Vor der nächsten Sitzung des Kantonsrats hat die SP/Grüne-Fraktion ihre Position zu mehreren zentralen Vorlagen im Kanton Schwyz dargelegt. Im Vordergrund stehen Forderungen nach konkreten Schritten gegen die starke Teuerung bei den Mieten sowie Massnahmen zur Entlastung der Lehrpersonen und zur Sicherung der Unterrichtsqualität. Weitere Themen, die die Fraktion nennt, sind der Ausbau des Gefängnisses und das Hundegesetz.
Drastischer Mietanstieg im Fokus
Die Fraktion macht besonders auf die Entwicklung bei den Angebotsmieten aufmerksam. Nach Angaben der SP/Grünen sind die Mieten im Kanton Schwyz in einem Jahr mit 10,5 Prozent so stark gestiegen wie in keinem anderen Kanton (Vergleichszeitraum: Februar 2024 bis Februar 2025). Angesichts dieser Entwicklung verlangt die Fraktion «griffige Massnahmen» gegen das, was sie als «Mietwahnsinn» bezeichnet.
«Mit unserem Postulat fordern wir, dass endlich griffige Massnahmen gegen den Mietwahnsinn eingeleitet werden»,
so Fraktionspräsident Jonathan Prelicz. Er appelliert an die übrigen Fraktionen, die Dringlichkeit der Lage anzuerkennen und den Vorstoss zu unterstützen.
Unterricht und Lehrpersonen: Belastung erkennen, entlasten
Ein weiteres Kernthema der Fraktion betrifft die Schule. Auf eine Befragung unter Lehrpersonen im Kanton Schwyz (2023) verweist die Fraktion als Beleg für Handlungsbedarf: Zwei Drittel der Lehrkräfte fühlten sich in dieser Umfrage belastet. Als Hauptbelastungsfaktoren nannten die Lehrpersonen die Heterogenität in den Klassen und den Umgang mit Lernenden mit herausforderndem Verhalten.
Die Fraktion sieht in der Unterstützung durch Fachpersonen einen zentralen Hebel, um die integrative Beschulung zu verbessern und die Arbeitssituation der Lehrkräfte zu entlasten. Auch die Regierung habe bereits einen Handlungsbedarf bei der Integration festgestellt, so die SP/Grünen.
Personelle Änderung im Kantonsrat
Bei der SP gibt es zudem eine personelle Veränderung: Philipp Ryser rückt in den Kantonsrat nach. Er übernimmt das Mandat von Aurelia Imlig-Auf der Maur, die nach sechs Jahren zurücktritt. Ryser ist 35 Jahre alt und als Produktionschef und Co-Geschäftsführer in einer Konditorei tätig. Er engagiert sich innerhalb der SP: Er ist Präsident der SP Sektion Schwyz, Mitglied der Geschäftsleitung der SP Kanton Schwyz und gehört der Finanzkommission der Gemeinde Schwyz an.
«Mir ist wichtig, hinzuschauen, wer vom Reichtum des Kantons Schwyz profitiert. Steuerflüchtende oder die arbeitende Bevölkerung, die den Wohlstand und die Wertschöpfung generiert?»
Mit diesem Anliegen begründet Ryser sein politisches Engagement und seine Prioritäten im Rat.
Weitere Traktanden: Gefängnisausbau und Hundegesetz
Die Fraktion hat ausserdem die Themen Gefängnisausbau und Hundegesetz auf ihrer Agenda. Konkrete Details zu den vorgeschlagenen Änderungen liegen in der Stellungnahme der SP/Grünen nicht vor; die genannten Punkte finden sich jedoch auf der umfangreichen Traktandenliste, die dem Kantonsrat für die Sitzung am Mittwoch vorliegt.
- Mieten: Forderung nach sofortigen, wirksamen Massnahmen gegen Preisanstieg.
- Bildung: Entlastung der Lehrpersonen durch zusätzliche Fachpersonen für die integrative Beschulung.
- Personalwechsel: Philipp Ryser rückt in den Kantonsrat nach.
Ausblick auf die Debatte
Die Diskussionen im Kantonsrat dürften die kommenden Wochen prägen: Die Kombination aus Wohnkosten, Bildung und institutionellen Vorhaben wie dem Gefängnisausbau spiegelt unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen und fiskalpolitische Abwägungen wider. Entscheidend wird sein, ob die SP/Grünen für ihre Vorstösse genügend Unterstützung in den anderen Fraktionen finden.
| Fragestellung | Standpunkt SP/Grüne |
|---|---|
| Mietentwicklung (Feb 2024–Feb 2025) | Starker Anstieg: +10,5%; sofortige Massnahmen gefordert |
| Lehrpersonenbefragung (2023) | 2/3 fühlten sich belastet; Heterogenität und herausforderndes Verhalten als Hauptgründe |
| Personeller Wechsel | Philipp Ryser rückt für Aurelia Imlig-Auf der Maur nach |
Die Sitzung des Kantonsrats am Mittwoch wird zeigen, in welchem Masse die Forderungen der SP/Grünen in konkrete Beschlüsse münden. Beobachterinnen und Beobachter der kantonalen Politik werden insbesondere die Antworten der bürgerlichen Fraktionen und der Regierung auf die Mietproblematik sowie die vorgeschlagenen Schritte zur Entlastung der Lehrkräfte genau verfolgen.