Mehr Unfälle, mehr Verletzte — Behörden warnen vor Trend
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen sind die Unfallzahlen mit E‑Scootern deutlich gestiegen. Nach Angaben der Polizei ereigneten sich im Jahr 2025 insgesamt 184 Verkehrsunfälle, an denen E‑Scooter beteiligt waren. Dabei wurden 155 Menschen verletzt, davon fuhren 144 die E‑Scooter selbst. In 19 Fällen kam es zu schweren Verletzungen.
Die Zahlen zeigen laut Polizei nicht nur ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für die Fahrerinnen und Fahrer, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Zudem müsse mit einer erheblichen Dunkelziffer gerechnet werden, da bei Alleinunfällen nicht immer die Polizei hinzugezogen werde.
„E‑Scooter sind im Vergleich zum Pedelec ein noch recht neues Phänomen, die Entwicklung der Unfallzahlen verfolge ich mit Sorge.“
Konkrete Einzelfälle aus dem laufenden Jahr illustrieren die Probleme: Am 11. Februar stießen auf der Straße „Am Allhagen“ in Gladbeck zwei Jugendliche auf einem E‑Scooter mit einem achtjährigen Fußgänger zusammen; das Kind wurde leicht verletzt, die Jugendlichen flüchteten nach dem Sturz. Am 22. Juni verlor eine Fahrerin in Datteln die Kontrolle über ein E‑Scooter, als sie zu zweit unterwegs war. Die Fahrerin erlitt dabei schwere Verletzungen, die Mitfahrerin leichte.
Folgen für Verkehrssicherheit und Regulierung
Die Polizeimeldungen unterstreichen, dass das Gefahrenbild nicht nur aus Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern besteht, sondern auch aus Alleinunfällen und riskantem Fahrverhalten. Für Recklinghausen und die umliegenden Städte bedeutet das:
- höherer Bedarf an Präventionsmaßnahmen und Kontrollen;
- verstärkte Aufklärung über Verkehrsregeln und Zuladung (kein Zweipersonenbetrieb);
- mögliche Anpassungen bei Infrastruktur und Leihsystemen, um Konflikte mit Fußgängern und Radfahrern zu reduzieren.
Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2025 (damals 82 Unfälle) legt nahe, dass die Zahlen für 2026 weiter ansteigen könnten. Die Polizei rechnet deshalb mit einer weiteren Zunahme der Unfälle im Laufe des Jahres 2026.
Was das für Recklinghausen bedeutet
Für die Stadt Recklinghausen und den Kreis heißt das, Verantwortung bei Mobilitätsangeboten und der Durchsetzung von Regeln ernst zu nehmen. Insbesondere in dicht genutzten Bereichen wie Fußgängerzonen, Schulwegen und innerstädtischen Radwegen sind Konflikte zwischen E‑Scooter-Nutzern, Fußgängern und Radfahrern möglich. Die Behörden weisen darauf hin, dass nicht nur die Zahl der Leihfahrzeuge, sondern auch private E‑Scooter zur Gefährdung beitragen können.
| Jahr | Anzahl E‑Scooter‑Unfälle | Verletzte (insgesamt) | Schwerverletzte |
|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2025 | 82 | — | — |
| Gesamt 2025 | 184 | 155 | 19 |
Die Polizei hat mehrere Pressemeldungen zu den genannten Unfällen veröffentlicht und ruft Nutzerinnen und Nutzer von E‑Scootern zur verantwortungsvollen Teilnahme am Straßenverkehr auf. Präventionsarbeit, Kontrollmaßnahmen und mögliche kommunale Maßnahmen zur Regulierung von Abstell- und Fahrzonen stehen damit im Fokus der lokalen Debatte.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer der Fahrzeuge, sondern alle Verkehrsteilnehmer in Recklinghausen und Umgebung. Weitere Maßnahmen und mögliche Konsequenzen für die städtische Verkehrspolitik werden in den kommenden Monaten zu beobachten sein.