Ein ausgedehnter Böschungsbrand an der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Neuss hat am Mittwochabend erhebliche Schäden an der Infrastruktur verursacht und den Zugverkehr in der Region massiv beeinträchtigt. Feuerwehr und Bahn gaben am Donnerstag bekannt, dass die Reparatur der zerstörten Leit- und Sicherheitstechnik voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen werde.
Feuerwehr löschte zwei Kilometer lange Brandfront
Die Einsatzkräfte konnten laut Feuerwehr einen etwa zwei Kilometer langen Böschungsbrand löschen. Zahlreiche Einsatzkräfte kämpften bis in die Nacht gegen die Flammen. Die anhaltende Trockenheit hatte die Ausbreitung des Feuers begünstigt; an mehreren Stellen entzündeten sich bereits gelöschte Bereiche erneut. Ein Übergreifen auf angrenzende Wälder und Wohnsiedlungen konnte jedoch verhindert werden.
Ausmaß der Schäden an Bahninfrastruktur
Bei Untersuchungen der Strecke stellten Fachleute erhebliche Schäden fest. Besonders betroffen seien Kabelkästen und leitende Sicherheitseinrichtungen entlang der Trasse, teilte eine Sprecherin der Feuerwehr mit. Techniker arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Instandsetzung, erklärten Bahnvertreter. Laut Auskunft der Bahn ist das Ziel, den regulären Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.
Auswirkungen auf den Zugverkehr
Der Brand führt zu weitreichenden Einschränkungen im regionalen Zugverkehr:
- Die Züge der Linie RE 7 verkehren nur noch in Verbindung mit einem Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Krefeld und Neuss.
- Für die Linie RE 10 gibt es einen SEV zwischen Krefeld und Düsseldorf.
- Die Linie RB 37 fällt den Angaben zufolge komplett aus.
- Einige Züge passieren die betroffene Stelle nur sehr langsam und ausschliesslich auf Sicht.
„Einzelne Züge fahren - aber sehr langsam und auf Sicht.“
Die Bahn betonte, dass die Strecke nicht vollständig gesperrt sei, allerdings nur eingeschränkter Verkehr möglich ist. Fahrgäste mussten mit Verspätungen, Ausfällen und Umstiegen auf Busse rechnen. Nach Informationen von Zuginfo.nrw sollen die Reparaturarbeiten noch bis zum Samstagmorgen andauern.
Evakuierung und mögliche Brandursache
Während der Löscharbeiten wurde ein Zug mit rund 120 Fahrgästen am Mittwochnachmittag evakuiert, nachdem er wegen des Brandes in Kaarst nicht mehr weiterfahren konnte. Nach Angaben der Bahn bestand dabei keine Gefahr für die Fahrgäste. Die Feuerwehr vermutet, dass Funken von einem vorbeifahrenden Güterzug den Brand ausgelöst haben könnten; die Suche nach der genauen Ursache läuft jedoch weiter. Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf einen vorsätzlichen Brandanschlag, so ein Bahnsprecher.
Organisation und Ausblick
Die laufenden Reparaturen konzentrieren sich auf die Wiederherstellung der Leit- und Sicherheitstechnik. Techniker der Bahn sind vor Ort und arbeiten unter hohem Einsatz. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen zu informieren und zusätzliche Reisezeit einzuplanen. Für Pendler zwischen Krefeld, Neuss und Düsseldorf bleibt der Schienenersatzverkehr die zentrale Alternative, bis die Strecke vollständig wieder zur Verfügung steht.
| Linie | Auswirkung |
|---|---|
| RE 7 | SEV zwischen Krefeld und Neuss |
| RE 10 | SEV zwischen Krefeld und Düsseldorf |
| RB 37 | Komplettausfall |
Die Suche nach der genauen Ursache des Brandes sowie die abschließende Begutachtung der Strecke dauern an. Bis zur Wiederherstellung der beschädigten Technik müssen Reisende und Anwohner in Krefeld und der angrenzenden Region weiterhin mit Einschränkungen rechnen.
Deniz Sahin
Korrespondent Nordrhein-Westfalen, WE NEWS