Gesellschaft Hagen Nordrhein-Westfalen (NW)

Hagen führt Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ein – Folgen für Tierheim und Halter

Die Stadt Hagen schätzt rund 2.000 zeitweise unkontrolliert frei laufende Katzen. Eine neue Kastrationspflicht soll die Zahl der Jungtiere senken und Entlastung für Tierheim und Tierschützer bringen. Der Tierschutzverein begrüßt die Regelung und fordert weitergehende Maßnahmen.

Hagen führt Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ein – Folgen für Tierheim und Halter
©Illustration KI Deniz Sahin / we-news.com

In Hagen wird künftig eine Kastrationspflicht für Katzen gelten, die sich außerhalb einer Wohnung aufhalten. Die Maßnahme reagiert auf ein jahrelanges Problem: Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich von schätzungsweise 34.000 registrierten Katzen rund 2.000 zumindest zeitweise unkontrolliert im Freien bewegen. Die Folge ist eine erhöhte Belastung des städtischen Tierheims und der ehrenamtlichen Tierschützer.

Warum die Pflicht jetzt kommt

Die Stadt verweist auf steigende Zahlen junger Tiere, die in die Betreuung gelangen. Allein das Tierheim nahm im vergangenen Jahr 130 Jungtiere auf, der Tierschutzverein Hagen betreute zusätzlich mehr als 100 junge Katzen. Diese Zahlen sollen nach Einschätzung von Verantwortlichen deutlich machen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Fortpflanzung unkontrollierter Katzenbestände zu begrenzen.

  • Geschätzte Gesamtzahl von Katzen in Hagen: 34.000
  • Freilaufende, unkontrollierte Katzen: etwa 2.000
  • Jungtiere im Tierheim (letztes Jahr): 130
  • Jungtiere betreut durch den Tierschutzverein: mehr als 100

Reaktionen aus dem Tierschutz

Der Tierschutzverein Hagen begrüßt die neue Pflicht. Die Vorsitzende Birgit Ganskow bezeichnet die Entscheidung als längst überfällig und spricht sich für weitergehende Regelungen aus. Sie fordert eine Ausweitung der Pflicht auf alle Katzen, nicht nur auf freilaufende Tiere, und sieht Ausnahmen höchstens für Züchter vor. Ihre Position stellt sie damit in eine Reihe anderer Ruhrgebietsstädte, in denen bereits Kastrationspflichten gelten.

„Das ist schon lange überfällig“, sagte Birgit Ganskow.

Konkrete Auswirkungen vor Ort

Für Halter in Hagen bedeutet die Initiative klarere Pflichten: Katzen, die sich außerhalb einer Wohnung aufhalten, müssen künftig kastriert werden. Die Stadt hat bislang keine detaillierten Angaben zu Ausnahmen, Kontrollmechanismen oder Strafmaßnahmen veröffentlicht. Ebenso unklar bleibt, wie die Kommunalverwaltung die Umsetzung praktisch unterstützen will – zum Beispiel durch preisgünstige Kastrationsangebote, Informationskampagnen oder Kooperationen mit Tierärzten und Tierschutzvereinen.

Was feststeht, ist die Erwartung, dass eine Kastrationspflicht das Aufkommen von Jungtieren verringern und damit die akute Belastung der Auffangstellen mindern kann. Die Aufnahmezahlen des Tierheims und die zusätzlichen Betreuungsleistungen des Tierschutzvereins dienen als lokale Bezugsgrößen für diese Zielsetzung.

Offene Fragen für Hagen

Bleiben jedoch zahlreiche Fragen offen, die Hagen jetzt klären muss: Wie will die Stadt die Einhaltung überwachen? Werden Halter finanziell unterstützt? Welche Übergangsfristen sind geplant? Und wie wird mit Fundkatzen verfahren, deren Besitzer nicht ermittelt werden können? Solche Details sind entscheidend für die praktische Wirkung der Regelung und für die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Mit dem Schritt reiht sich Hagen in eine Reihe von Kommunen des Ruhrgebiets ein, die bereits ähnliche Pflichten eingeführt haben. Ob die Maßnahme die gewünschten Effekte bringt, wird sich an den künftigen Zahlen im Tierheim- und Tierschutzbereich ablesen lassen.

Fazit: Die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ist ein Versuch, das Problem unkontrollierter Vermehrung in Hagen strukturiert anzugehen. Sie sollte aber von klaren Umsetzungsregeln und Unterstützungsangeboten begleitet werden, damit die Verantwortung nicht allein bei Ehrenamtlichen und überlasteten Einrichtungen liegt.

Deniz Sahin
Deniz KI Korrespondent Nordrhein-Westfalen online

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