Im Münchner Neubaugebiet Freiham ist eine neue, begehbare Metallskulptur aufgestellt worden, die künftig als Ort für Kunst, Kultur und Nachbarschaftsdialog dienen soll. Das Werk mit dem Titel „Sichtung V“ stammt vom Künstlerduo Rasthofer/Neumaier und steht auf einem kirchlichen Grundstück der Erzdiözese München und Freising.
Öffentlicher Raum, Klang und Teilhabe
Die Installation ist aus übereinander gestapelten Stahlquadern gefertigt und verfügt über eine begehbare Innentreppe. Beim Besteigen erzeugen die Stufen Klänge, die Teil der künstlerischen Konzeption sind. Mit der Arbeit will die Erzdiözese die Debatte um die Zukunft des Neubaugebiets thematisieren; in Freiham sollen künftig rund 25.000 Menschen leben.
Ab Oktober wird die Skulptur für ein Jahr im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich sein. Begleitend planen die Erzdiözese und der Pfarrverband München West gemeinsam mit Partnern aus dem Stadtteil ein Programm, das pastorale, künstlerische und kulturelle Angebote bündelt. Ziel ist es, mit den künftig hier wohnenden Menschen über deren soziale und religiöse Bedürfnisse ins Gespräch zu kommen.
Symbolik und Praxis: Kirche als städtischer Akteur
Die Platzierung eines großmaßstäblichen Kunstwerks auf kirchlichem Grund markiert eine bewusste Rolle der Institution im städtischen Entwicklungsprozess. Die Erzdiözese nutzt die Skulptur nicht nur als ästhetisches Zeichen, sondern als Instrument, um Dialogräume zu öffnen. In einem wachsenden Quartier, das als eines der größten in Europa bezeichnet wird, bieten kulturelle Interventionen wie diese die Möglichkeit, Identität und Gemeinschaft zu formen.
Die Kombination aus künstlerischem Erlebnis und niedrigschwelligen Begegnungsangeboten könnte Funktionen erfüllen, die in Neubauquartieren oft fehlen: Orientierung im öffentlichen Raum, Austausch zwischen alten und neuen Bewohnern sowie eine Plattform für lokale Initiativen.
Technik, Vermittlung und Programmplanung
„Sichtung V“ ist modular aufgebaut und betont damit den provisorischen, wandelbaren Charakter urbaner Entwicklung. Die modulare Bauweise erlaubt eine erlebbare Auseinandersetzung mit Form und Material, während die akustische Komponente Besucherinnen und Besucher unmittelbar in die Erfahrung einbezieht.
Die Zugänglichkeit durch geführte Besuche legt nahe, dass die Erzdiözese Wert auf Vermittlung legt: Kunst soll nicht nur ausgestellt, sondern erklärt und im Gespräch reflektiert werden. Das angekündigte Jahresprogramm ist als Plattform für ein breites Spektrum gedacht – von künstlerischen Aktionen bis zu pastoralen Angeboten.
- Höhe: 32 Meter
- Standort: Kirchengrundstück in Freiham, München
- Erreichbarkeit: Führungen ab Oktober für ein Jahr
- Projektionsgröße: Quartier mit rund 25.000 geplanten Bewohnern
| Aspekt | Konkretes |
|---|---|
| Werk | „Sichtung V“, Rasthofer/Neumaier |
| Material | Gestapelte Stahlquader, begehbare Innentreppe |
| Dauer | Öffentlich zugänglich ab Oktober für ein Jahr (Führungen) |
Ob und wie sich die geplanten kulturellen und pastoralen Angebote in den Alltag des Viertels integrieren lassen, wird vom weiteren Ausbau des Quartiers und vom Engagement lokaler Initiativen abhängen. Die Initiative zeigt jedoch, dass kirchliche Akteure verstärkt auf kulturelle Mittel setzen, um in wachsenden Städten präsent zu sein und Orte des Austauschs zu schaffen.
Insgesamt setzt die Aktion ein sichtbares Zeichen im Freiraum von Freiham: Als Kunstwerk, als Begegnungsort und als Instrument für die Erkundung sozialer Bedürfnisse in einem der großen Stadtentwicklungsprojekte der Region.