Die Schweizer Leichtathletik hat an der EM in Birmingham ein starkes Zeichen gesetzt: Mit insgesamt 7 Medaillen und 20 Final-Plätzen kehrt die Delegation in die Schweiz zurück. Für Philipp Bandi, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, ist das Resultat ein klarer Beleg dafür, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden.
Medaillenbilanz und Kontext
Die Ausbeute umfasst 3 Gold-, 3 Silber- und 1 Bronzemedaille. Bandi betonte, dass diese Bilanz in Relation zu den Umständen von 2024 zu sehen sei: Vor zwei Jahren beherrschten die Olympischen Spiele den Saisonkalender, weshalb nicht alle Spitzenathletinnen und -athleten an der EM teilgenommen hatten. 2026 hingegen war die Europameisterschaft das Saisonhighlight, was die Konkurrenzdichte erhöhte.
| Medaillen | Anzahl |
|---|---|
| Gold | 3 |
| Silber | 3 |
| Bronze | 1 |
Die Sprintstaffel als kollektiver Erfolg
Als herausragendes persönliches Erlebnis nannte Bandi den Gewinn der Silbermedaille durch die Frauen-Sprintstaffel. Das Projekt, so Bandi, sei bereits 2010 gestartet worden; lange habe es an der entscheidenden Medaille gefehlt. Die heutige Auszeichnung sieht er als Resultat langjähriger Arbeit und als Verdienst aller Beteiligten.
«Die Genugtuung bei der Staffel-Medaille ist sehr gross. Die Medaille gehört allen, die daran mitgearbeitet haben.»
Die Bedeutung dieses Erfolgs liegt nicht nur in der Medaille selbst, sondern in der Demonstration von Teamarbeit, Kontinuität und einer langfristigen Aufbaustrategie. Für Swiss Athletics liefert die Staffel ein Modell, wie gezielte Förderung und Teamplanung Früchte tragen können.
Organisation, Infrastruktur und Zuschauer
Organisatorisch zog Bandi ebenfalls eine positive Zwischenbilanz. Er lobte die Infrastruktur und die Abläufe im Alexander Stadium als «absolutes Top-Level». Gleichzeitig kritisierte er die Transportwege zum Stadion und machte klar, dass dies in der Verantwortung des EM-OK liege. Problematischer fand Bandi die vielen leeren Ränge, insbesondere in der ersten Woche der Meisterschaften. Er sagte, man habe mehr Publikum erwartet; für eine EM wären vollere Tribünen wünschenswert, zumal die Athletinnen und Athleten den Applaus verdient hätten.
- Positive Punkte: gute Infrastruktur, reibungslose Abläufe, starke Konkurrenzdichte.
- Verbesserungspotenzial: Transport zum Stadion, Zuschaueraufmarsch während der Wettkämpfe.
- Blick nach vorn: Vorfreude auf Meetings in Lausanne und Zürich mit ausverkauften Stadien.
Folgen für die Saison und Perspektiven
Die EM-Bilanz stärkt Swiss Athletics in seiner Arbeit mit Spitzensportlern. Sie untermauert die Effektivität der Leistungsförderung und liefert positive Signale für Sponsoren, Verbandsstrategien und den Nachwuchs. Der Fokus richtet sich nun auf die grossen Meetings in Lausanne und Zürich, wo mit ausverkauften Stadien auch das Publikum wieder stärker eingebunden wird. Bandi machte deutlich, dass diese Anlässe für Athletinnen und Athleten besondere Motivation bieten und für den Laien ein deutliches Erlebnis von Leichtathletik auf hohem Niveau darstellen.
Insgesamt zeichnet sich die Schweizer Leichtathletik durch eine Mischung aus erfahrener Führung, gezielter Nachwuchsförderung und einer verbesserten Teamstruktur aus. Die Medaillen und Finalplätze in Birmingham liefern dafür einen handfesten Beleg – und setzen die Agenda für die verbleibenden Saisonhöhepunkte.