Feierlicher Semesterauftakt und Rückblick
Die Volkshochschule Bamberg Stadt hat am 17. September ihr Jubiläumssemester zum 80-jährigen Bestehen eröffnet. Bei der Veranstaltung im Mittelpunkt standen nicht nur Rückschau und Erinnerungen, sondern vor allem Fragen nach der Rolle der Einrichtung in einer sich wandelnden Stadtgesellschaft. Als Redner traten neben der Leiterin der vhs, Dr. Anna Scherbaum, die Baureferentin Annegret Michler und Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier auf. Gemeinsam zeichneten sie unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der vhs und ihre künftigen Aufgaben.
Vom demokratischen Neubeginn zur kommunalen Einrichtung
Gegründet wurde die Bamberger Volkshochschule unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1946. Ihre Gründung verstand sich als Beitrag zum gesellschaftlichen und demokratischen Wiederaufbau. Schon im ersten Trimester habe das Angebot auf großes Interesse gestoßen: Mehr als 900 Teilnehmende meldeten sich damals zu Kursen an, darunter Sprachen, Kunst und Musik. Politische Bildung und Themen zur Geschichte spielten von Anfang an eine wichtige Rolle.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1946 | Gründung der Volkshochschule |
| 1951 | Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt Bamberg |
| 1988 | Umzug in das Alte E‑Werk als zentraler Standort |
Entwicklung und heutige Schwerpunktfelder
Aus einer ursprünglichen Abend‑Volkshochschule entstand im Laufe der Jahrzehnte eine ganztägig aktive Bildungseinrichtung. Der Umzug in das Alte E‑Werk im Jahr 1988 markierte einen wichtigen Einschnitt: Er schuf einen zentralen Ort für Bildung, Kultur und Begegnung. In den letzten Jahren haben sich die Programmschwerpunkte erweitert. Heute zählen unter anderem Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Inklusion, Integration und Demokratiebildung zu den regelmäßigen Themenfeldern.
Digitales Lernen und analoges Miteinander
Die vhs bietet inzwischen auch digitale und hybride Formate an. Trotz dieser technischen Ausweitung bleibt die Bedeutung von persönlicher Begegnung betont: Bei der Jubiläumsveranstaltung wurde die Notwendigkeit realer Lernorte hervorgehoben. In den vorbereiteten Beiträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass digitale Angebote das Programm ergänzen, aber nicht ersetzen sollen.
„Gerade in einer zunehmend digitalen Welt brauchen wir solche realen Orte des Vers
Diskussionen über künftige Aufgaben der vhs
Die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer stellten verschiedene Erwartungen an die Volkshochschule: Sie soll weiterhin Bildungsangebote für breite Zielgruppen bereitstellen, den gesellschaftlichen Austausch fördern und als Plattform für demokratische Bildung fungieren. Zugleich wurde die Frage aufgeworfen, wie die vhs ihre Infrastruktur und Raumangebote an die veränderten Bedürfnisse anpassen kann. Die Baureferentin und die Leitung der vhs skizzierten Perspektiven für die Zusammenarbeit mit städtischen Akteurinnen und Akteuren sowie mit Einrichtungen aus Wissenschaft und Kultur.
Was das für Bamberg bedeutet
- Die vhs bleibt ein zentraler Ort für lebenslanges Lernen und gesellschaftliche Begegnung.
- Die Kombination aus digitalen und analogen Formaten soll erreichtes Angebot erweitern, nicht ersetzen.
- Die Zusammenarbeit mit städtischen Institutionen und kulturellen Partnern soll vertieft werden, um Angebote für unterschiedliche Zielgruppen zu sichern.
Für Bamberg bedeutet das Jubiläum nicht nur Rückblick, sondern auch Aufforderung: Die vhs ist weiterhin gefordert, Brücken zwischen Generationen und gesellschaftlichen Gruppen zu bauen. Die öffentliche Trägerschaft durch die Stadt, die bereits seit 1951 besteht, unterstreicht die Bedeutung der Einrichtung für die kommunale Bildungslandschaft. Wie genau die nächsten Schritte aussehen, werden die kommenden Monate zeigen, wenn die Gespräche über räumliche Bedingungen, Programme und Kooperationen fortgesetzt werden.