Mobile Ausstellung verbindet virtuelle Technik und Erinnerungskultur
In Halle (Saale) eröffnet die Gedenkstätte Roter Ochse am 17. August 2026 die mobile Version der Ausstellung „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS‑Zeitzeug:innen“ des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte aus Potsdam. Die Präsentation bleibt bis zum 16. Oktober 2026 in der Gedenkstätte und ist während der regulären Öffnungszeiten kostenfrei zugänglich.
Virtuelle Begegnung mit fünf Überlebenden
Im Mittelpunkt steht die virtuelle Begegnung mit fünf Holocaust‑Überlebenden, die Besucherinnen und Besuchern mittels VR‑Brille gegenübertreten sollen. Die Technologie soll den Eindruck erwecken, man säße diesen Menschen „wie in echt“ gegenüber. Ziel ist es, die persönliche Erfahrung von Zeitzeug:innen zu bewahren und die emotionale Zugänglichkeit zur Geschichte zu ermöglichen.
„In Echt?“
Die Ausstellung richtet sich an Menschen ab 14 Jahren und setzt auf eine Verbindung von historischer Information und zeitgemäßer medialer Vermittlung. Ergänzend zu den virtuellen Begegnungen werden die Lebensdaten der fünf jüdischen Überlebenden sowie Details zu den Produktionsbedingungen der volumetrischen Aufnahmen präsentiert.
Pädagogisches Begleitkonzept und inhaltliche Schwerpunkte
Begleitend bietet die Ausstellung ein pädagogisches Workshop‑Konzept an, das das selbstständige Entdecken der Exponate mit einer angeleiteten Reflexion verbindet. Themenfelder sind insbesondere die NS‑Zeit, Exil und Shoah. Die bereitgestellten Informationen zu den Entstehungsbedingungen der volumetrischen Aufnahmen sollen Transparenz schaffen und medienkritisches Denken fördern.
- Zielgruppe: ab 14 Jahren
- Laufzeit: 17. August bis 16. Oktober 2026
- Ort: Gedenkstätte Roter Ochse, Halle (Saale)
- Eintritt: frei
| Datum | Inhalt |
|---|---|
| 17.08.2026 | Beginn der mobilen Ausstellung „In Echt?“ |
| 16.10.2026 | Ende der Präsentation |
Auswirkungen für Bildungsarbeit und lokale Erinnerung
Für Schulen, Jugendgruppen und Interessierte in Halle (Saale) bietet die Ausstellung eine Möglichkeit, digital vermittelte Zeitzeugenschaft in den lokalen Bildungsalltag einzubinden. Das pädagogische Rahmenangebot zielt darauf ab, die Begegnung mit der Geschichte nicht allein als technisches Erlebnis, sondern als Anlass für kritische Auseinandersetzung mit Gegenwartsthemen zu nutzen. Explizit genannt werden die Absicht, Rassismus und Antisemitismus entgegenzuwirken sowie Toleranz und Selbstreflexion zu stärken.
Die Einbindung von Informationen über die Produktion der volumetrischen Aufnahmen kann zudem Diskussionen über die Grenzen und Möglichkeiten digitaler Erinnerung eröffnen: Wie verändert Technik die Wahrnehmung von Zeitzeug:innen? Welche ethischen Fragen ergeben sich bei der Bewahrung persönlicher Geschichten in virtueller Form? Die Ausstellung liefert dafür Anschauungsmaterial und einen strukturierten Zugang zur Reflexion.
Besuchsangebot für Hallenserinnen und Hallenser
Die Gedenkstätte Roter Ochse empfiehlt die Nutzung der Workshops, um die Inhalte begleitet zu erschließen. Die Kombination aus multimedialer Präsentation und pädagogischer Anleitung soll sicherstellen, dass die virtuelle Begegnung nicht isoliert stattfindet, sondern in einen historischen und aktuellen Kontext eingebettet wird.
Die kostenlose Zugänglichkeit der Ausstellung macht das Angebot für ein breites Publikum in Halle (Saale) nutzbar. Angesichts des besonderen historischen Ortes der Gedenkstätte erscheint die mobile Version als Ergänzung der lokalen Erinnerungsarbeit: Sie bringt moderne Vermittlungsformen in die etablierte Bildungsinfrastruktur und eröffnet neue Zugänge zu einer Thematik, die für die Stadt und die Region weiterhin von hoher Bedeutung ist.