Ein Starkgewitter hat in der Nacht zu Donnerstag in mehreren Teilen Hessens erhebliche Schäden verursacht. Im Lahn‑Dill‑Kreis und insbesondere in Solms berichteten Einsatzkräfte von abgedeckten Dächern und zum Teil unbewohnbaren Häusern, in Wetzlar zählte die Feuerwehr rund 60 beschädigte Gebäude. In Laubach (Landkreis Gießen) führte ein umstürzender Baum zu einem beschädigten Gastank und zur vorübergehenden Räumung eines Umkreises von 200 Metern.
Ausmaß der Schäden und Einsatzlage
Die Einsatzkräfte sind nach Angaben von Polizei und Feuerwehr weiter im Einsatz. In Wetzlar reichen die Schäden von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu Dächern, die vollständig abgedeckt wurden. An manchen Stellen seien Dachteile schätzungsweise bis zu 100 Meter weit durch den Wind geschleudert worden. In Solms gibt es nach ersten Erkenntnissen Hinweise auf eine Windhose, die komplette Dachstühle angehoben haben soll; einige Häuser gelten inzwischen als unbewohnbar.
In Wiesbaden vermeldete die Feuerwehr rund 30 Einsatzstellen, unter anderem wegen umgestürzter Bäume und überfluteter Bereiche. Auf der Autobahn A485 kam es infolge des Unwetters zu einem Verkehrsunfall, bei dem vier Personen leicht verletzt wurden. Straßenblockaden durch umgestürzte Bäume führten zu Sperrungen: die B457 blieb am Morgen noch gesperrt, ebenso die L3132 zwischen Pohlheim und Gießen.
Spezialfall Laubach: Gasleck und Evakuierung
In Laubach wurde durch einen umstürzenden Baum ein Gastank an einem Wohnhaus beschädigt. Nach Angaben der Polizei trat Gas aus. Obwohl nach derzeitigem Stand keine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung bestand, ordneten die Einsatzkräfte eine räumliche Trennung an: Anwohnerinnen und Anwohner innerhalb eines Radius von 200 Metern wurden evakuiert und zunächst in ein Gemeinschaftshaus gebracht, bis der Tank abgepumpt werden konnte. Über die Warnapp NINA wurden die Menschen in der Umgebung informiert. Die Polizei bat die Anwohner, den betroffenen Bereich zu meiden und keine offenen Flammen — etwa brennende Zigaretten oder Streichhölzer — zu verwenden.
„Es war Glück im Unglück, dass niemand verletzt wurde“, sagte Solms' Bürgermeisterin Katharina Didlapp und zeigte sich zugleich dankbar für die große Solidarität vor Ort.
Konkrete Hinweise für Betroffene
- Meiden Sie abgesperrte Bereiche und folgen Sie den Anweisungen von Feuerwehr und Polizei.
- Wenn Sie in den betroffenen Gemeinden wohnen, prüfen Sie Haus und Dach auf sichtbare Schäden und melden Sie größere Schäden bei der Feuerwehr.
- Nutzen Sie offizielle Warnkanäle wie die Warnapp NINA oder Durchsagen der Behörden für aktuelle Hinweise.
Die Hilfs- und Rettungskräfte arbeiten derzeit sowohl an der Gefahrenabwehr (etwa beim Abpumpen des Gastanks) als auch an der Sicherung beschädigter Häuser. In Solms und anderen Orten werden beschädigte Gebäude begutachtet, um festzustellen, welche Wohnungen kurzfristig nicht bewohnbar sind. Die Bürgermeisterin von Solms betonte die Unterstützung durch Nachbarschaftshilfe und Rettungskräfte.
Regionale Verbreitung des Unwetters
Das Unwetter zog nicht nur durch Hessen: Auch Teile von Rheinland‑Pfalz, Thüringen und Bayern waren betroffen. In Hessen lagen die Schwerpunkte nach bisherigen Meldungen im Lahn‑Dill‑Kreis, in Gießen sowie in Wiesbaden.
| Ort | Schaden / Maßnahme | Stand |
|---|---|---|
| Wetzlar | ~60 beschädigte Häuser (von fehlenden Ziegeln bis abgedeckten Dächern) | Feuerwehr meldete Zahl |
| Solms | Mutmaßliche Windhose, komplette Dachstühle abgehoben, einige Häuser unbewohnbar | Polizeiliche Einschätzung |
| Laubach | Beschädigter Gastank, Evakuierung im Umkreis von 200 m | Bereich in Gemeinschaftshaus untergebracht |
| Wiesbaden | Rund 30 Einsatzstellen der Feuerwehr | Einsatzlage andauernd |
Die genaue Schadenssumme und die Anzahl dauerhaft unbewohnbarer Wohnungen sind noch nicht abschließend erfasst. Die Behörden prüfen laufend die Sicherheit der betroffenen Gebäude. Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gemeinden werden gebeten, Meldungen zu Schäden über die vorgesehenen Kanäle an die örtlichen Behörden zu übermitteln.
Räumungs- und Sicherungsmaßnahmen sowie die Beseitigung umgestürzter Bäume werden voraussichtlich noch Stunden andauern. Für Pendlerinnen und Pendler sowie Autofahrer bleibt die Lage im morgendlichen Verkehr angespannt, vor allem auf den genannten gesperrten Strecken. Weitere Informationen und aktuelle Verkehrshinweise geben Polizei und Kreisverwaltungen bekannt.
Die Solidarität innerhalb der Gemeinden wurde von lokalen Vertreterinnen und Vertretern gelobt. Zugleich mahnen Einsatzkräfte zur Vorsicht: Auch nach Abklingen des Sturms können lose Dachziegel, instabile Bäume oder Schadstofflecks Gefahren darstellen.