„Liebling Kreuzberg“ bleibt Bindeglied zur Stadt
Die Schauspielerin Corinna Genest, die 2023 im Alter von 85 Jahren verstarb, ist vielen Kreuzbergern und Berlinerinnen und Berlinern vor allem durch ihre Rolle in der ARD-Serie „Liebling Kreuzberg“ in Erinnerung. In der Serie spielte sie die Rechtsanwaltsgehilfin Paula Fink an der Seite des von Manfred Krug dargestellten Anwalts Robert Liebling. Die Folgen, die in einem Umfeld spielen, das stark mit dem Bezirk verbunden ist, prägten über Jahre das Bild von Kreuzberg in der Fernsehlandschaft.
„In 'Liebling Kreuzberg' war Corinna Genest zusammen mit Manfred Krug zu sehen.“
Genest wirkte in den Staffeln der Serie in zwei Phasen mit: zunächst von 1986 bis 1990 und später noch einmal von 1997 bis 1998. Diese Daten stehen für eine Zeit, in der die Fiction über den eigenwilligen Anwalt Liebling zu einem festen Bestandsteil des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gehörte und das Bild von juristischen Alltagsgeschichten im Berliner Raum prägte.
Privates Leben und künstlerische Partnerschaft
Abseits der fiktionalen Arbeitsbeziehung mit Manfred Krug war das private Leben von Corinna Genest eng mit einem anderen Kollegen verbunden: dem österreichischen Schauspieler Karl Schönböck. Die beiden waren von 1965 bis zu seinem Tod 2001 verheiratet. Gemeinsam standen sie auch vor der Kamera, etwa in der ZDF-Produktion „Ihre Exzellenz, die Botschafterin“.
- Bekanntheit: Rolle der Paula Fink in „Liebling Kreuzberg“
- Serienbeteiligung: 1986–1990, 1997–1998
- Ehe: mit Karl Schönböck von 1965 bis 24. März 2001
Die Ehe der beiden blieb kinderlos; Schönböck hatte aus einer früheren Ehe bereits eine Tochter. Seine schauspielerische Laufbahn erstreckte sich über zahlreiche Produktionen, darunter auch größere Fernsehrollen in Formaten wie „Die Verbrechen des Professor Capellari“.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1986–1990 | Erste Phase in „Liebling Kreuzberg“ |
| 1997–1998 | Rückkehr zur Serie |
| 1965–2001 | Ehe mit Karl Schönböck |
Bedeutung für Kreuzberg und Erinnerungskultur
Für Kreuzberg hat die Serie eine anhaltende kulturelle Wirkung: Sie trug dazu bei, bestimmte Bilder vom Bezirk bundesweit zu verankern und Figuren wie den eigensinnigen Anwalt Liebling ins kollektive Gedächtnis zu pflanzen. Personen wie Corinna Genest, die wiederkehrend in solchen Formaten zu sehen waren, bleiben Teil dieser Erinnerung und der medialen Verortung des Bezirks.
Der Tod von Genest im November 2023 und nun die Erinnerung an einen weiteren Geburtstag ohne die Schauspielerin werfen ein Licht auf die Pflege der Fernseh- und Theatergeschichte in Berlin. Für ältere Zuschauerinnen und Zuschauer sind die Serienfolgen ein Stück Alltagskultur, für Jüngere ein Fenster in die mediale Darstellung Kreuzbergs der 1980er und 1990er Jahre.
Obgleich Corinna Genest seit ihrem Rückzug aus der Öffentlichkeit nach dem Tod ihres Mannes keine neue öffentliche Partnerschaft einging, bleibt ihr künstlerisches Wirken präsent. Die Wiederholung von Serienausstrahlungen und die mediale Erinnerung tragen dazu bei, dass Figuren wie Paula Fink weiterhin mit dem Namen Kreuzberg verbunden werden — als fiktiver, aber nicht unwichtiger Teil des Bezirksbildes.
Für Kreuzberg bedeutet das: Die lokale Kulturgeschichte ist nicht nur in Gebäuden und Straßen verankert, sondern auch in den Bildern, die Film und Fernsehen von diesem Bezirk zeichneten. Corinna Genest gehört zu den Schauspielerinnen, deren Arbeit dieses Bild mitprägte.