Das Klimahaus Bremerhaven ist für seinen neuen Ausstellungsbereich „Wetterextreme“ mit dem Immersive Experience Award 2026 ausgezeichnet worden. Prämiert wurde die Umsetzung durch das Studio KLV in der Kategorie „Produktionsdesign und technische Umsetzung“. Die Jury hob die Verbindung von Gestaltung, Technik und immersiver Vermittlung hervor, die Besucherinnen und Besuchern wissenschaftliche Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar mache.
Ausstellung als sensorische Vermittlung von Klimafolgen
Die Ausstellung setzt nicht allein auf Texte und klassische Exponate. Stattdessen entführt „Wetterextreme“ die Gäste durch vier szenische Stationen, in denen unterschiedliche Extremwetterlagen erlebbar werden. Im Zentrum stehen die folgenden Szenarien:
- Hitzewellen
- Waldbrände
- Überschwemmungen
- Stürme
Mit der preisgekrönten Inszenierung verfolgt das Klimahaus das Ziel, wissenschaftliche Zusammenhänge des Klimawandels nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Besucherinnen und Besucher sollen dadurch ein tieferes Verständnis für Ursachen und Folgen extremer Wetterereignisse entwickeln.
Internationale Konkurrenz und Neues im Ausstellungswesen
Die Immersive Experience Awards wurden 2026 erstmals vergeben und zeichnen immersive Projekte aus verschiedenen Bereichen aus – von Theater und Gastronomie über Escape Rooms bis zu interaktiven, projektionsbasierten Formaten. In sieben Kategorien wurden Projekte aus mehreren Ländern ausgezeichnet; zu den prämierten Arbeiten zählen Beiträge aus China, England und Australien. Das Klimahaus setzte sich in seiner Kategorie gegen internationale Konkurrenz durch.
„Produktionsdesign und technische Umsetzung“
Die Würdigung in dieser Kategorie unterstreicht, dass es bei der Bewertung nicht allein um ästhetische Gestaltung geht, sondern um die technische Realisierung und die Fähigkeit, komplexe Inhalte immersiv zu vermitteln. Für ein Museum wie das Klimahaus, das als Bildungsstätte mit Schwerpunkt Klima und globale Zusammenhänge bekannt ist, bedeutet das eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges.
Kontext für Bremerhaven: Bildung, Tourismus und Vermittlung
Für Bremerhaven hat die Auszeichnung mehrere Bedeutungen: Zum einen stärkt sie das Profil des Klimahauses als wissenschaftliche und kulturelle Einrichtung in der Stadt. Zum anderen kann die Anerkennung die Anziehungskraft für Besucherinnen und Besucher erhöhen, die an zeitgemäßer Wissenschaftskommunikation interessiert sind. Bereits 2020 erhielt das Klimahaus den internationalen Climate Smart Award, eine frühere Auszeichnung, die das Haus als einen führenden Ort für Klimaaufklärung belegte.
| Element | Details |
|---|---|
| Auszeichnung | Immersive Experience Award 2026 |
| Kategorie | Produktionsdesign und technische Umsetzung |
| Entwickler | Studio KLV |
| Kernszenarien | Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen, Stürme |
Die technische und gestalterische Ausrichtung der Ausstellung spiegelt auch einen aktuellen Trend in Museumspädagogik und Ausstellungsdesign wider: Inhalte werden zunehmend erlebbar statt nur erklärbar gemacht. Für Bildungseinrichtungen wie das Klimahaus bedeutet das zugleich einen höheren Anspruch an technische Ausstattung, Personal und Wartung – Faktoren, die sich langfristig auf Betriebsführung und Finanzplanung auswirken können.
Für Bremerhavener Kultur- und Bildungspolitik stellt sich die Frage, wie solche innovativen Formate künftig gefördert und langfristig erhalten werden können. Die Auszeichnung bietet hierfür einen Anlass zum Dialog zwischen Betreibern, Förderern und städtischen Gremien.
Für Besucherinnen und Besucher bleibt die wichtigste Botschaft: Das Klimahaus bietet künftig mit „Wetterextreme" eine technisch aufwändige und inhaltlich fundierte Möglichkeit, sich den Folgen des Klimawandels in einer intensiven, sinnlichen Form zu nähern. Ob die Ausstellung damit verstärkt Touristen anzieht oder das lokale Bildungsangebot erweitert, werden Besucherzahlen und Rückmeldungen in den kommenden Monaten zeigen.