In Solms (Lahn‑Dill‑Kreis) ist nach einem Tornado in der vergangenen Woche ein erheblicher Sachschaden festgestellt worden. Die parteilose Bürgermeisterin Katharina Didlapp geht nach einer ersten Bestandsaufnahme davon aus, dass für die Stadt ein Schaden im niedrigen siebenstelligen Bereich entstanden ist. Betroffen seien zahlreiche Gebäude in den betroffenen Straßen; in vielen Fällen zeigten sich Mängel und Zerstörungen erst in den Tagen nach dem Unwetter.
Ausmaß in Solms: einzelne Häuser stark beschädigt
Didlapp berichtete, dass in Solms ungefähr ein Dutzend Häuser erhebliche Schäden erlitten hätten. Am schlimmsten getroffen wurden drei Wohnhäuser: Bei einem Gebäude sei der Dachstuhl vollständig abgetrennt worden, dessen Teile in der Umgebung verstreut aufgefunden worden seien. Bei einem zweiten Haus hätten sich Dachziegel großflächig gelöst, nachdem das Dach angehoben worden sei. Ein drittes, glücklicherweise unbewohntes Gebäude habe einen so starken Schaden am Dachstuhl erlitten, dass dieser in das Innere eingestürzt sei.
Die Bürgermeisterin betonte, dass trotz der schweren Beschädigungen niemand verletzt worden sei. Dennoch benötigten Betroffene kurzfristig Hilfe: Die neun Bewohner eines der besonders betroffenen Häuser seien zunächst in einer Notunterkunft untergebracht worden. Eine Bewohnerin eines weiteren Hauses habe vorübergehend bei ihrer Tochter Schutz gefunden, könne aber grundsätzlich wieder in ihr Heim zurückkehren.
„Man könne ‚heilfroh‘ sein, dass durch das Unwetter niemand verletzt wurde,“ so Didlapp gegenüber der Deutschen Presse‑Agentur.
Verlauf des Wetterereignisses
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zog der Tornado am vergangenen Mittwoch durch den Großraum Wetzlar. Dort wurden unter anderem im Stadtteil Münchholzhausen Schäden an etwa 60 Häusern registriert. In anderen Teilen Hessens seien ebenfalls durch Unwetter Schäden entstanden.
Reaktion der Gemeinde und Nachbarschaftshilfe
Didlapp lobte die große Bereitschaft zur Unterstützung innerhalb der Solmser Gemeinschaft. Bewohner hätten in der Sturmnacht Zeichen gesetzt und unmittelbar geholfen. Für die betroffene Familie organisierte die örtliche Gemeinschaft eine Spendensammlung; Nachbarn leisteten vor Ort praktische Hilfe bei der Sicherung beschädigter Gebäude und der Betreuung der Betroffenen.
- Unbewohntes Haus: Dachstuhl eingestürzt, starke Innenschäden
- Dach abgehoben: Ziegel und Dachmaterial in der Umgebung verteilt
- Notunterkunft: neun Personen vorläufig untergebracht
Lokale Folgen und nächste Schritte
Die Stadtverwaltung führt derzeit weitergehende Schadenerhebungen durch, um präzise Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten zu planen. Neben akuten Sicherungsmaßnahmen an Gefahrenstellen steht die Frage der finanziellen Absicherung für Betroffene im Mittelpunkt. Didlapp nannte konkrete Summen nicht detailliert, veranschaulichte aber ihre Einschätzung mit dem Hinweis auf den siebenstelligen Bereich für Solms allein.
Für die betroffenen Haushalte sind kurzfristig pragmatische Lösungen wie Notunterkünfte und familiäre Unterbringung wichtig; mittelfristig dürften Versicherungsfragen, Bauanträge und Wiederaufbauplanung relevant werden. Die Koordination zwischen Kommune, Hilfsorganisationen und den Bewohnern ist hierfür entscheidend.
| Ort | Bekannte Schäden | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Solms | ~12 Häuser beschädigt; 3 Häuser stark betroffen | etwa neun Bewohner in Notunterkunft; Bürgermeisterinschätzung: siebenstelliger Schaden |
| Münchholzhausen (Wetzlar) | ~60 Häuser beschädigt | Teil des gleichen Unwetterereignisses laut DWD |
Wetterwarnungen und Verhaltensempfehlungen
Der Deutsche Wetterdienst weist bei schweren Gewittern und Tornados auf erhöhte Vorsicht hin: Personen sollen bei Vorwarnungen Gebäude aufsuchen, sich von Fenstern fernhalten und lose Gegenstände im Freien sichern. Nach einem Sturm ist das Betreten stark beschädigter Häuser ohne fachkundige Prüfung gefährlich, da einstürzende Dachteile und lockere Bauteile eine akute Gefahr darstellen.
Die aktuelle Lage in Solms wird weiterhin von der Stadt beobachtet. Die Bürgermeisterin dankte den Helfenden und betonte, dass nun die Schadensaufnahme und die Unterstützung der Betroffenen im Vordergrund stünden.
Weitere Informationen und Hinweise zur Hilfe für Betroffene will die Verwaltung in den kommenden Tagen bekanntgeben.