Die Lübecker Bürgerschaft hat David Neil Nethen zum neuen Senator für Kultur und Bildung der Hansestadt gewählt. Nethen übernimmt das Amt zum 1. Januar 2027 und wird damit die Leitung eines zentralen Ressorts der Stadtverwaltung übernehmen.
Wechsel aus Unna nach Lübeck
Der 2025 als Bundestagskandidat der Grünen im Kreis Viersen bekannte Nethen leitete bislang das Amt für Kultur und Weiterbildung in Unna. Nach seiner Wahl gab er gegenüber der Redaktion an, dass ein Umzug nach Lübeck erforderlich sei; seine Familie werde voraussichtlich im Sommer folgen. Die Entscheidung der Bürgerschaft markiert für Nethen einen Schritt in ein städtisches Spitzengremium, in dem kultur- und bildungspolitische Weichenstellungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind.
Verbindungen zum Heimatkreis und zivilgesellschaftlichem Engagement
Trotz des anstehenden Wechsels kündigte Nethen an, dem Heimatkreis verbunden bleiben zu wollen. Er ist Mitbegründer und einer der zwei Vorstandsvorsitzenden des Vereins Kreis Queersen, der sich im Kreis Viersen für die Akzeptanz queerer Menschen einsetzt und bereits mehrere Christopher Street Day-Veranstaltungen organisiert hat. Zum Fortbestand seines Engagements im Verein sagte Nethen, dass er den Verein auch künftig begleiten werde, jedoch "aus zweiter Reihe".
„Ich habe den Verein in den ersten Jahren begleitet und werde ihn weiter begleiten, aber aus zweiter Reihe.“
Der Verein war 2023 gegründet worden und zählt damit zu den jüngeren Initiativen in der regionalen Zivilgesellschaft. Nethens Zusage, auch künftig eine Rolle zu spielen, deutet auf eine fortdauernde Bindung an lokale Initiativen hin, auch wenn seine Arbeitsschwerpunkte nun in Lübeck liegen werden.
Aufgaben und Erwartungen
Als Senator für Kultur und Bildung wird Nethen für die kulturelle Infrastruktur, Bildungsangebote und die Zusammenarbeit mit Schulen, Museen, Bibliotheken sowie freien Trägern in Lübeck zuständig sein. Die Amtszeit in Lübeck ist zunächst auf sechs Jahre angelegt; Nethen tritt damit in ein Mandat ein, das mittel- bis langfristige Projekte betreffen wird. Die Bürgerschaftswahl signalisiert, dass die politische Mehrheit in Lübeck ihm das Vertrauen ausspricht, das Ressort in den kommenden Jahren zu leiten.
- Amtseintritt: 1. Januar 2027
- Derzeitige Position: Leitung des Amtes für Kultur und Weiterbildung, Unna
- Politische Herkunft: Grüner Bundestagskandidat 2025 im Kreis Viersen
Die konkreten Prioritäten, die Nethen in Lübeck setzen will, wurden in den verfügbaren Berichten nicht im Detail benannt. Erwartbar sind jedoch Themen wie die Stärkung kultureller Angebote, Ausrichtung der Bildungspolitik auf lokale Bedürfnisse und die Vernetzung städtischer Institutionen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Konsequenzen für Kommunen und Verbände
Der Wechsel eines Amtsleiters aus einer kreisfreien Stadt wie Unna in ein Senatorenamt in Lübeck illustriert die Mobilität von Fachpersonal in der kommunalen Verwaltung. Für den Kreis Viersen und den Verein Kreis Queersen entsteht durch Nethens Umzug die Notwendigkeit einer neuen internen Rollenverteilung; Nethen selbst hat angekündigt, seine Unterstützung fortzusetzen, wenn auch eingeschränkter.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Wahl durch | Lübecker Bürgerschaft |
| Amtsbeginn | 1. Januar 2027 |
| Bisherige Position | Amt für Kultur und Weiterbildung, Unna |
Für Lübeck bringt die Personalentscheidung die Chance, kultur- und bildungspolitische Prozesse mit neuen Akzenten zu versehen. Zugleich bleibt abzuwarten, wie Nethen die Balance zwischen administrativen Aufgaben, politischer Steuerung und der Einbindung gesellschaftlicher Initiativen gestalten wird. Für den Kreis Viersen endet eine aktive Phase als Bundestagskandidat und regionaler Organisator nicht vollständig, sondern wandelt sich in eine unterstützende Rolle aus der Ferne.
Die nächsten Monate bis zum Amtsantritt werden zeigen, welche Schwerpunkte Nethen konkret setzt und wie die Übergabe in Unna sowie die Neuaufstellung im Verein Kreis Queersen organisatorisch bewältigt werden.