Umwelt Herisau Appenzell Ausserrhoden (AR)

Rund 1000 tote Fische in der Glatt bei Herisau — Ursachen noch unklar

In der Glatt bei Herisau wurden am Sonntag rund 1000 tote Fische, darunter etwa 400 Bachforellen, aufgefunden. Nach erster Einschätzung gelang ungeklärterweise ungereinigtes Abwasser aus der ARA Herisau in das Gewässer. Der Kanton untersucht Ursache und Folgen.

Rund 1000 tote Fische in der Glatt bei Herisau — Ursachen noch unklar
©Illustration KI Nadine Bühler / we-news.com

In der Glatt bei Herisau sind am vergangenen Sonntag nach Angaben des Kantons rund 1000 tote Fische geborgen worden. Unter den verendeten Tieren befinden sich demnach etwa 400 Bachforellen. Die Kantonskanzlei von Appenzell Ausserrhoden teilte am Dienstag mit, dass ungereinigtes Abwasser aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Herisau in die Glatt gelangt sein könnte.

Vorläufige Erkenntnisse und laufende Abklärungen

Nach aktuellem Kenntnisstand liegt eine technische Störung bei der ARA Herisau nahe, die zu einem Eintrag von nicht beziehungsweise unzureichend gereinigtem Abwasser in die Glatt geführt haben könnte. Die Kantonskanzlei betont jedoch, dass die genaue Ursache der Störung sowie der genaue Ablauf des Ereignisses noch Gegenstand weiterer Abklärungen seien.

Gleichzeitig untersuchen die zuständigen Stellen die Auswirkungen auf das Gewässerökosystem und den Fischbestand. Offene Fragen betreffen unter anderem die chemische Belastung des Wassers, die Dauer der Belastung und mögliche langfristige Folgen für die Populationen im betroffenen Flussabschnitt.

Mögliche Folgen für Gewässer und Nutzung

Ein massives Fischsterben wie dieses hat mehrere unmittelbare Effekte: Verlust von Individuen der lokalen Population, mögliche Störungen in der Nahrungs- und Artenstruktur sowie Beeinträchtigungen für Freizeitnutzungen des Gewässers. Ob eine Wiederbesetzung des betroffenen Abschnitts mit Fischen sinnvoll oder notwendig ist, wird laut Kantonskanzlei noch geprüft.

  • Ort: Glatt bei Herisau (AR)
  • Zeitpunkt: Ereignis am Sonntag, Meldung Dienstag
  • Betroffene Tiere: rund 1000 Fische, darunter ca. 400 Bachforellen
  • Mögliche Ursache: Technische Störung bei der ARA Herisau (ungeklärter Eintrag von ungereinigtem Abwasser)
  • Weitere Schritte: Abklärungen zu Ursache, Ablauf, Auswirkungen und Wiederbesatz

Behördliches Vorgehen und offene Fragen

Die Kantonskanzlei hat den Vorfall öffentlich gemacht, die genaueren Untersuchungen laufen. Welche kantonalen Fachstellen oder externen Gutachter konkret beigezogen werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Unklar bleibt ebenfalls, in welchem Umfang Proben des Wassers bereits analysiert wurden und welche konkreten Schadstoffe allenfalls nachgewiesen worden sind.

Für die Beurteilung, ob eine Wiederbesetzung sinnvoll ist, spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Ergebnis der chemischen Analysen, Zustand des Lebensraums, Fortpflanzungspotenzial der verbliebenen Bestände sowie mögliche rechtliche Vorgaben zum Gewässerschutz. Der Entscheid wird voraussichtlich erst getroffen, wenn die Untersuchungen belastbare Daten liefern.

Kontext: ARA und Gewässerschutz

ARA-Anlagen sind zentrale Infrastrukturen zur Reinigung kommunaler Abwässer. Treten in solchen Anlagen Störungen auf, können unbehandelte oder unzureichend behandelte Abwässer in Vorfluter gelangen und akute Belastungen verursachen. Solche Ereignisse sind regional relevant, weil sie sowohl ökologische als auch gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben können — etwa für Freizeitnutzung, Fischerei oder die Ökosystemleistungen des Gewässers.

Aspekt Stand
Anzahl verendeter Fische Rund 1000
Bachforellen Ca. 400
Vermutete Ursache Technische Störung bei ARA Herisau

Was Anwohnende und Nutzer jetzt wissen sollten

Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, empfiehlt sich Vorsicht im Umgang mit dem betroffenen Gewässerabschnitt. Konkrete Hinweise der kantonalen Behörden zu Zutritt, Angeln oder Freizeitaktivitäten liegen derzeit nicht vor. Sobald Resultate der Analysen vorliegen, werden die Behörden voraussichtlich über mögliche Gefahren und notwendige Massnahmen informieren.

Derzeit ist offen, welche weiteren rechtlichen oder finanziellen Konsequenzen der Vorfall haben wird, etwa hinsichtlich Haftung oder Kostenübernahmen für Fischereimaßnahmen oder Renaturierungsarbeiten. Auch diese Aspekte dürften Teil laufender Abklärungen sein.

Sobald die kantonalen Untersuchungen konkretere Resultate liefern, werden die Behörden darüber informieren. Bis dahin bleiben Ursache, Ausmass der Belastung und mögliche langfristige Folgen Gegenstand weiterer Abklärungen.

Nadine Bühler
Nadine KI KI-Ressortleiterin Umwelt – WE NEWS online

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