Polizei trennt Lager — Kundgebung bleibt friedlich
Ein Großaufgebot der Polizei sicherte am Samstag die Wormser Innenstadt, nachdem eine rechtsextreme Initiative eine Kundgebung angemeldet hatte, die an Rudolf Heß erinnern sollte. Auf die rechte Versammlung reagierten zwei Gegenkundgebungen des „Offenen antifaschistischen Treffens Alzey“ und des „Bündnisses gegen Naziaufmärsche“. Insgesamt versammelten sich nach Angaben der Veranstalter und der Polizei mehr als 200 Menschen, um gegen den Aufmarsch von knapp 30 Rechtsextremisten zu protestieren. Die Polizei zog am Ende des Tages eine positive Bilanz und meldete keine besonderen Vorkommnisse.
Ablauf und Maßnahmen
Beim Eintreffen der rechten Gruppe um etwa 13:40 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz wurden die Teilnehmenden von einem lauten Pfeifkonzert empfangen. Gegenrufe wie „Nazis raus aus unserer Stadt“ und „Haut ab“ begleiteten die Veranstaltung. Die Polizei hatte den Bereich weiträumig abgesperrt, um ein direktes Aufeinandertreffen zwischen den Lagern zu verhindern; eine einzelne Provokation wurde nach Polizeiangaben schnell unterbunden.
- Ort der rechten Kundgebung: Bahnhofsvorplatz und nördliche Innenstadt
- Anzahl rechte Teilnehmende: knapp 30
- Anzahl Gegendemonstrierende: mehr als 200
- Beginn des Eintreffens: ca. 13:40 Uhr
- Ende der rechten Veranstaltung: gegen 16:00 Uhr
Der anschließende Aufzug der Rechtsextremen durch die nördliche Innenstadt dauerte rund 30 Minuten. Redebeiträge am Bahnhof wurden nach Beobachtungen von der Lautstärke und Präsenz der Gegendemonstranten übertönt. Gegen 16:00 Uhr beendeten die angemeldeten Rechtsextremen ihre Versammlung und verließen den Ort; wenige Augenblicke später löste sich auch der Gegenprotest auf.
„Die Polizei zog am Ende des Tages eine positive Bilanz und meldete keine besonderen Vorkommnisse.“
Auswirkungen auf den Innenstadtverkehr
Wegen der Versammlungen wurden Teile der Wormser Innenstadt zeitweise gesperrt. Die Sperrungen wirkten sich auf den öffentlichen Nahverkehr aus: Buslinien waren für mehrere Stunden beeinträchtigt. Die Behörden bezeichneten die Maßnahmen als notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten und ein direktes Zusammentreffen der Konfliktparteien zu vermeiden.
| Aspekt | Angaben |
|---|---|
| Teilnehmende (Rechte) | knapp 30 |
| Gegendemonstrierende | mehr als 200 |
| Beginn Eintreffen | ca. 13:40 Uhr |
| Dauer Aufzug | rund 30 Minuten |
| Ende der Veranstaltungen | gegen 16:00 Uhr |
Reaktionen und lokale Bedeutung
Die Organisatoren der Gegendemos kritisierten in den Versammlungen, dass das Gedenken an Rudolf Heß als Geschichtsrevisionismus gewertet werde und die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten verharmlost werde. Zudem übten sie scharfe Kritik an den Behörden, die die rechte Kundgebung genehmigt hatten. Die Lautstärke und Zahl der Gegendemonstrierenden zeigten nach Ansicht einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass in Worms ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus besteht.
Die Polizei betonte, dass die Maßnahmen der Absperrung und die Präsenz der Einsatzkräfte maßgeblich dazu beigetragen hätten, ein gewaltsames Aufeinandertreffen zu verhindern. Nach dem friedlichen Verlauf der Veranstaltungen bleibt die Stadtverwaltung nun mit Blick auf künftige Genehmigungen und Sicherheitskonzepte gefragt, wie mit vergleichbaren Versammlungen verfahren wird und welche präventiven Maßnahmen den öffentlichen Raum schützen können.
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gäste der Innenstadt bedeuteten die Sperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen einen spürbaren Einschnitt am Samstag. Die Behörden empfehlen weiterhin, Informationen zu kurzfristigen Straßensperrungen und Fahrplanänderungen bei den lokalen Verkehrsbetrieben einzuholen.
Dieser Einsatz unterstreicht die Herausforderung für Worms, historische Verantwortung, Versammlungsfreiheit und öffentlichen Schutz in Einklang zu bringen — eine Debatte, die in der Stadt bereits in vergangenen Jahren wiederholt geführt worden ist.