden in der aktuellen Mitteilung nicht aufgelistet. Für detailliertere Informationen verweisen Wissenschaftseinrichtungen und Publikationen auf Latifs umfangreiches Werk und seine langjährige Präsenz in Medien und Lehre.
Malte Boysen, Korrespondent Schleswig‑Holstein